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Zuletzt aktualisiert: 12.04.2012 um 10:12 UhrKommentare

Was Kaninchen ausdrücken wollen

Foto © APA

Hängende Ohren heißt: alles entspannt, angelegte Ohren dagegen: Ich habe Angst vor dir. Kaninchen kommunizieren in vielfältiger Weise mit ihren Besitzern. Mit ein wenig Übung lässt sich schnell herausfinden, wie es dem Nager geht.

Sie sind klein, haben ein kuscheliges Fell und zählen zu den beliebtesten Haustieren: Kaninchen. Die Nager sind nicht ohne Ansprüche: Sie wollen mindestens zu zweit leben, brauchen viel Platz zum Spielen und Laufen, den ganzen Tag Heu zum Knabbern und einen Menschen, der sie auf Wunsch streichelt, erläutert Patricia Kaulfuß, Tierärztin in Mainz und selbst Besitzerin zweier Kaninchen. Doch woran können Halter erkennen, ob es dem kleinen Vierbeiner gut geht? Aufschluss darüber gibt vor allem seine Körpersprache.

Ein deutlicher Hinweis auf Kaninchens Laune sind seine langen Ohren. Hängen sie herum, "chillt" auch das Tier: Es ist entspannt. Bei Aufmerksamkeit richtet es seine Löffel auf. Es dreht die Ohrmuscheln in die Richtung, in die es hören will. Ein ganz schlechtes Zeichen ist es, wenn das Kaninchen die Ohren flach anlegt. Es kann so seine Unterwürfigkeit zeigen, aber auch seine schlechte Laune. "In diesem Fall sollte man das Tier in Ruhe lassen, es könnte die Warnung kurz vor einem Biss sein", empfiehlt die Tierärztin Margrit Rogalla aus dem hessischen Nidderau.

Ebenfalls kein gutes Zeichen ist das Klopfen mit den Hinterbeinen. Dann hat ein Kaninchen Angst und warnt seine Artgenossen. Heimtiere können so auch ihren Ärger ausdrücken. Sie sind allerdings keine Tiere, die unbedingt die Konfrontation suchen. "Bei Gefahr hauen sie ab", sagt der Magdeburger Tierarzt Klaus Kutschmann.

Geht es dem Kaninchen gut, schmust es ausgesprochen gerne. Mit seinem Kopf oder seiner Nase stupst es seinen Menschen sanft an, wenn es Streicheleinheiten möchte. Ist es genug, hebt es den Kopf und stößt die Hand weg. "Kaninchen lieben es auch, wenn man sie bürstet", sagt die Tierärztin Rogalla und rät, der Aufforderung des Tieres nach Streicheleinheiten möglichst nachzukommen. "Andernfalls sind sie frustriert und können beißen."

Ebenfalls für schlechte Laune sorgen bei Kaninchen Lärm und Trubel. Sie brauchen ihren Rückzugsort und schätzen es nicht, wenn sie hin- und hergeschleppt werden. Kleine Kinder und Kaninchen sind daher kein gutes Gespann.

Ein gut gelauntes Kaninchen hüpft gerne herum, schlägt Haken, macht wilde Bocksprünge und hüpft auch schon mal vor lauter Übermut auf den Couchtisch. Bis zu 1,50 Meter hoch können manche Kaninchen aus dem Stand springen. Ist ein Kaninchen müde, legt es sich lang ausgestreckt hin. Rollt sich der kleine Nager sogar zur Seite, dann fühlt er sich völlig sicher.

Ein ganz anderes Signal ist es, wenn sich ein Kaninchen mit angelegten Ohren auf den Boden presst. Damit zeigt es nicht Entspannung, sondern Unterwürfigkeit. Verhält sich das Tier so gegenüber Menschen, dann hat es Angst. Das genaue Gegenteil davon ist das Rammeln. Kaninchen bespringen sich gegenseitig, das hat nicht immer etwas mit dem Geschlechtstrieb zu tun. "Das machen sie gerne. Es ist ein Zeichen von Macht", sagt Kutschmann. In einem solchen Fall reiche es, das Tier sanft wegzuschubsen.

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