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Zuletzt aktualisiert: 03.01.2013 um 16:26 UhrKommentare

Inder nun offiziell wegen Mordes angeklagt

In Neu Delhi sind nun fünf der mutmaßlichen Vergewaltiger einer jungen, mittlerweile verstorbenen Inderin angeklagt worden. In Indien wird Polizeidaten zufolge rund alle 20 Minuten eine Frau vergewaltigt.

Foto © AP

In Neu Delhi sind am Donnerstag fünf der mutmaßlichen Vergewaltiger der jungen Inderin angeklagt worden. Die Männer müssen sich unter anderem wegen Mordes, Entführung und Vergewaltigung verantworten, wie ein ermittelnder Polizeibeamter vor Gericht in Neu Delhi mitteilte. Sie sollen außerdem versucht haben, nach der Tat Beweismittel zu vernichten. Die Beschuldigten waren nicht im Gerichtssaal anwesend. Bei einer Verurteilung droht ihnen die Todesstrafe.

Unfassbare Tat

Die 23-Jährige war Mitte Dezember von mutmaßlich sechs Männern in einem Bus brutal vergewaltigt und schwer verletzt worden. Am vergangenen Samstag starb sie an den Folgen der Misshandlung. Einer der mutmaßlichen Täter soll minderjährig sein und könnte daher vor ein Jugendgericht kommen. Für die fünf nun Angeklagten wurde für diesen Samstag eine erneute Anhörung angesetzt.

Nach indischem Recht legt die Polizei der Justiz ihre Anklagepunkte zusammen mit Beweisen gegen die Beschuldigten vor. Der Vater hatte für die Täter den Tod durch den Strang gefordert. "Das ganze Land verlangt, dass diese Monster gehängt werden", sagte der Vater in seinem Heimatdorf Mandwara Kala im Bundesstaat Uttar Pradesh. "Ich denke genau so".

Eine Todesstrafe durch Erhängen wird in Indien nur sehr selten vollstreckt. Zum ersten Mal seit acht Jahren war dies im November geschehen, als der überlebende Attentäter der Anschläge im indischen Mumbai (Bombay) im Jahr 2008 mit dem Tode bestraft wurde.

Die Vergewaltigung der 23-Jährigen und ihr Tod hatten in Indien zu Massenprotesten gegen die Unterdrückung der Frauen geführt und weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Die Demonstranten warfen der Regierung vor, zu wenig gegen sexuelle Gewalt gegen Frauen zu tun. Frauenrechtlern zufolge werden in Indien Vergewaltigungen nur selten bestraft.

"Monströses Verbrechen"

Ministerpräsident Manmohan Singh war heftig dafür kritisiert worden, dass er sich lange nicht zu der Vergewaltigung geäußert hatte. Nach den Protesten hatte er dann aber zur Ruhe gemahnt und die Tat ein "monströses Verbrechen" genannt. In einer TV-Ansprache hatte er zudem versichert, der werde alles tun, um Schutz und Sicherheit für Frauen in Indien sicherzustellen.

In Indien wird Polizeidaten zufolge rund alle 20 Minuten eine Frau vergewaltigt.

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