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Zuletzt aktualisiert: 09.01.2012 um 18:25 UhrKommentare

Schneesituation entspannt sich leicht

Der Westen Österreichs kämpft weiter gegen die Schneemassen - in Tirol und Vorarlberg hat es so viel geschneit wie schon lange nicht. Straßenverbindung zwischen den westlichsten Bundesländern konnte am Montag wiederhergestellt werden.

Foto © AP

Der Westen Österreichs kämpft gegen die Schneemassen - in Tirol und Vorarlberg hat es in den vergangenen Tagen so viel geschneit wie schon seit Jahren nicht mehr. "An einigen unserer Wetterstationen wurde in den letzten rund 30 Jahren nicht mehr so viel Schnee im Jänner gemessen", erklärte Manfred Bauer von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Innsbruck. Das Ende des Schneefalls erwarten die Meteorologen für Dienstag.

Schneewerte im Rekordbereich

Die Neuschnee-Menge der vergangenen Tage (5. bis 9. Jänner in der Früh) ist für die Experten sehr ungewöhnlich. "Grob kann man sagen, dass solche Neuschnee-Summen in vier Tagen am Arlberg alle fünf bis zehn Jahre vorkommen", so Bauer. In einigen Regionen, wie zum Beispiel in Nauders, schneie es im Schnitt überhaupt nur alle 20 bis 25 Jahre so viel. Die Gemeinde im Bezirk Landeck verzeichnete in den vergangenen vier Tagen eine Neuschnee-Summe von 120 Zentimeter.

In Hochfilzen im Bezirk Kitzbühel erreichte die frische, weiße Pracht eine Dicke von 216 Zentimeter, das kam seit Beginn der Messungen im Jahr 2001 noch nie vor. In Langen am Arlberg betrug die Neuschnee-Summe von 5. bis 9. Jänner in der Früh insgesamt 177 Zentimeter. Größere Mengen gab es seit Beginn der Messungen im Jahr 1926 insgesamt neunmal. Ähnliche Schneemassen wurden im Jahr 1999 mit 178 Zentimeter verzeichnet.

Vorarlberger Orte wieder frei

Die eingeschneiten Vorarlberger Arlberg-Orte Lech, Zürs, Stuben und Klösterle waren indes am Montagnachmittag wieder auf dem Straßenweg erreichbar. Sowohl die Arlbergstraße (L197) als auch die Lechtalstraße (L198) konnten in den dafür notwendigen Abschnitten geräumt und um 15.30 Uhr für den Verkehr freigegeben werden, erklärte Lechs Bürgermeister Ludwig Muxel auf Anfrage der Austria Presse Agentur. Muxel hatte sich bereits zu Mittag optimistisch gezeigt, dass die Sperren noch am Montag aufgehoben werden würden. In Vorarlberg blieb damit vorerst einzig Gargellen im Montafon von der Umwelt abgeschnitten. In Gargellen wird Dienstag früh erneut über die Situation befunden.

Zwei Hubschrauber des Bundesheeres hatten den Schnee von den umgedrückten Bäumen auf der Arlberg-Schnellstraße aufgewirbelt, im Anschluss war die Räumung der S16 möglich. Dadurch war dann auch die Zufahrt zum Arlbergtunnel wieder gewährleistet. Eine erste Entwarnung gab es auch im Montafon. Nach der Absprengung von Lawinen war die Silvrettastraße (L188) nach 11.00 Uhr wieder befahrbar. Damit war das Hochmontafon - die Ortschaften St. Gallenkirch, Gaschurn und Partenen - wieder zugänglich.

In Tirol gab es zahlreiche Straßensperren, auch Bahnverbindungen waren unterbrochen. Neben der Arlbergbahn waren das laut ÖBB die Brixentalbahn zwischen Wörgl und Saalfelden, die Karwendelbahn zwischen Innsbruck und Scharnitz und die Außerfernbahn zwischen Reutte und Garmisch. Wegen Lawinengefahr und umgestürzter Bäume gesperrt waren unter anderem die Seefelder Straße (B177) zwischen Zirl und Scharnitz, die Loferer Straße (B178) zwischen Steinpass und Wörgl, und die Tannheimer Straße (B199) zwischen Weißenbach am Lech und Oberjoch. Nach wie vor waren unter anderem das Hintere Paznauntal ab Kappl oder Seitentäler des Lechtales nicht erreichbar.

Suche nach vermisstem 15-Jährigen abgebrochen

Suche nach einem im Skigebiet Axamer Lizum im Tiroler Bezirk Innsbruck-Land vermissten 15-Jährigen ist am Montag erneut erfolglos abgebrochen worden. Der Einsatz soll laut Bergrettung morgen, Dienstag, früh fortgesetzt werden. Rund 60 Mann, darunter ein Lawineneinsatzzug des Bundesheeres, hatten das Gebiet durchkämmt, indem der 15-Jährige vermutet wurde. Zudem absolvierten zwei Hubschrauber vorübergehend Suchflüge. "Die Hubschrauber mussten ihren Einsatz aber wegen der schlechten Sicht wieder abbrechen", schilderte ein Bergretter der APA. Zuvor konnte aber die Besatzung eines Helikopters bei einem Flug eine Lawine ausmachen, die vor zwei bis drei Tagen abgegangen sein dürfte. Diese soll am Dienstag sondiert werden.

Auch das Bundesland Salzburg hatte mit den enormen Schneemassen zu kämpfen. Die schneebedingten Straßensperren im Pinzgau waren am Montagnachmittag weiterhin aufrecht. Schwerpunkt der Aufräumarbeiten war Taxenbach, wo durch die Schneelast Dutzende Bäume auf die Pinzgauer Bundesstraße gestürzt waren. Die Arbeiten sollten mindestens bis 20.00 Uhr dauern. Einschränkungen gab es weiterhin im Bahnverkehr. Die Westbahn war zwischen Wörgl und Saalfelden unterbrochen, die ÖBB richteten einen Schienenersatzverkehr ein. Auch die Strecke zwischen Bischofshofen und Radstadt im Pongau war noch blockiert. Und zwischen Lend und Taxenbach war nur eingleisiger Betrieb möglich.

Zu Problemen kam es auch bei der Stromversorgung, weil immer wieder Bäume unter der Schneelast auf Leitungen fielen. Die Gemeinde Mühlbach am Hochkönig war am Vormittag drei Stunden nicht am Netz, weil beide Anbindungen gleichzeitig ausgefallen waren. Und seit etwa 13.30 Uhr war halb Leogang ohne Strom, der gesamte Lungau wiederum wurde von der Kelag aus Kärnten versorgt.

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