24. November 2014, 09:22 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 23.03.2011 um 20:46 UhrKommentare

MAK: Peter Noever fristlos entlassen

Vor einem Monat hat das MAK-Kuratorium beschlossen, gegen den kurz davor zurückgetretenen Direktor Peter Noever Strafanzeige zu erstatten. Nun wurde Noevers Entlassung beschlossen.

Foto © APA

Genau ein Monat nach der letzten Kuratoriumssitzung des Wiener MAK, bei der beschlossen wurde, Strafanzeige gegen den unmittelbar davor zurückgetretenen Direktor Peter Noever zu erstatten, trat das Aufsichtsgremium des Museums für Angewandte Kunst am Mittwoch erneut zusammen. Dabei wurde u.a. ein vertiefender Prüfbericht von "PricewaterhouseCoopers" (PwC) behandelt, in dem die Schadenshöhe nach einer "vorläufigen groben Schätzung" auf rund 173.000 Euro beziffert wird.

Inkludiert sind dabei laut dem der APA vorliegenden Kurzbericht Rechnungen, die Lieferanten mit falschen Angaben versehen mussten, sowie Steuern und Zinsen. Eine einzige Feier in Los Angeles wurde "als privat veranlasst" eingestuft, während die Prüfer aus der Abrechnung der Reisen Noevers nach Los Angeles "keine ungerechtfertigten Diätenverrechnungen" erkennen konnten. Noever hatte anlässlich seines Rücktritts "tätige Reue" geübt, und soll einen Betrag von 220.000 Euro auf ein Treuhandkonto hinterlegt haben.

Entlassung beschlossen

Nach Informationen der APA hat die Staatsanwaltschaft kürzlich auf Basis der eingebrachten Anzeige ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Untreue eingeleitet. Über das weitere Vorgehen wird nach Vorliegen der Ergebnisse der polizeilichen Ermittlungen entschieden werden.

Das Kuratorium des MAK hat bei seiner Sitzung die Entlassung von Peter Noever aus dem Angestelltenverhältnis beschlossen. Auf APA-Nachfrage, ob dies, salopp gesprochen, "eine Fristlose" für den zurückgetretenen Direktor sei, antwortete Kuratoriumsvorsitzender Andreas Treichl in einem kurzen Pressegespräch nach der Sitzung: "Das ist, salopp gesprochen, eine Fristlose." Kulturministerin Claudia Schmied (S) hat den Beschluss bereits zur Kenntnis genommen und Treichl "ermächtigt, den Anstellungsvertrag mit Peter Noever unverzüglich aus wichtigem Grund mit sofortiger Wirkung aufzulösen", wie es in einer Aussendung hieß. Der Gehaltsanspruch Noevers endet damit, ein Abfertigungsanspruch besteht nicht.

Einerseits betonte Treichl in seinen Statements, der heutige erweiterte Prüfbericht habe Noever bei vielen, "ja bei fast allen Anschuldigungen" entlastet, wie sich etwa bei der Durchsicht der Unterlagen über Dienstreisen nach Los Angeles gezeigt habe, andererseits müsse er bei der Ausstellung falsch datierter Rechnungen zu Leistungen im Zusammenhang mit Geburtstagsfeiern seiner Mutter wohl involviert gewesen sein. Das Kuratorium treffe keine Versäumnis-Schuld, so Treichl: "Ich glaube, dass wir extrem korrekt vorgegangen sind. Wir haben so gehandelt, wie wir es tun mussten."

Das Kuratorium hat kein weitere Detailprüfung in Auftrag gegeben, zumal auch der Rechnungshof prüfen werde, so Treichl. "Für mich ist die Prüfung damit abgeschlossen." Weder dem MAK noch dem Steuerzahler sei Schaden entstanden, da Peter Noever als "tätige Reue" 220.000 Euro hinterlegt habe, wodurch die im heutigen Prüfbericht ausgewiesene Schadenssumme - mit Lohnsteuer und Verzugszinsen 173.000 Euro - abgedeckt sei.

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