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Zuletzt aktualisiert: 02.09.2012 um 22:01 UhrKommentare

Gründer der südkoreanischen Moon-Sekte gestorben

Der selbst ernannte Messias und Gründer der "Vereinigungskirche" starb im Alter von 92 Jahren. Sun Myung Moon hatte die Sekte 1954 in Südkorea gegründet. Bekannt wurde die Bewegung vor allem durch ihre Massentrauungen.

Foto © Reuters

Der südkoreanische Sektenführer Sun Myung Moon (Mun) ist tot. Wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap und der US-Nachrichtensender CNN meldeten, starb Moon Montag früh (Ortszeit/Sonntagabend MESZ) im Alter von 92 Jahren in Südkorea. Moon (Mun) war Mitte August nach einer Lungenentzündung bewusstlos in ein Krankenhaus in der Hauptstadt Seoul eingeliefert worden. Bereits am Freitag hatte die Sekte angedeutet, dass ihr Anführer bald sterben würde.

Sektenführer wurde zum Milliardär

Die 1954 gegründete Sekte, die mit ihren Massentrauungen für Aufsehen sorgt, ist in rund 200 Staaten aktiv. Ihr Gründer wurde durch weit verzweigte Wirtschaftsaktivitäten der Organisation zum Milliardär. Im April 2008 hatte Moons Sohn Hyung-jin offiziell die Nachfolge seines Vaters als Sektenführer angetreten. Die "Vereinigungskirche" verfügt über ein Wirtschaftsimperium, das unter anderem eine Reihe von Zeitungen, die Getränkefabriken "Ilhwa" sowie südkoreanische Rüstungsunternehmen umfasst. Ihre Mitgliederzahl liegt nach verschiedenen Angaben zwischen 500.000 und drei Millionen. In den USA, seiner Wahlheimat, verbüßte Moon eine 1983 verhängte achtzehnmonatige Haftstrafe wegen Steuerbetrugs.

Moon hat nach eigener Darstellung von Jesus Christus den Auftrag erhalten, als neuer "Messias" die vor 2000 Jahren begonnene Mission des Christentums zu vollenden. An der Spitze der Sekte stehen Moon und seine Frau als "die Wahren Eltern". Lehrgrundlagen der "Vereinigungskirche" sind die Offenbarungen Moons, die christliches Gedankengut mit Elementen fernöstlicher Religiosität verbinden. Der Kommunismus wird von den Moonisten als "widergöttliche Macht" und "Hauptfeind der Menschheit" bekämpft. Moon stammt aus Nordkorea. Von 1948 bis zu seiner Befreiung durch US-Streitkräfte 1950 war er unter anderem wegen Bigamie in einem kommunistischen Arbeitslager interniert. 1991 reiste er nach Pjöngjang und wurde vom damaligen Staats- und Parteichef Kim Il Sung empfangen.

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