23. November 2014, 15:58 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 22.12.2012 um 11:01 UhrKommentare

Und die Welt dreht sich immer noch

Die Interpretation des Maya-Kalender war offensichtlich falsch: Es ist am 22.12.2012 am Morgen hell geworden, die Zeitung lag vor der Tür, die Katze hatte Hunger - offensichtlich steht die Welt noch. Natürlich gibt es schon die nächsten Untergangstermine, bis dahin ist aber noch viel Zeit. Oder doch nicht?

Foto © Reuters

Der Tag war weitgehend ruhig verlaufen, doch am späten Freitagnachmittag änderte sich die Stimmung plötzlich: Ein führendes deutsches Nachrichtenmagazin meldete eine hereinbrechende apokalyptische Finsternis. Ausführliche Recherchen hatten jedoch bald ergeben, dass das unheimliche Phänomen der Dunkelheit nach Meinung mehrerer Experten nur eine "normale Entwicklung im Tagesverlauf" sei. Die Bevölkerung wurde allerdings dazu aufgerufen, Licht zu machen, Lampen einzuschalten.

Eher mit Humor als echter Angst vor einem Weltuntergang sind viele Menschen rund um den Globus in den 21. Dezember gestartet. Bei den Maya in Mexiko, nach deren Kalender am Freitag eine Zeitrechnung geendet hatte, überwog die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. In Dörfern wie Cuncunul im Süden Mexikos wurde der Beginn einer neuen Ära ausgiebig gefeiert. Der Weltuntergang fand - erstaunlicherweise - nicht statt.

Vor den archäologischen Stätten Mexikos wie Chichén Itzá, die während der Nacht geschlossen blieben, hielten zahlreiche Menschen eine Nachtwache. Sie warteten darauf, die aufgehende Sonne der neuen Zeit zu begrüßen.

In Ek Balam, wo die Maya-Pyramide der Unterwelt steht, versammelten sich rund 2000 Maya-Geistliche, um gemeinsam den Sonnenaufgang zu erleben. In Mérida, Hauptstadt des Bundesstaates Yucatán, wurde indes fröhlich auf den Straßen und in Bars gefeiert.

Das südfranzösische Dorf Bugarach überstand den vermeintlichen Weltuntergangstag auch unbeschadet. Seit einigen Jahren kursiert die Theorie, vom 1230 Meter hohen Pic de Bugarach würden Außerirdische am Tag der Apokalypse mit Raumschiffen ins rettende All starten.

In China nutzten Staatsmedien die Weltuntergangsstimmung und forderten noch mehr Zensur im Internet. Aber selbst "davon geht die Welt nicht unter . . .". Zarah Leander sei Dank!

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