23. November 2014, 02:14 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 14.10.2012 um 19:33 UhrKommentare

Costa-Concordia-Kapitän erstmals vor Gericht

Foto © APA

Im italienischen Grosseto sind umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen für Francesco Schettino, den Kapitän des vor neun Monaten gekenterten Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia", getroffen worden. Er nimmt am Montag an einem Beweissicherungstermin in der toskanischen Stadt teil. Der 52-Jährige, dem wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung 15 Jahre Haft pro Todesopfer drohen, steht erstmals vor Gericht.

Schettino wird zwar nicht aussagen dürfen, darf jedoch seinen Rechtsanwälten Hinweise geben, damit sie sich in die Debatte um die Ergebnisse eines 270-seitigen Gutachtens von Experten zur Situation an Bord des Schiffes einschalten. Mindestens drei Tage wird Schettino in Grosseto verbringen. Die Beweissicherung wird etwa acht Tage dauern.

Dutzende von Rechtsanwälten und Sachverständigen, Passagieren und Familienangehörigen der Opfer werden in Grosseto erwartet. Auch diesmal findet der Beweissicherungstermin wegen des großen Menschenandrangs nicht im Justizpalast Grossetos, sondern im städtischen Theater statt.

Auch der österreichische Vizepräsident der Costa Concordia-Betreiberfirma Costa Crociere, gegen den wegen des Verdachts der Beihilfe zur fahrlässigen Tötung ermittelt wird, wird nach Angaben seiner Mailänder Rechtsanwältin Manuela Cigna an dem Termin teilnehmen. "Er hat den Wunsch geäußert, dabei zu sein", sagte Cigna im Gespräch mit der APA. Die ermittelnden Staatsanwälte werfen dem Oberösterreicher Mängel bei der Koordinierung der Rettungsaktion an Bord des Schiffes vor.

Beim Unglück vor der italienischen Insel Giglio am 13. Jänner war die Costa Concordia mit 4.200 Passagieren und Crew-Mitgliedern an Bord gekentert, darunter 77 Österreichern. Mindestens 30 Menschen starben. Zwei werden noch vermisst.

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