Karl BlechaLetzter Minister der Kreisky-Ära verlässt mit 85 Jahren die Politik

Karl Blecha, Ex-SPÖ-Innenminister und in den 1970er Jahren Wahlkampfleiter für Bruno Kreisky, gab heute den Vorsitz des Pensionistenverbandes an Peter Kostelka ab. Er war 19 Jahre SPÖ-Pensionistenchef.

VERBANDSTAG PENSIONISTENVERBAND OeSTERREICHS (PVOe): BLECHA
Karl Blecha © APA/HERBERT-PFARRHOFER
 

Der SPÖ-Pensionistenverband (PVÖ) hat am Montag seinen langjährigen Präsidenten Karl Blecha feierlich verabschiedet. "Ich scheide mit sehr viel Wehmut heute aus dieser Funktion", sagte Blecha in seiner Abschiedsrede beim PVÖ-Verbandstag in Wien. Vor der Wahl von Blechas Nachfolger Peter Kostelka am Nachmittag würdigte auch SP-Vorsitzender Christian Kern den scheidenden Präsidenten: "Danke, lieber Charly".

Blecha, der exakt am Montag auch seinen 85. Geburtstag feierte, war erstmals am 17. März 1999 als PVÖ-Präsident gewählt worden. Nach mehr als 19 Jahren kandidiert er nun nicht mehr für eine weitere vierjährige Amtsperiode. Er gehe deshalb mit "viel Wehmut", weil die fast zwei Jahrzehnte "neben den Jahren mit Bruno Kreisky die schönste politische Zeit war, die ich in meinem Leben gefunden habe", so der Ex-Minister vor den mehr als 350 Delegierten.

Besonders stolz zeigte sich Blecha darüber, dass der Pensionistenverband als Interessenvertretung mittlerweile eine Position erreicht habe, die es ermögliche, auf politischer Ebene "auf Augenhöhe" verhandeln zu können. So verwies er beispielsweise darauf, dass auf Druck der Seniorenvertreter die jährliche Pensionsanpassung gesetzlich festgeschrieben wurde. Als jüngsten Erfolg strich er die Abschaffung des Pflegeregresses hervor.

Gegen Pflegeversicherung

In diesem Bereich pochte Blecha am Montag auf weitere Schritte, etwa eine gänzliche Abschaffung des Ehegattenregresses. Außerdem müssten österreichweit einheitliche Pflege-Standards eingeführt werden. Einer - vor allem von ÖVP und FPÖ immer wieder ins Auge gefassten - Finanzierung über eine Pflegeversicherung erteilte Blecha eine Absage: Der Pflegebereich müsse aus Steuermitteln finanziert werden.

Christian Kern bezeichnete Blecha als "großes Vorbild für uns Jüngere". Ex-Bundespräsident Heinz Fischer habe Blecha einst "Homo Politicus" genannt - Blecha sei also "ein politisches Urviech, wenn ich das übersetzen darf", so der SP-Chef. "Wir stehen auf deinen Schultern, auf den Schultern eines wahrhaften Riesen."

Höchsterfreut zeigte sich Kern über den designierten Blecha-Nachfolger Kostelka. Kostelka gilt als politischer Ziehvater des heutigen SP-Chefs - Kern diente dem ehemaligen SP-Klubobmann in jungen Jahren als dessen Pressesprecher. "Der Umstand, dass ich heute hier stehen darf, hat auch sehr viel mit dir zu tun", sagte Kern in Richtung des künftigen SP-Pensionistenchefs. Die Wahl Kostelkas als Blecha-Nachfolger war für den frühen Nachmittag angesetzt.

Ehemaliger SPÖ-Vizeparteichef

Blecha war 1975 bis 1981 Zentralsekretär der SPÖ, 1979 und 1983 Wahlkampfleiter und ab 1981 stellvertretender Parteivorsitzender. 1983 wurde er Bundesminister für Inneres, gehörte den Koalitionsregierungen Sinowatz/Steger, Vranitzky/Steger, Vranitzky/Riegler und Vranitzky/ Mock an und trat 1989 zurück.

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wischi_waschi
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Blecha

Für mich immer noch sehr Eigenartig , das er trotz Verurteilung
so lange im Amt war?
Für die Jugend sicher kein Vorbild!!!!!!!!

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schneealpe
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rechtskräftig

zu 9 Monaten bedingter Haft verurteilt, als Innenminister sprechen für sich !
Lucona mit 6 Toten Matrosen ebenso...
siehe Wiki...

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wischi_waschi
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Matrosen

Man hat nie was von den Familien der toten Matrosen gehört.
Ja, ja so sind halt unsere Medien.

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schneealpe
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mit

diese Vita ein " großes " (?) Vorbild für die Jungen lt. oben ...
wenn das die Zukunft ist , dann sollten alle Alarmglocken läuten !

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arsen
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Ciao, aber ".... "großes Vorbild für uns Jüngere" sind

sie sicher nicht - siehe Lucona ! Oder schon vergessen ??

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Hiasenbichler
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Na Danke

Ein Vorbild für die Jungen?Alles schon vergessen,Lucona,Club 45,Noricum,die eigenen Justizprobleme,wirklich schon alles vergessen?Blecha ist einer der Gründe warum die SPÖ heute so desaströs daliegt.

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