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Zuletzt aktualisiert: 12.04.2012 um 20:07 UhrKommentare

Linz will auch eine Medizin-Uni

Wenig Begeisterung herrscht bei der Konkurrenz für die Linzer Pläne. In Innsbruck wollen die Medizin-Uni und die Haupt-Uni wieder fusionieren, in Klagenfurt gibt es Pläne für eine Privat-Medizin-Uni.

Foto © APA

Da hätte man gedacht, wenigstens an der Mediziner-Front gibt es an Österreichs Universitäten stabile Verhältnisse: Klare Zugangsregelungen, ausreichend Studienplätze, fixe Ausländerquoten. Und doch ist diese Landschaft in Bewegung geraten:

Vor allem aus Oberösterreich kommen Begehrlichkeiten: Die "Oberösterreichischen Nachrichten" haben eine Unterschriftenaktion für eine eigene Medizin-Uni gestartet. Derzeit gibt es nur in Wien, Graz und Innsbruck Medizin-Unis, die jeweils mit Uni-Kliniken ausgerüstet sind.

136.000 Unterschriften wurden dieser Tage Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle übergeben. Und dieser versprach vorsichtig, man könne an einen "Keimling" in Linz denken. Bekanntlich will Linz generell die dortige Universität aufwerten - eine eigene medizinische Fakultät steht jetzt im Raum.

Wenig Begeisterung herrscht bei der Konkurrenz. So spricht der Rektor der Grazer Medizin-Uni, Josef Smolle, eher davon, nur den klinischen Bereich nach Linz zu verlagern. Eine Voll-Fakultät würde "nur die Finanzierung insgesamt verdünnen". Auch Töchterle will sich erst noch genau die Zahlen der Oberösterreicher ansehen: "In Österreich haben wir die größte Ärztedichte innerhalb der OECD-Länder. In Oberösterreich hat sich die Zahl der Ärzte in den vergangenen Jahren um 40 Prozent erhöht - mehr als an den Med-Uni-Standorten in Wien, Steiermark oder Tirol."

Andere Pläne hegt man in Innsbruck: Dort wollen die Medizin-Uni und die Haupt-Uni wieder fusionieren. Bekanntlich waren die Unis im Zuge des Uni-Autonomie-Gesetzes 2004 getrennt worden. Töchterle kann dem Gedanken viel abgewinnen - vor allem würde dies Geld einsparen. Er will bei der nächsten Gesetzesnovelle den Passus verankern, dass Universitäten fusionieren können - wenn sie dies wollen. Weder in Wien noch in Graz will man eine Wiedervereinigung. Smolle: "In Graz ist die Kooperation so gut, dass wir mehr zusammenarbeiten als früher."

In Klagenfurt sind hingegen derzeit Pläne im Umlauf, eine Privat-Medizin-Uni zu gründen. Solche Privat-Unis gibt es derzeit etwa in Wien und Salzburg. Weil es dafür aber keine öffentlichen Gelder vom Bund geben wird, stehen Studiengebühren von rund 12.000 Euro pro Studienjahr im Raum.

Ein tolles Geschäft? Töchterle: "Mir ist keine Privat-Uni bekannt, mit der man Gewinne erzielen kann." Ein ähnliches Projekt ist im Raum Tirol/Südtirol/Vorarlberg in Überlegung."

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