17. Dezember 2014, 22:37 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 21.12.2012 um 21:05 UhrKommentare

Unendliche Trauer und nochmals gelockerte Waffengesetze

Viele US-Bürger haben der Opfer des Amoklaufs von Newtown gedacht. Während die Fahnen im Regen auf halbmast wehten, wurden zeitgleich Waffengesetze nochmals gelockert. Präsident Obama rief indes die Befürworter schärferer Waffengesetze auf, den Druck auf die Abgeordneten aufrechterhalten.

Foto © APA

Eine Woche nach dem Massaker an einer Grundschule hat US-Präsident Barack Obama den Befürwortern eines strengeren Waffenrechts den Rücken gestärkt. Sie dürften in ihrem Kampf für schärfere Kontrollen nicht nachlassen, sagte Obama in einer Video-Botschaft an mehrere Hunderttausend US-Bürger, die eine entsprechende Petition auf der Internetseite des Weißen Hauses unterzeichnet hatten. Die mächtige Waffenlobby, die bisher jeden Anlauf für schärfere Regeln verhindert hat, schlug bewaffnete Wachen an Schulen vor. Viele Amerikaner gedachten am Freitag mit einer Schweigeminute der 27 Opfer des Massakers. An vielen Orten der Ostküste läuteten Kirchenglocken.

Die Tragödie löste eine landesweite Debatte über eine Reform des vergleichsweise liberalen Schusswaffenrechts der USA aus, die jahrelang am Widerstand vieler Amerikaner gescheitert war. Die unter Druck geratene Waffenlobby machte nun Medien und sogenannte Ballerspiele für die Tat mitverantwortlich. Für Sicherheit an den Schulen müssten bewaffnete Polizisten sorgen. "Das einzige, was einen schlechten Menschen mit einer Waffe stoppt, ist ein guter Mensch mit einer Waffe", sagte der Vizepräsident der National Rifle Association (NRA), Wayne LaPierre.

Bei dem Presseauftritt, wo Journalisten keine Fragen stellen durften, kam es zu einem Zwischenfall. Ein Mann hielt ein Spruchband mit den Worten "Die NRA tötet unsere Kinder" vor den Sprecher. Andere Demonstranten riefen: "Die NRA hat Blut an den Händen... Stoppt jetzt den Verkauf von Sturmgewehren."

"Es reicht"

Obama rief indes die Befürworter schärferer Waffengesetze auf, den Druck auf die Abgeordneten aufrechterhalten. "Rufen Sie Ihre Kongressvertreter so oft wie nötig an, bekennen Sie Farbe und sagen Sie im Namen unser aller Kinder: 'Es reicht'." Der Präsident will den Kongress dazu bewegen, den Verkauf von Sturmgewehren zu verbieten sowie den bisher weitgehend unkontrollierten Handel mit Waffen auf einschlägigen Messen strenger zu kontrollieren. Obamas Regierungsmannschaft soll die Reformvorschläge noch im Januar vorlegen.

In Newtown gedachten die Menschen der Opfer des Blutbads. Während die Fahnen im Regen auf halbmast wehten, schlugen Kirchenglocken langsam 26 Mal - für jedes Opfer in der Schule einmal. Viele Bundesstaaten hatten sich dem Vorschlag Connecticuts angeschlossen und auch um eine Schweigeminute um 9.30 Uhr (Ortszeit) gebeten - der Zeit, in der die ersten Kinder getötet wurden.

Der große Bundesstaat Ohio lockerte unterdessen seine Vorschriften zum Tragen von Schusswaffen. So werden Waffenbesitzer dort künftig nur noch beim Erwerb einer Lizenz geprüft, nicht mehr bei deren Verlängerung. Außerdem dürfen Waffen verdeckt an mehr Plätzen getragen werden - selbst in der Garage des regionalen Parlaments in der Hauptstadt Columbus. Die Gesetzesänderung war lange vor dem Amoklauf in Gang gesetzt worden.

Am Freitag der vergangenen Woche hatte der Amokläufer Adam Lanza zunächst seine Mutter erschossen, bevor er in die Volksschule eindrang. Dort tötete er sechs Frauen und 20 Kinder. Die ältesten Schüler waren gerade sieben, der jüngste war drei Wochen zuvor sechs geworden. Als die Polizei anrückte, erschoss sich der Täter.

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