Affäre LandbauerNazi-Texte: Offener Brief von Uni-Professoren an Kanzler Kurz

Universitätsprofessoren fordern, dass Kanzler Kurz die Zusammenarbeit mit rechtsextremen Burschenschaftern beendet. Für Innenminister Kickl sind Ermittlungen gegen Landbauer "ziemlich ausgeschlossen." Hausdurchsuchung bei "Germania".

Kanzler Sebastian Kurz © Ballguide / Pajman
 

Bundeskanzler und ÖVP-Chef Sebastian Kurz verlangt für die Verantwortlichen des antisemitischen und rassistischen Liederbuchs der Burschenschaft des niederösterreichischen FPÖ-Spitzenkandidaten Udo Landbauer die volle Härte des Gesetzes. Kurz: "Es ist gut, dass die Staatsanwaltschaft bereits aktiv geworden ist. Wer für so etwas verantwortlich ist, solche Lieder singt oder diese Inhalte verbreitet, der agiert nicht nur abscheulich antisemitisch und verhetzerisch, sondern macht sich in unserem Land auch strafbar."

International geht angesichts der österreichischen Nazi-Affäre ein Raunen durch den Blätterwald. Der österreichische Hollywood-Schauspieler und ehemalige Gouverneur von Kalifornien, Arnold Schwarzenegger, verurteilte via Twitter das widerliche und nicht akzeptable antisemitische Gedankengut im Liederbuch der Germania und lobte Bundeskanzler Kurz für seine klare Haltung in der Causa.

Mehrere Universitäts-Rektoren und -Professoren wenden sich in der Causa rund um das NS-verherrlichendes Liederbuch an Bundeskanzler (ÖVP). "Das ist ein Aufruf zum Massenmord, der als solcher behandelt werden muss", heißt es darin und weiter: "Beenden Sie die Zusammenarbeit mit allen, die Mitglieder rechtsextremer Burschenschaften in ihren Büros beschäftigen."

Unterzeichnet wurde der Brief unter anderem vom Präsidenten der Universitätenkonferenz (uniko), Oliver Vitouch, sowie etlichen namhaften Kolleginnen und Kollegen. Darin heißt es auch: "Die Normalisierung des Rechtsextremismus schreitet in Österreich voran." Ohne eine Beendigung der Zusammenarbeit mit allen, "die in rechtsextremen Medien publizieren oder bei rechtsextremen Veranstaltungen auftreten" wirkten jegliche Reaktionen wie "augenzwinkernde Distanzierungen".

SPÖ beruft Sicherheitsrat ein

Die SPÖ beruft in der Causa den nationalen Sicherheitsrat ein, der binnen zwei Wochen tagen muss. "Wir haben ganz stark den Eindruck, dass in dieser Bundesregierung aufgrund ihrer personellen Zusammensetzung diese Dinge nicht mit aller Härte verfolgt werden", sagte SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder und verweist auf die Mitgliedschaft führender FPÖ-Politiker in Burschenschaften. "Wir wollen sicherstellen, dass aufgrund der personellen Verstrickungen vieler Regierungsmitglieder in anderen Burschenschaften nichts unter den Teppich gekehrt wird."

Der Sicherheitsrat im Kanzleramt ist ein vertrauliches Beratungsgremium der Regierung in Angelegenheiten der Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Vertreten sind neben den zuständigen Regierungsmitgliedern auch Vertreter aller im Hauptausschuss des Nationalrats vertretenen Parteien - also auch von SPÖ, NEOS und Liste Pilz.

Hausdurchsuchung bei der "Germania"

Die Polizei hat am Mittwochabend eine Hausdurchsuchung bei der Wiener Neustädter Burschenschaft Germania durchgeführt. Wie die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt der APA sagte, wurden dabei auch 19 "Liederbücher" und zwei Ordner mit Unterlagen sichergestellt. Eine erste Beschuldigteneinvernahme im Skandal um Nazi-verherrlichende Burschenschaftergesänge soll es am Freitag geben.

Die Liederbücher werden nach Angaben der Staatsanwaltschaft nun von Experten des Landesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung geprüft. Der von der Burschenschaft als Hauptverantwortlicher für ihre Neuauflage im Jahr 1997 Identifizierte soll am Freitag befragt werden.

Zu prüfen wird in dem Verfahren allerdings auch sein, ob die Vorwürfe bereits verjährt sind. Denn nationalsozialistische Wiederbetätigung nach Paragraf 3g des NS-Verbotsgesetzes verjährt nach zehn Jahren, das Liederbuch wurde aber bereits 1997 veröffentlicht. Geklärt werden muss also, ob die fraglichen Lieder seither propagandistisch verwendet wurden.

Laut dem stellvertretenden Obmann der Burschenschaft, Philip Wenninger, hat das für die Neuauflage des Liederbuches 1997 verantwortliche Mitglied bereits am Mittwochabend eine Stellungnahme für die Behörden verfasst. Seinen Angaben zufolge soll bis Herbst eine Neuauflage des Buches in Angriff genommen werden, die dann auch offiziell bei der Nationalbibliothek hinterlegt werden soll. Die Neuauflage sei ohnehin schon seit Jahren geplant, so Wenninger gegenüber der APA: "Vielleicht schaffen wir eine größere Finanzierung durch die Medienberichterstattung."

"Vizeobmann muss es gewusst haben"

Bundespräsident Alexander Van der Bellen glaubt nicht, dass der niederösterreichische FPÖ-Spitzenkandidaten Udo Landbauer nichts von den Nazi-verherrlichenden Liedern der Burschenschaft "Germania" gewusst habe. "Das müssen ja alle Mitglieder dieser Burschenschaft gewusst haben, was in diesem Liederbuch gestanden ist, auch der Vize-Obmann muss das gewusst haben", so Van der Bellen in Straßburg.

Für Parlamentspräsident Wolfgang Sobotka muss jetzt auch "politisch gehandelt werden". Die Burschenschaft Germania suchte und fand indes einen Verantwortlichen - und suspendierte ihn. Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) hält Ermittlungen gegen den niederösterreichischen FPÖ-Spitzenkandidaten Udo Landbauer angesichts der Vorwürfe gegen die Burschenschaft Germania für "ziemlich ausgeschlossen", relativierte allerdings später: "Die Aussagen bezogen sich darauf, dass nach meinem Wissensstand aktuell gegen unbekannte Täter ermittelt wird und nicht gegen Landbauer". Es sei ihm um die Schilderung der Faktenlage gegangen, er bedaure die "medial Missinterpretation" seiner Aussagen.

"Augen nicht getraut"

Er habe seinen "Augen nicht getraut", als er diese Texte gelesen habe und dass es möglich sei "auf diese Weise in einem Lied den Massenmord zu verhöhnen", sagte der Bundespräsident gegenüber dem ORF am Rande eines Besuchs im Europarat. Die Frage nach einem Rücktritt Landbauers bezeichnete er als "eine wichtige Frage", aber genauso wichtig seien die Fragen, "was ist das überhaupt für ein Verein, wie viel Wiederbetätigung liegt hier vor?". Er wolle sich nicht in den niederösterreichischen Landtagswahlkampf einmischen, so Van der Bellen. "Mir geht es um übergeordnete Fragen, wie ist es möglich, dass heute in einem regulären Verein ein solches Gedankengut offensichtlich vertreten wird."

Im Netz kursiert inzwischen ein Inserat, über das Landbauer 2010   in der rechtsextremen Zeitschrift "Aula" ein "Liederbüchlein für unterwegs" bewarb, das "traditionelle Lieder der Jugendbewegung, Soldaten- und Volkslieder" enthalte und ein "robuster Begleiter gerade für junge Menschen" sein soll.

Herausgegeben wurde dieses Büchlein von den "Jungen Patrioten", einem "Verein zur Erziehung zu politischer Verantwortung", der vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes als rechtsextrem klassifiziert und 2011 aufgelöst wurde. Das Liedgut soll zum Teil ident sein.

"Auch nicht im Umfeld dulden"

Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka nahm in einem sehr beachtlichen Interview im ORF-Morgenjournal klar Stellung: Er wurde gefragt, ob er sich, wie Kanzler Sebastian Kurz, darauf zurückziehe, dass die Bestimmungen des Verbotsgesetzes einzuhalten seien. Sobotka: "Der Parlamentspräsident hat eine andere Funktion als der Kanzler. Er  hat darauf zu sehen, dass die im Parlament vertretenen Parteien sich ganz klar in ihrer Haltung zum Verbotsgesetz bekennen und dass die Parteien auch in ihren Umfeldern nicht dulden, dass solche Themen gespielt werden, unter der Hand oder wo auch immer. Dass die Parteien selbst einen Beitrag zu leisten haben zur Aufarbeitung der Geschichte Österreichs aber auch ihrer eigenen Organisationen."

PK INNENMINISTERIUM ZU ANTI-TERROREINSAeTZEN: SOBOTKA
Ex-Innenminister Wolfgang Sobotka: "Dafür sorgen, dass solche Themen nicht gespielt werden, auch nicht unter der Hand oder wo immer" Foto © APA/HANS PUNZ
 

Heute tagt die Präsidiale, das Gremium der Klubobleute im Parlament. Auch dort werde er das zum Thema machen. Er gehe davon aus, dass sämtliche Klubobleute dazu eine klare Haltung haben.

Sobotka wurde auch gefragt, ob er, als studierter Historiker  - die Meinung des niederösterreichischen FPÖ-Spitzenkandidaten Udo Landbauer  teile, wonach das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes ein Teil jener "linken Meinungsdiktatur" sei, die man nicht ernst nehmen müsse. Sobotka: "Ich habe selbst einige Monate dort gearbeitet, die Quellen benutzt. Die Arbeit des Dokumentationsarchives ist ganz wichtig, um ein klares Bild zu bekommen von unserer Geschichte."

Verantwortlichen identifiziert und suspendiert

Die Burschenschaft Germania zu Wiener Neustadt hat inzwischen den für die Erstellung des Buches Verantwortlichen identifiziert und suspendiert. Der Mann werde sich den Behörden stellen, teilte die Burschenschaft der APA Donnerstagfrüh mit.

Der Verantwortliche wurde bei einer Versammlung Mittwochabend identifiziert. Die Burschenschaft betonte erneut, dass bei allen Liederbüchern, die sich im Besitz des Vereins befinden, die entsprechenden Liedtexte geschwärzt seien. "Dennoch bleibt weiterhin Gegenstand der Untersuchung, warum es offensichtlich dieses vorliegende Liederbuch gibt."

Die Burschenschaft bezeichnete die NS-Texte als "widerlich, abartig und jenseitig und lehnt jegliche Verherrlichung und Verharmlosung von Verbrechen der NS-Diktator ab. Die Verbindung unterstützt jede Maßnahme der Behörden, die zur Aufklärung beitragen", so der stellvertretende Obmann Philip Wenninger.

Kickl: Keine Ermittlungen gegen Landbauer persönlich

Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) hält indes Ermittlungen gegen den niederösterreichischen FPÖ-Spitzenkandidaten Udo Landbauer persönlich angesichts der Vorwürfe gegen die Burschenschaft Germania für "ziemlich ausgeschlossen".

"Er hat seine Position klargelegt. Er war zu diesem Zeitpunkt, als dieses Buch in Umlauf gebracht wurde, glaube ich, elf Jahre alt. Er ist viel später in diese Verbindung eingetreten und hat sich auch ab dem Moment, wo er von diesen Dingen Kenntnis erhalten hat, unmissverständlich und klar distanziert. Da hat er ja nichts an Klarheit vermissen lassen", sagte Kickl.

Der Innenminister betonte, es sei "festzuhalten, dass diese Texte selbstverständlich völlig inakzeptabel sind. Das hat auch die Freiheitliche Partei in der Vergangenheit immer gesagt". Es gebe "null Toleranz gegenüber Rechtsextremismus und Nationalsozialismus". Später ergänzte er, er bedaure die "mediale Missinterpretation seiner Aussagen". Er habe nur die aktuelle Faktenlage beschreiben wollen, wonach derzeit gegen unbekannte Täter ermittelt werde. Die Opposition, allen voran SPÖ-Geschäftsführer Max Lercher, hatte scharfe Kritik  "am Versuch von FPÖ-Innenminister Kickl, sich in das Verfahren in SachenUudo Landbauer einzumischen" geübt.

Niemals verwerfliche Lieder gesungen

Landbauer  bekräftigte indes seine Position, niemals in der Burschenschaft "Germania" NS-verherrlichende Lieder gesungen oder solche in seiner Anwesenheit gehört zu haben. Jegliche Rücktrittsforderung wies er zurück. Er sei nicht mehr Mitglied in der Burschenschaft, antwortete er auf die Frage von "ZiB2"-Moderator Armin Wolf. Ob ruhende Mitgliedschaft oder Austritt sei Wortklauberei.

PK FPOe NIEDEROeSTERREICH „DER NIKOLO DARF NICHT STERBEN!: LANDBAUER
Udo Landbauer, FPÖ-Spitzenkandidat in Niederösterreich Foto © APA/HELMUT FOHRINGER
 

Landbauer verlangt Aufklärung, Prüfung und gegebenenfalls Sanktionen. In seiner Zeit habe es nie rassistische Vorkommnisse gegeben, die nicht zu Konsequenzen geführt habe, sagt der FPÖ-Politiker. Landbauer moderierte den Stellenwert von Liedgut herunter. Es werde nicht bei jedem Treffen gesungen. Er selbst sei "nie ein guter Sänger gewesen" und habe sich deshalb nicht mit dem Buch befasst.

 

Udo Landbauer: Kenne das Liederbuch so nicht

Am Donnerstagabend wurden Vorwürfe laut, wonach FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache zu Gast bei der 100-Jahr-Feier der Germania gewesen sei und von dieser ein Ehrenband überreicht bekomme habe. Strache ließ allerdings dementieren - es habe sich um die Veranstaltung der Dachorganisation gehandelt. Strache selbst ist bekanntlich Mitglied der Mittelschulverbindung "Vandalia".

Zwischen 22 Uhr und 8 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.

socke1
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Die Geister, die ich rief...

Das ist nur der Anfang im ersten Regierungsmonat. Kanzler Kurz wird sich noch oft im In- und Ausland oder bei Organisationen für das Verhalten des Regierungspartners entschuldigen müssen. Das Ansehen Österreichs wird dadurch massiven Schaden erleiden! Ein Trauerspiel!
Ja, Herr Kanzler: "Die Geister die ich rief, die werd' ich nun nicht los!"

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ohooho
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anne frank

mai 2017. angehende Juristen der jungen övp posten in ihren internetforen bilder eines aschehaufens in einem aschenbecher! harmlos? die Erklärung der angehenden Juristen: es ist ein Nacktfoto der von den nazis ermordeten und verbrannten Jüdin " anne frank!!! wie krank ist sowas. ein aschehaufen ist ein Nacktfoto einer ermordeten Jüdin!! damals war kurz Minister und Chef der jungen övp. aber nur bis zur Aufdeckung dieser "geschichte". schon damals konnte man erkennen was unser herr Bundeskanzler alles nicht wissen kann/will. ein abscheuliches geschenehn in welchem die angehenden Juristen auch unter anderem sich über down-Syndrom Betroffene lustig gemacht haben. usw. trump läßt grüßen. das sind die "taten" nach welchen sie zu messen sind. nicht die rote Linie des bk. betreffend der reichenhetze in Österreich (meinte wohl pierer). ja! die geister die er rief ........

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X22
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"Die Hintermänner der Neonazi-Homepage" ; Insider: Schwerpunkte in Wien und Wiener Neustadt - Viele mutmaßliche Aktivisten aus dem Burschenschafter-Milieu (Artikel im Standard Nov. 2010)

In dem Artikel geht es um die HP "alpen-donau.info" und die Hintermänner, der Standard schrieb: "Erkenntnissen von Insidern zufolge dürfte sich ein Zentrum der Website-Betreiber im Dunstkreis von Militärgymnasium und Militärakademie (MilAk) Wiener Neustadt bewegen. Nach APA-Informationen sollen zumindest sechs Personen auf der Liste der Grünen das Gymnasium besucht haben." weiters
"Verbindungen zur FPÖ? Nicht zuletzt in Zusammenhang mit Wiener Neustadt rückt auch das Burschenschafter-Milieu einmal mehr ins Rampenlicht des Interesses, wenn es um "alpen-donau.info" geht. In Wiener Neustadt sind laut DÖW die Pennale Burschenschaft Germania zu Wiener Neustadt und die akademische Tafelrunde Wiking zu Wiener Neustadt beheimatet, zu deren Mitglieder einige Absolventen bzw. Besucher der militärischen Bildungsstätten zählen sollen."
Eines von Mario Kunaseks Leuchtturmprojekten für das Jahr 2018; Das Militärgymnasium in Wiener Neustadt, vorerst mal positiv gesehen, es kommt mir nur subjektiv gesehen, etwas schräglagig vor, zweimal in ein paar Jahren kommt die Burschenschaft und das Gymnasium in Bezug auf Rechtsextremen Strömungen vor und nicht viel ist passiert, hat die Schulleitung weggesehen, der Verfassungsschutz versagt, angeblich gab es Hausdurchsuchungen?

weiterer Artikel im Standard (Mai,2011):" "alpen-donau.net" wirbt für Totengedenken mit Strache"
Eine wegen Rechtsextremismus verbotene Hp macht Werbung mit und für Strache!

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Lodengrün
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Herr Kurz bitte melden

Wenn er offensiv werden kann erscheint er täglich, bläst etwas der Wind taucht er ab. Hat auch kein Durchsetzungsvermlgen sondern verweist. Dreht sich wie ein Fähnchen im Wind. Kurzum er ist überfordert und damit für dieses Amt ungeeignet.

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botschafter1
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Dieses

Thema lenkt wieder einmal vom neoliberalen Kurs von türkis/blau ab.
ÖVP/FPÖ haben einen Asylwahlkampf geführt, jetzt wird aber überwiegend auf
eine neoliberale Gangart umgeschaltet (auch von der "sozialen Heimatpartei" FPÖ).
Die beste Antwort auf diese Situation wäre: weniger Stimmen bei den kommenden Landtagswahlen für diese Parteien.

Viele FPÖ-Wähler haben aber möglicherweise noch nicht kapiert, dass die
Politik der Strache-FPÖ in der Bundesregierung für sie möglicherweise
einen sozialen Abstieg bedeuten könnte.
Die Kurz-ÖVP vertritt sowieso mehr oder weniger die Interessen der Banken,
Versicherungen, der Industrie und der Besserverdiener.

Geplante Vorhaben von türkis/blau in Österreich:

12 Stunden Arbeitstag - freiwillig? In Zusammenhang mit "Mindestsicherung statt Notstandshilfe", der Aussage des Finanzministers, "dass es schon sein kann, dass es sich nicht ausgeht, das Arbeitslosengeld von 55 bis zum Pensionsantritt auszuzahlen" und der Verlagerung der Ausgestaltung des 12 h/Tages auf Betriebsebene gibt das ein anderes Bild: Entweder 12 Stunden arbeiten, wann immer der Chef es will - oder ab in die Arbeitslosigkeit und damit über kurz oder lang in die Mindestsicherung samt Vermögenszugriff. Ergänzt durch eine finanzielle Schwächung der AK um ihr die Arbeit zu erschweren, erschwertem Zugang zur Altersteilzeit, Pensionsautomatik... Politik für den "kleinen Mann" (bes.45+) sieht anders aus, da nützt das Herumgerede nix.

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umo10
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Zitat Hr. Kurz

„Wer solche Lieder singt oder diese Inhalte verbreitet, der agiert nicht nur abscheulich antisemitisch und verhetzerisch, sondern macht sich in unserem Land auch strafbar." Und damit ist auch gemeint: wer in so einem Verein agiert, indem die Bücher frei aufliegen, Hr. Udo L.; Der Hr und Fr Österreicher erwarten sie vor Gericht

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UHBP
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@umo

Solange Basti Kanzler sein kann, sind ihm die Burschenschaften doch eigentlich egal. Ein öffentliches Statement und dann abtauchen bis hoffentlich Gras darüber gewachsen ist und keiner mehr nachfragt. Ist doch nur lästig.

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Irgendeiner
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Tja,also ich find, es ist wieder mal Zeit für gute Lyrik, keine Angst, nicht meine Gebrauchsstanzeln,mehr was mit echt Fleisch auf den Knochen,man lacht.Also:

Das Quecksilber fällt, die Zeichen stehen auf Sturm
Nur blödes Kichern und Keifen vom Kommandoturm
Und ein dumpfes Mahlen grollt aus der Maschine
Und Rollen und Stampfen und schwere See
Die Bordkapelle spielt: Humbatätärä
Und ein irres Lachen dringt aus der Latrine
Die Ladung ist faul, die Papiere fingiert
Die Lenzpumpen leck und die Schotten blockiert
Die Luken weit offen und alle Alarmglocken läuten
Die Seen schlagen mannshoch in den Laderaum
Und Elmsfeuer züngeln vom Ladebaum
Doch keiner an Bord vermag die Zeichen zu deuten
Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
Und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken
Die Mannschaft, lauter meineidige Halunken
Der Funker zu feig um SOS zu funken
Klabautermann führt das Narrenschiff
Volle Fahrt voraus und Kurs aufs Riff!
Reinhard Mey,
angeblich auch im Liederbuch der Germania vertreten

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create
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2 x 3 macht 4


widdewiddewitt und 3 macht 9e !
Ich mach' mir die Welt - widdewidde wie sie mir gefällt ...
Hey - Pippi Langstrumpf hollahi-hollaho-holla-hopsasa
Hey - Pippi Langstrumpf - die macht, was ihr gefällt.

...

Hey - Pippi Langstrumpf hollahi-hollaho-holla-hopsasa
Hey - Pippi Langstrumpf - die macht, was ihr gefällt.

Ich hab' ein Haus, ein kunterbuntes Haus
ein Äffchen und ein Pferd, die schauen dort zum Fenster raus.
Ich hab' ein Haus, ein Äffchen und ein Pferd,
und Jeder, der uns mag, kriegt unser 1x1 gelehrt.

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Irgendeiner
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Ja, das glaub ich Dir,

hübscher Nick übrigens,man lacht.

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Danke, ich weiss.

Eigentlich wars aber so gemeint, dass in Anbetracht einiger "Rechtfertigungen" und Aussagen diese Lyrics genauso vertreten sein könnten.

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voit60
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wo bleibt der Kurz

ist das der neue Stil, der versprochen wurde?

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Lodengrün
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Versprechungen

sind da um gebrochen zu werden. Kurz ist da trotz seiner Jugend ein Großmeister. Das ist Teil seines Erfolgsrezeptes.

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voit60
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der junge Mann

wo ist er im Moment? Ist und soll das der so angepriesene neue Stil sein? Bis jetzt wurden nur Randthemen aufgegriffen, und hier im Besonderen die Ärmsten der Ärmsten angegriffen. Ganz vergessen natürlich die "millionenschweren" arbeitslosen Schummler, gegen die paar Dutzend natürlich zurecht vorzugehen ist.

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fersler
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er

schliesst gerade die mittelmeerroute

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UHBP
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Für Kurz zählt das Strafrecht und natürlich die Unschuldsvermutung

Da haben moralische Bedenken keinen Platz.
Solang Menschen nicht rechtskräfitig verurteilt sind, z.B. wegen Vergewaltigung, Mord, Wiederbetätigung etc. sind sie für Kurz offensichtlich auch für alle politischen Funktionen geeignet.

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SoundofThunder
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😏

Tja,Herr Kurz: Was haben Sie gesagt wann es genug ist? Dort wo das Strafrecht anfängt? Die Staatsanwaltschaft ermittelt schon.Was ist ihr Wort wert?

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Was hilft´s?

Die Staatsanwaltschaft ermittelt, wohl ohne Entgegenkommen. Aber vielleicht hat das Ganze doch genug Staub aufgewirbelt, um nicht im Sande zu verlaufen? Hoffen darf man ja...
Das leise "Schweigen" der Regierungsspitze lässt allerdings Gegenteiliges vermuten.

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mapem
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ad Akademikerball in Wien: „Polizei ortet deutlich höhere Gewaltbereitschaft" …

Wieder einmal: Das neue „Ortungssystem“ Kickls hat offensichtlich eine gänzlich neue und deregulierte Empfindlichkeit – wurde offenbar vom österreichischen demokratischen Eichamt gar nicht kalibriert?!
Die Vermutung liegt auch nahe, dass die rechten Ortungssensoren vollkommen defekt sind, während die linken Sensoren in der Turbo-Taktung laufen. Die gibt´s schon den Gummiwurst-Alarm, wenn die Oma Grunzberger mit dem Rollator übern Platz fährt und sonst noch gar keiner da ist.

Tja – bei der Akademikerball-Demo in Graz war man direkt enttäuscht, dass diese linxlinxen Hetzbrigaden so friedlich waren. Diese arme „Schnelle Eingreiftruppe“ Kickls muss einem schon leidtun – die würden sicherlich gerne einmal zeigen, was sie gelernt haben … und dann machen diese linken Hooligans einen auf Gandhi … schrecklich …

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Lodengrün
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Herrlich

wie unser Kanzler als auch sein Vize auf Tauchstation gehen. Motto Gras drueber wachsen lassen. Wuerden 25 Fluechtlinge in Spielfeld aufkreuzen gaebe es schon eine dahingehende Pressekonferenz.

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Ich frage mich,

und das werde ich wohl auch solange tun, solange dieses braune Gedankengut getragen und immer noch verbreitet wird, WARUM eine solche Verteidigung und Verherrlichung einer Zeit, die so viel Leid gebracht hat? Wie es sein kann, dass ein, u.A natürlich , "Liederbuch" mit derart menschenverachtendem Inhalt, nicht nur im Umlauf, sondern scheinbar auch noch vielgenutzt ist? Noch dazu von Menschen, die Großteils weit nach 1945 geboren wurden und diese Zeit zum Glück nicht miterleben mussten?
Ich habe meine Großeltern mit Fragen zu dieser Zeit gelöchert. Und habe so gut wie keine Antworten bekommen, weil sie nicht darüber sprechen wollten.
Wie kann es sein, dass so viele junge Menschen eine Zeit verherrlichen, die alles Andere als "ruhmreich" war?

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Ist wogmöglich leichte Themaverfehlung ;) ,

aber ich verstehe es einfach nicht... und ich habe auch bisher keine einleuchtende Erklärung dafür bekommen. Womöglich, weil es keine Solche gibt!?

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gerhard1224
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Meine Großeltern haben über diese Zeit gesprochen. Mein Opa bekam für einen Tag Feldarbeit 1 Schilling. Ein Gulasch und ein Bier kostete 50 Groschen. Rote und Schwarze haben sich gegenseitig umgebracht. Und dann kam der "Retter".
Mein Großvater sagte: wir haben alle "Wir wollen heim ins Reich" gerufen. Und in Rußland haben wir dann "Wir wollen heim, uns reichts" gerufen.
Heute ist das anders. In unserer Wohlstandswelt reizt das "Verbotene". Wenn du heute in der Schule raufst, kommt die Polizei. Unsere Welt ist durchorganisiert und wir dürfen nicht einmal mehr sagen was wir denken. Und da haben Extreme leichtes Spiel. (Denk nur an die Radikalisierungen von jungen Konvertiten - die sind auch im tiefsten Frieden aufgewachsen)
Mag dir nicht gefallen, aber für mich ist das irgendwie einleuchtend.

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lieschenmueller
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@gerhard1224

"Alle" nicht. Meine Großeltern mütterlicherseits hatten sofort das Gefühl, mit den N.zis käme nur Schlechtes und auch Krieg. Mein Großvater war die Generation, die für den 1. Weltkrieg zu jung und für den 2. zu alt waren. Meine eigenen Eltern Anfang der 30er-Jahre geboren, also mein Vater zu Kriegsende 15 und kam glücklicherweise nicht in die Situation, nach Russland gemusst zu haben. Meine Mutter brachte voller Stolz diese BDM-Uniform heim, durch meinen Opa musste sie diese umgehend zurückbringen, er meinte, mit diesen Leuten habe seine Familie nichts zu tun. Gar kein ungefährliches Unterfangen. Ein paar Jahre später war er als Sozialist in der Stadt Braunschweig in Deutschland für einige Zeit eingesperrt. Sie sehen, es gab schon welche, die zu ihrer Gesinnung standen und zum Teil schwere Nachteile auf sich nahmen. Ich hefte mir das nicht auf mein Fähnchen, ich habe nichts dazu beigetragen und man ist für die eigenen Taten oder für Unterlassenes verantwortlich und Stolz oder Scham auf Vorgenerationen ist müßig. Aber Sie schildern in Hinblick auf Ihre Großeltern mit dem 1 Schilling wohl Armut, die Hoffnung auf Besseres durch vermeintliche H.eilsbringer. Das kann man nachvollziehen. Ich frage mich sowieso nie mehr, wie das damals geschehen konnte. Nicht um die Regierung mit diesen unseligen Zeiten in Verbindung zu bringen, aber bei vielen Ungerechtigkeiten, für mein Empfinden schon durch diese kommend, sind wär nämlich live dabei!

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gerhard1224,

ich habe mich vielleicht nicht konkret ausgedrückt! Ich verurteile in keinster Weise, wenn man anfänglich den "Retter" begrüßt hat, der in Inhalt, Auftreten, Rhetorik usw. die Ängste und Wünsche der Bevölkerung aufgefangen hat! Wie könnte ich, ich habe es nicht erlebt. Der Bürgerkrieg hat da auch in die Hände gespielt, keine Frage. Was ich verurteile, ist, dass das "Ergebnis" daraus, der Hass, das sich-wertend-über-Andere-stellen, das Leugnen von Massenmord und/oder dessen Verhöhnung, etc.. , immer noch Zustimmung erhält! Wir sprechen hier nicht von jugendlichem Leichtsinn, dafür ist ein Thema wie dieses zu sensibel.
Und noch haben wir Rede- und Meinungsfreiheit. Zum Glück, denn ansonsten käme eine Diskussion zum aktuellen Thema wohl nicht zustande!

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gerhard1224
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In dem Sinn hast du recht, du fragst ja WARUM. Ich kann mir vorstellen, dass die Durchorganisierung unserer Welt, der Reiz des "Verbotenen" etwas mit Radikalisierung (in jeder Art) zu tun hat.
Warum es grade der Nationalsozialismus ist, der die Menschen immer noch anzieht, wird dadurch freilich nicht beantwortet. Die Angst vor dem Fremden spielt das sicher eine Rolle, nur grade bei den "Burschen" die ja alle zumindest auf einer höheren Schule waren, dürfte das eigentlich keine Rolle spielen. Der Antisemitismus ist ja nicht auf Österreich beschränkt (liegt nach neuen Studien in Westeuropa bei 24% (Österreich ca. 28%) und in Osteuropa bei über 30%. Aber auf das WARUM Menschen antisemitisch eingestellt sind, habe ich auch keine Antwort. Rassismus hat wohl auch was mit Erziehung zu tun.

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