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Neurowissenschafter Miesenböck erhält Latour-Preis

Foto © APA

Der österreichische Neurowissenschafter Gero Miesenböck erhält am Donnerstag in Brüssel den wichtigsten belgischen Wissenschaftspreis, den Gesundheitspreis aus dem Inbev-Baillet Latour Fonds. Die mit 250.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde dem in Oxford tätigen Miesenböck für seine Errungenschaften in der Optogenetik zuerkannt.

"Es freut mich schon sehr, dass damit meine grundlegenden Arbeiten gewürdigt werden", so Miesenböck im Gespräch der APA. Denn dieser Methode - dem Ein- und Ausschalten von genetisch veränderten Zellen durch Licht - dürfte noch manche höhere Auszeichnung winken. Und wer welche Rolle in der Geschichte einer Entwicklung gespielt hat, ist nicht immer unumstritten.

Miesenböck hat den "genetischen Lichtschalter" der Nervenzellen während seiner Tätigkeit an der Yale University entdeckt. 2007 wurde er dann auf den renommierten Waynflete-Lehrstuhl in Oxford berufen, wo am kommenden Montag das von ihm aufgebaute "Institut für Neuronale Schaltkreise und Verhalten" eröffnet wird.

"Wir widmen uns der Erforschung von Schaltkreisen mit dem Fokus auf die Fliege. Wir glaube, dass das Nervensystem nicht eine Unzahl verschiedener Verdrahtungssysteme enthält, sondern dass bestimmte Prinzipien wiederkehren", erklärt er. "Es muss fundamentale Schaltkreise geben, die Signale verstärken, vergleichen, subtrahieren können. Wenn man irgend so einen Schaltkreis detailliert versteht, dann hat man etwas grundsätzliches gelernt."

Der Latour Preis für Gesundheit wird allerdings nicht nur für Grundlagenforschung, sondern vor allem für die Anwendbarkeit in der medizinischen Forschung vergeben. Gerade in diesem Zusammenhang bleibe er aber Advokat der Grundlagenforschung, betont Miesenböck.

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