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Zuletzt aktualisiert: 22.12.2012 um 18:30 UhrKommentare

"Gestern war ich arbeitslos, heute bin ich Millionär!"

Endlich ein Geldregen über dem Krisenland Spanien: Bei der legendären Weihnachtslotterie fiel der größte Batzen der Gewinnsumme auf ein Arbeiterviertel bei Madrid.

Foto © APA

Weihnachten beginnt in Spanien mit einem Millionenregen. Allein der "Gordo", der dicke Hauptpreis der spanischen Weihnachtslotterie, ließ am Samstag 720 Millionen Euro über dem Königreich niederregnen. Er fiel auf die Losnummer 76058. Das Beste daran: Der größte Batzen der Gewinnsumme ging über einem Arbeiterviertel in der Stadt Alcala de Henares in der Nähe von Madrid nieder.

Ein Segen für viele Menschen, die in der tiefen spanischen Wirtschaftskrise in Not geraten sind. "Gestern war ich arbeitslos, heute bin ich Millionär!", rief einer der Glücklichen. Vor dem Lottogeschäft in Alcala de Henares, das die Glücksnummer des Hauptgewinnes verkauft hatte, knallten die Sektkorken.

Etliche Gewinner waren mit ihrem Glückslos in der Hand zum Lottoverkäufer Javier Gutierrez gekommen. Sie umarmten ihn, tanzten auf der Straße. Gutierrez hatte im Arbeiterviertel Chorrillo rund zwei Drittel der mit dem "Gordo" bedachten Lose verkauft und so allein mehr als 500 Millionen Euro unters Volk gebracht. Unter den Gewinnern sind Dutzende Arbeitslose und Einwanderer. Spaniens "Gordo" macht jedes Jahr Hunderte Menschen reich. Denn jede Losnummer spaltet sich in 180 Serien und jede Serie noch einmal in zehn Zehntellose. Für jedes Zehntellos, das im Lottogeschäft 20 Euro kostet, locken 400.000 Euro Gewinn.

Keine Löhne ausbezahlt

Viele Lottospieler kaufen freilich gleich mehrere Zehntel und verteilen die Losscheine dann oftmals unter Angehörigen, Freunden und Kollegen. Auch die 25 Angestellten der Metallfirma Cametal hatten jeweils ein "Gordo"-Los erworben. Jeder von ihnen ist nun um 400.000 Euro reicher. Für sie ist der Gewinn ein besonderer Glücksfall, denn ihre Firma musste Konkurs anmelden und hat seit Sommer keine Löhne mehr gezahlt. "Jetzt sind unsere Sorgen erst einmal verflogen", sangen die Cametal-Arbeiter.

Als Glückspilz fühlte sich auch ein 30-jähriger rumänischer Einwanderer, der seit drei Jahren ohne Job ist und daher auch kein Arbeitslosengeld mehr bekommt. Er weinte, als er von seinem Riesengewinn erfuhr. "Das wird mein Leben ändern", sagte er bewegt, zuletzt habe er sich in einer "verzweifelten Situation" befunden. Die Arbeitslosenquote in Spanien liegt inzwischen bei 26 Prozent, entsprechend wächst die Armut - und die Hoffnung auf einen Lottogewinn.

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