HomosexualitätKardinal Schönborn weist Bischof Laun in die Schranken

Der Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, kritisierte die Äußerungen des Salzburger Weihbischofs Andreas Laun über die Segnung Homosexueller scharf. "So zu reden ist inakzeptabel", sagte Schönborn.

Weihbischof Laun, Kardinal Schönborn
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Kardinal Christoph Schönborn und der Salzburger Erzbischof Franz Lackner haben am Dienstag Aussagen des emeritierten Salzburger Weihbischofs Andreas Laun über kirchliche Segnungen homosexueller Partnerschaften scharf kritisiert. Laun entschuldigte sich unterdessen bei Homosexuellen, berichtete die Kathpress am Dienstag.

Salzburgs Ex-Weihbischof hatte in einem Online-Beitrag des katholischen Nachrichtendienstes erklärt, "man kann eine homosexuelle Verbindung nicht segnen". Den Segen Gottes könne man für Sünder, aber nicht für die Sünde erbitten. "Also könnte man kein Bordell einweihen, kein KZ oder Waffen segnen, die nicht ausschließlich zur Jagd oder zur legitimen Verteidigung bestimmt sind", so Laun.

"Diese Dinge sind nicht vergleichbar"

Kardinal Schönborn und Erzbischof Lackner kritisierten diese Aussagen am Dienstag gegenüber der Kathpress und erklärten: Es gehe "jedenfalls nicht an, den Wert gleichgeschlechtlicher Beziehungen in einem Atemzug mit der Mafia oder KZs zu nennen, wie dies leider gerade geschehen ist". "Diese Dinge sind nicht vergleichbar. So zu reden ist inakzeptabel", betonte Schönborn.

Launs Äußerungen "machen betroffen", hielt auch Lackner fest: "Wortwahl und Vergleich sind gänzlich unangemessen." Es sei unverständlich, wie man systematische Verbrechen gegen die Menschheit in irgendeiner Weise in Zusammenhang mit gleichgeschlechtlichen Lebensformen bringen kann. Lackner habe mit Laun gesprochen und dieser habe ihm versichert, die Menschen nicht verletzen zu wollen.

Laun entschuldigte sich bei LGBT-Community

Der emeritierte Weihbischof entschuldigte sich dann in einer an die LGBT-Community gerichteten Stellungnahme und erklärte, dass es ihm um eine innerkirchliche Kontroverse gegangen sei. Um zu zeigen, dass die Kirche grundsätzlich alle Menschen, "Heilige und Sünder, aber niemals die Sünde selbst oder Einrichtungen, die ihr dienen" segne, habe er "einige drastische Beispiele" genannt. Laun erklärte weiters, er missachte keinen Menschen, der homosexuelle Neigungen habe. Er würde sonst posthum einem mittlerweile verstorbenen Jugendfreund Unrecht tun, meinte Laun.

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Danke für Ihr Verständnis.

altbayer
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Befürchtung

Meine Befürchtung ist nur:
Wenn die kath. Kirche so weiter macht, schrumpft sie in Österreich zu einer Sekte und es bleibt nur die Legiokampfgruppe übrig- für DIESE ist Bischof Laun wahrscheinlich ein Heiliger.

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Irgendeiner
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Naja, damit tun sie sich historisch schwer und

Herr Laun ist auch schon ein älterer Herr,da will man sich nicht mehr anpassen, versteh ich.Aber in einem irrt er, wie ich noch weiß kann man Bordelle einweihen,ist bei uns passiert, die Segnung zu Hodenthurn war das für mich Lustigste was wir je im Forum hatten,laßet die Mühseligen und Beladenen zu mir kommen.Tja, auch Priester sind für Agnostiker nur Menschen,werma nicht den ersten Stein werfen.

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KarlZoech
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Auch für Herrn Laun gilt:

Erst Hirn einschalten, dann reden.
Seine Äußerungen und Vergleiche sind jedefalls völlig inakzeptabel!

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cleverstmk
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Schweigegebot

Der letzte Rest der von Papst JPII favorisierten erzkonservativen Bischöfe.
Ein Schweigegebot wäre für alle das Beste - vor allem für die Zukunft der Kirche.

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hermannsteinacher
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Exzellenz Ex-Auxiliarbischof Laun

soll sich an ein Schweigegebot seines Metropoliten Erzbischof Pater Dr. Franz Lackner nicht gehalten haben.

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cockpit
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wie kann man so einen "Menschen" als

Exzellenz bezeichnen?

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