22. November 2014, 18:44 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 05.03.2013 um 21:15 UhrKommentare

Lust auf Fleisch ist ungebrochen

Der Skandal um nicht deklariertes Pferdefleisch hat das Konsumverhalten der Österreicher nicht verändert. Gestärkt wird jedoch bei der Kaufentscheidung das Thema Regionalität - denn diese bedeutet für den Konsumenten Glaubwürdigkeit.

Foto © APA

Beim BSE-Skandal war es noch die Hälfte der Österreicher gewesen, die angaben, ihr Ernährungsverhalten in Zukunft ändern zu wollen. Jetzt, nach dem Skandal um nicht deklariertes Pferdefleisch in Fleischprodukten, sind es gerade einmal zwölf Prozent, die reagieren wollen. Das ergab eine Studie des market instituts, die von Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovic in Auftrag gegeben worden war.

"88 Prozent der Befragten kümmert der Skandal hinsichtlich ihrer Ernährung gar nicht", so market-Chef Werner Beutelmeyer. Immerhin 90 Prozent wünschen sich aber eine europaweite Herkunftsbezeichnung auf den Produkten.

Zwar stünden Qualität und Preis der Waren nun schon in Diskussion, "es gibt aber kaum Spuren im Konsumentenverhalten", so Beutelmeyer. Stattdessen sind 55 Prozent, also mehr als die Hälfte der Konsumenten, immer noch der Ansicht, Lebensmittel seien zu teuer. "Dabei ist ja gerade der aktuelle Skandal ein Beweis für die Billigproduktion. Aber jeder Zweite erwartet Top-Qualität bei niedrigen Preisen", so der Experte. Immerhin 13 Prozent der Befragten sind der Ansicht, Lebensmittel seien in Österreich zu billig.

Regionalität profitiert

Allerdings könnte es auch Gewinner nach dem Skandal geben: die regionalen Produzenten. Das Thema werde gestärkt, so die Erkenntnis der Fachleute. 74 Prozent sagten, Regionalität bedeute Glaubwürdigkeit und werde immer wichtiger. Ein Drittel gab an, jetzt schon bewusst regional einzukaufen. Beutelmeyer: "Grundsätzlich ist ein Drittel der Konsumenten schon auf regionale Produkte getrimmt, beim Rest gibt es Potenzial dafür." 90 Prozent sagten, sie hätten eine hohe Bereitschaft, verstärkt Produkte aus ihrer Heimatregion zu kaufen. Der wichtigste Gradmesser für Qualität sei aber, so das Institut, die eigene Erfahrung.

Eine Abfuhr erhielten Gütesiegel; 48 Prozent meinen, es gebe bereits jetzt zu viele. Das AMA-Gütesiegel hat dafür einen sehr hohen Bekanntheitsgrad. Prinzipiell werden Lebensmittel aus Österreich als sicher eingestuft.

  • Druckbare Version anzeigen
  • E-Mail

Berlakovich im Interview

Dokumente fehlen

  • Laut Behördenangaben hatten Frankfurter Würstel einer Linzer Firma, die nach Russland geliefert worden waren, ebenfalls Pferdefleisch enthalten.

    Doch bisher sind laut Gesundheitsministerium noch keine Dokumente nach Österreich übermittelt worden. Eine Überprüfung der Produktproben in Österreich durch die Firma selbst ergab keinen Hinweis auf Pferdefleisch, die behördliche Analyse steht noch aus.

Mehr zum Thema

Kommentare

Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

» Kommentar erstellen

Wir weisen darauf hin, dass dieses Forum nicht moderiert wird. Als Nutzer stimmen Sie der Speicherung der von Ihnen angegebenen Daten (Stamm-, Verkehrsdaten, etc.) ausdrücklich zu. Bei der Erstellung von Kommentaren haben Nutzer rechtliche Bestimmungen (zB Privat-, Strafrecht), die Netiquette und Forenregeln einzuhalten. Beschimpfungen, Verspottungen, Belästigungen, Ehrbeleidigungen, etc. sind daher verboten! Beiträge, die diesen Bestimmungen zuwiderlaufen, werden bei Kenntnis gelöscht, Nutzer allenfalls gesperrt. Die angegebenen Daten werden an staatliche Stellen (zB Polizei, Gericht) bei Untersuchung von vom Nutzer verbreiteten Materialien, oder sonst vorgenommenen ungesetzlichen Aktivitäten, weitergegeben. Weiters werden angegebene Daten (Name, Postanschrift und E-Mail-Adresse, jedoch keine Handynummer) an sonstige Dritte bei Verletzung von Rechten oder sofern deren Rechtsverletzung nachvollziehbar behauptet wird (zB gem. § 18 Abs. 4 ECG), weitergegeben. Mit der Erstellung von Kommentaren stimmen Sie dem ausdrücklich zu und verzichten auf die Geltendmachung von jeglichen Ansprüchen. Siehe dazu auch unsere Forenregeln/Betriebsbedingungen in den AGB.

Apps für alle