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Zuletzt aktualisiert: 20.12.2012 um 19:41 UhrKommentare

Apokalyptische Geschäfte

Freitag soll die Welt untergehen. Hinweise dafür sollen sich im Kalender der Maya verbergen. Obwohl das wissenschaftlich gesehen falsch ist, brummt das Geschäft mit dem Untergang.

Foto © APA

Jetzt ist schon wieder nix passiert. Freitag soll - einmal mehr - die Welt untergehen. Die Geschichte der Welt ist gewissermaßen auch eine Geschichte des Weltuntergangs. Der Grund, warum es Freitag so weit sein soll, liegt angeblich im astronomischen Kalendersystem der alten Maya. Beziehungsweise in einer Fehlinterpretation desselben. Am 21. Dezember endet, nach Maya-Zeitrechnung, der sogenannte dreizehnte Vierhundertjahreszyklus (siehe rechts). Was, befeuert von esoterischen Kreisen und Sekten, zur falschen Annahme geführt hat, dass der Maya-Kalender damit zu Ende geht. Fazit: Wenn der Maya-Kalender endet, muss es wohl auch mit der Welt zu Ende gehen.

Da nützen auch die zahlreichen Wissenschaftler nichts, die seit Jahren gebetsmühlenartig wiederholen, dass der Maya-Kalender keineswegs zu Ende geht, sondern ganz einfach ein neuer Kalender-Zyklus beginnt. Vergleichbar etwa mit unserem Jahrtausendwechsel. Das angebliche Ende ist also eigentlich ein Anfang.

Dem Hype rund um das heutige Datum tut das keinen Abbruch. Eifrig wird vor allem in Internet-Foren darüber debattiert, wie die Welt denn untergehen könnte. Ein Asteroid? Eine Planeten-Kollision? Ein Erdbeben? Eine gewaltige Flut, ein gigantischer Vulkanausbruch? Oder alles zusammen? Astronomen geben jedenfalls Entwarnung.

"Mulmiges Gefühl"

Ganz spurlos gehen die Diskussionen rund um den angeblichen Weltuntergang dann aber doch nicht an den Menschen vorüber. Laut einer aktuellen Market-Umfrage haben immerhin fünf Prozent der Österreicher "ein gewisses mulmiges Gefühl" vor dem heutigen Datum. In Frankreich musste gar ein ganzes Dorf gesperrt werden, weil Esoteriker einem dort emporragenden Berg magische Kräfte zuschreiben und daher Zuflucht suchen (siehe unten). Die US-Weltraumbehörde Nasa hat nach eigenen Angaben Tausende Briefe von besorgten US-Bürgern erhalten und hat daher eigens Aufklärungsvideos gestaltet und auf das Internet-Portal Youtube gestellt.

In Büchern, Filmen, aber auch in der Fernsehwerbung hat sich das Thema Weltuntergang in den vergangenen Monaten einen Fixplatz erobert. Die Endzeit ist eben ein zeitloses Geschäft. Vom Autohersteller über die Brauerei bis hin zum Deo-Produzenten und Elektronikmarkt - sie alle haben vorübergehend ihre Werbelinie auf Untergang getrimmt.

Wer beim Online-Versandhändler Amazon das Stichwort "Weltuntergang" eintippt, kann immerhin zwischen knapp 1100 Produkten auswählen. T-Shirts, Soundtracks, Filme, Kalender, das Sortiment ist beträchtlich. Für die Optimisten gibt's auch schon Bekleidung mit dem Aufdruck "Überlebender der Maya Apokalypse".

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Chronologie der Prophezeiungen

Weltweit

  • Festnahmen in China.

    In China sind fast tausend Mitglieder einer Sekte festgenommen worden, die für Freitag den Weltuntergang erwartet. Die Sekte soll dazu aufgerufen haben, in einer "Entscheidungsschlacht" den "roten Drachen" des Kommunismus zu erschlagen.

    Das tanzende Pferd

    Verschwörungstheoretikern zufolge soll der südkoreanische Rapper Psy (Gangnam Style) das Ende verkünden. Sie beziehen sich dabei auf ein -nicht ganz korrektes - Nostradamus-Zitat: "Vom stillen Morgen wird das Ende mit einem tanzenden Pferd kommen."

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