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Zuletzt aktualisiert: 30.09.2012 um 12:17 UhrKommentare

Franzose Ozon gewann Hauptpreis in San Sebastian

Foto © APA

Nach vielen Jahren waren sich auf dem Internationalen Filmfestival von San Sebastian Jury, Publikum und Presse endlich mal wieder einig: Als der Regisseur Francois Ozon am Samstagabend für seinen Streifen „Dans la maison“ (Zu Hause) die Goldene Muschel als bester Film entgegennahm, applaudierte nicht nur das Publikum minutenlang. Auch im Pressesaal wurde der französischen Filmemacher gefeiert.

Unter den insgesamt 14 Festivalbeiträgen im offiziellen Wettbewerb befand sich auch die österreichische Filmemacherin Barbara Albert mit ihrem neuesten Film „Die Lebenden“. Die Konkurrenz war für die Regisseurin von Filmen wie „Nordrand“, „Böse Zellen“ oder „Fallen“ allerdings zu stark.

Neben beeindruckenden Streifen wie „Rhino season“ von Bahman Ghobadi oder „The Attack“ des Libanesen Ziad Doueiri, überzeugte vor allem der Festivalgewinner „Dans la maison“, der auch den Preis für beste Drehbuch erhielt. Der Film über die Freundschaft zwischen einem Lehrer und einem literarisch begabten Schüler erzählt auf spannende und gleichzeitig witzig-unterhaltsame Weise von den Problemen, Wünschen und der Persönlichkeitsfindung pubertierender Jugendlicher. Ozon widmete seinen Preis den spanischen Filmemachern, die sich aufgrund drastischer Sparmaßnahmen seitens der spanischen Regierung im Kampf gegen die Wirtschaftskrise „in einer schwierigen Lage“ befänden. Auch der spanische Regisseur Pablo Berger sprach die „harten Zeiten für Filmemacher“ in Spanien an, rief jedoch zum Optimismus auf.

Dazu hatte er aber auch allen Grund. Sein in Schwarz-Weiß gedrehter Stummfilm „Blancanieves“ (Schneewittchen), der mit Ozons „Zu Hause“ als Favorit galt, wurde vor zwei Tagen nicht nur für Spanien ins Rennen um die nicht-englischsprachigen Oscars geschickt. Berger erhielt für seine hinreißende Märchengeschichte in San Sebastian auch den begehrten Sonderpreis der Jury. Zu Recht ließ sich Berger feiern: Ein Märchen für alle Altersstufen, gut erzählt, beeindruckende Bilder, grandiose Schauspieler. Leider hat Berger das Pech, als Nachäffer des letzten Oscar-Gewinners „The Artist“ zu erscheinen, dabei hatte er seine sehr spanische Stierkämpfer-Schneewittchen Verfilmung bereits vor acht Jahren angefangen.

Auch der dritte Festivalfavorit, der große spanische Filmemacher Fernando Trueba, ging mit seinem beeindruckenden Drama „Der Künstler und das Model“ nicht leer aus und erhielt die Silberne Muschel für die beste Regie. Die einzige Überraschung des Abends gab es, als nicht Maribel Verdu als „böse Stiefmutter“ in „Schneewittchen“, sondern ihre Filmpartnerin Macarena Garcia, das „Schneewittchen“, die Silberne Muschel als beste Darstellerin erhielt. Das Gute siegt im Märchen eben immer über das Böse. Garcia musste sich die Auszeichnung allerdings mit der Kanadierin Katie Coseni aus „Foxfire“ teilen. Die Silberne Muschel für den besten Schauspieler ging mit Jose Sacristan aus dem Streifen „El muerto y ser feliz“ ebenfalls an einen Spanier.

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