18. Dezember 2014, 00:08 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 18.05.2012 um 20:30 UhrKommentare

Mozarts "Titus" versinkt in der Staatsoper in Belanglosigkeit

Schiffbruch erleidet Staatsoperndirektor Dominique Meyer auch mit seiner dritten Mozart-Premiere: "La clemenza di Tito".

WIEN. Mozarts letztes Bühnenwerk hat es an der Wiener Staatsoper nie leicht gehabt. Die letzte Inszenierung (von Direktor Claus Helmut Drese) hatte 1991 Premiere und erlebte nur acht Aufführungen. Ob sich "La clemenza di Tito" nun in Wien doch noch durchsetzt, darf nach der Premiere der Neuproduktion bezweifelt werden.

Am Pult lässt Louis Langrée, der die Secco-Rezitative drastisch gekürzt hat, nämlich nichts unversucht, um den Eindruck zu erwecken, Mozarts letzte Opernpartitur sei völlig belanglos. Nett und gefällig perlt die Musik in meist breiten Tempi vorbei, kennt weder Spannung noch Dramatik, findet nur dann zu echtem Gefühl, wenn Elina Garana oder Michael Schade auf vokales Herzblut verströmen.

In seiner heftig ausgebuhten Inszenierung, die in ständig verschobenen, schäbigen Kulissen mit der Aufschrift "Exit" (Bühne: George Tsypin) mit einer Ausstattungsmixtur aus mehreren Epochen spielt (Kostüme: Birgit Hutter), langweilt Jürgen Flimm ebenfalls mit Beliebigkeit.

Gestürztes Denkmal

Ohne das Herrscherdrama über Macht, Moral und die Irrungen der Liebe ernsthaft auszuloten, beschränkt sich sein Ehrgeiz darauf, den Titelhelden von dem Podest zu stürzen, das ihm Mozart musikalisch errichtet hat, und langbeinige Statistinnen über die Bühne staksen zu lassen.

In solcher Umgebung finden selbst die Besten ihres Fachs nicht zur Höchstform. Elina Garana dominiert als Sesto das vokale Niveau und erreicht doch nicht die Intensität ihrer Rollengestaltung im Theater an der Wien. Michael Schade kommt an seine Salzburger Interpretation des Titus nicht ganz heran.

Juliane Banse wird als Vitellia erst glaubwürdig, wenn sie deren Reue zum Ausdruck bringt. Chen Reiss singt eine sehr zarte Servilia, Serena Malfi gelingt als Annio ein vielversprechendes Hausdebüt, Adam Plachetka stattet den Publio mit markigen Tönen aus.

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