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Zuletzt aktualisiert: 20.01.2012 um 18:36 UhrKommentare

"Habe meine Pflicht getan"

Francesco Schettino, der Kapitän der havarierten "Costa Concordia", will für seine Fehler die Verantwortung übernehmen. Doch zuerst müsse man überhaupt klären, welche Fehler er denn gemacht habe, so der Italiener.

Foto © AP

Nach dem Kreuzfahrtschiff-Unglück vor der Küste der Toskana hat der Kapitän der "Costa Concordia" versichert, dass er alles unternommen habe, um die Passagiere und die Besatzungsmitglieder in Sicherheit zu bringen. "Wenn ich einen Fehler gemacht habe, bin ich bereit, dafür die Verantwortung zu übernehmen. Man muss aber zuerst klären, welchen Fehler ich gemacht habe", wurde der unter Hausarrest stehende Francesco Schettino von seinem Rechtsanwalt Bruno Leporatti zitiert. Der Rechtsanwalt des Kapitäns forderte die Entlassung seines Mandanten aus dem Hausarrest in seinem Heimatort Meta di Sorrento südlich von Neapel. Es bestehe keine Fluchtgefahr, sein Mandant habe außerdem keine Möglichkeit, für die Ermittlungen wichtiges Beweismaterial zu unterschlagen, berichtete der Anwalt.

Resultate vom Drogentest noch ausständig

Schettino bestritt, dass sich die junge Moldawierin Domnica Cemortan mit ihm auf der Kommandobrücke befand, als es zur Havarie kam. Er habe auch nicht zu viel getrunken, wie einige Besatzungsmitglieder berichteten. Schettino war vor einigen Tagen einem Drogen- und Alkoholtest unterzogen worden, deren Resultate noch nicht bekanntgegeben wurden. Ein Besatzungsmitglied behauptete, dass der Kapitän vor der Havarie beim Abendessen mit der blonden Moldawierin viel getrunken habe. Diese bestritt diese Aussagen vehement. "An Bord gibt es überall Videoanlagen. Es ist für Besatzungsmitglieder streng verboten, im Dienst zu trinken", sagte sie.

Domnica Cemortan bestritt auch, dass sie die Geliebte des Kapitäns sei, wie italienische Medien spekulieren. Die Frau sagte, Hostess der Reederei Costa Crociere gewesen zu sein. Sie habe auf der "Costa Concordia" Urlaub machen wollen. Sie sei bei Schettino gewesen, um seine Anweisungen russischen Passagieren zu übersetzen. Er sei ein "Held", der alles getan habe, was möglich gewesen sei. Sie sei bereit, für ihn vor den ermittelnden Staatsanwälten auszusagen.

Suche nach 22 Vermissten

Inzwischen werden noch 22 Vermisste gesucht. Die Suchaktion wurde am Freitag mit Hilfe eines Unterwasser-Roboters fortgesetzt. Die Angehörigen der Vermissten versammelten sich am Freitag in der kleinen Kirche der Insel Giglio für eine Gebetswache. Elf Todesopfer wurden bisher gemeldet, acht davon konnten identifiziert werden.

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