Minister antwortet auf KritikKritisierte Deutschförderklassen werden "nachjustiert"

Bildungsminister Minister Heinz Faßmann gibt Neues zu Deutschklassen bekannt. Wachsender Widerstand von Politik, Lehrern und Direktoren.

Bildungsminister Faßmann
Bildungsminister Faßmann © APA/Georg Hochmuth
 

Ein Klassen-Kampf ist entbrannt. Die Pläne von Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) zu Deutschförderklassen stoßen auf immer mehr Widerstand. Sprachwissenschaftler, Direktoren, die Gewerkschaft der Pflichtschullehrer und die Opposition kritisieren Faßmanns Konzept.
Die Klassen sollen ab kommendem Schuljahr Kinder besuchen, die nicht gut genug Deutsch sprechen, um dem Unterricht folgen zu können. 15 Stunden die Woche müssen betroffene Volksschüler künftig die Förderklasse besuchen. Bei den Schülern der Neuen Mittelschule und der AHS-Unterstufe sind es 20 Wochenstunden.

„Das Konzept wird nachjustiert werden“, sagt Ministeriumssprecherin Martha Brinek. Der Schulleitung wird jetzt „mehr Flexibilität“ zugesprochen als bisher vorgesehen. Die Förderklassen sollen die Direktoren künftig etwa „schulstufenübergreifend“ bilden können, sagt Brinek. Außerdem muss nun erst eine Förderklasse gebildet werden, wenn es in der Schule acht Schüler mit schweren Deutschmängeln gibt. Die ursprüngliche Grenze lag bei sechs Schülern.

Förderklassen kommen ab kommendem Schuljahr

Diese Änderungen werden die Kritiker aber wohl kaum verstummen lassen. Die Gewerkschaft der Pflichtschullehrer will etwa, dass der Start der Klassen um ein Schuljahr verschoben wird, da „personelle, infrastrukturelle und ressourcenmäßige Details nicht geklärt sind“. Einen Aufschub werde es nicht geben, stellt Brinek klar: „Die Förderklassen kommen wie geplant verpflichtend im Schuljahr 2018/19.“ Auch dass es zu wenige Lehrer und Räume für die Deutschklassen gäbe, kann man im Ministerium nicht nachvollziehen. Die budgetierten Mittel würden ausreichen. 400 zusätzliche Planstellen stelle der Bund zur Verfügung.

Nach Kritik: Faßmann präsentierte Änderungen bei Deutschförderklassen

Die kritischen Stimmen habe Faßmann aber gehört und aufgenommen, sagt seine Sprecherin: „Der Minister hat sich lernfreudig gezeigt.“

Kommentare (2)

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Patriot
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Weil der Herr Minister Faßmann gegen seine eigene Überzeugung

das durchdrücken muss, wird nichts G'scheits draus. Die Deutsch-Förderklassen, die mit viel zu geringen Mitteln (Anzahl der zusätzlichen Lehrer/innen, fehlende Räumlichkeiten) ausgestattet werden, können so nicht gelingen!

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Geerdeter Steirer
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6
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Wie schon sehr oft bei unserer jetzigen Regierung,

es werden große Töne gespuckt bevor die Machbarkeit, die Recourcen, die Mittel dazu abgeschätzt und evaluiert geworden sind, das dies ein Schuß ins Ofenrohr oder ein Rohrkrepierer wird ist vorprogrammiert, was dazu noch uneffizient dann nebenbei Geld verbraten wird ohne eine richtige Wirkung und ein Ergebnis zu erlangen bleibt mal wieder dahingestellt.
Die Zeltfesttruppe und der Kommödiantenstadl in Reinkultur, wennst das als Privater machst kriegst nicht mal beim AMS mehr ein Geld, da wirst dann zum Strassensandler degradiert!

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