StudiengebührenKritik an Unigebühr für Berufstätige

Ab Herbst gilt wieder eine Studiengebührenpflicht für berufstätige Langzeitstudenten. Im Ö1-Morgenjournal stellt die Vertreterin der Universitäten, Eva Blimlinger, Bedingungen.

Med-Uni in Graz
Med-Uni in Graz © (c) APA
 

"Ich persönlich bin gegen Studiengebühren", erklärte Eva Blimlinger, Vertreterin der Universitäten, im Ö1-Morgenjournal. Wenn es Gebühren geben soll, dann müsse es eine grundsätzliche Veränderung des Stipendienwesens geben.

Außerdem brauche es dann auch eine Verbesserung der Ausbildungsmöglichkeiten: Es brauche mehr Lehrpersonen.  Außerdem sollte es ein Grundstipendium geben, das direkt an die Studierenden geht, unabhängig vom Einkommen der Eltern.

NEUJAHRSEMPFANG OeSTERREICHISCHE UNIVERSITAeTENKONFERENZ (UNIKO): BLIMLINGER
Eva Blimlinger Foto © APA/GEORG HOCHMUTH

Ab Herbst gilt wieder eine Studiengebührenpflicht für berufstätige Langzeitstudenten. Wie das Bildungsministerium ORF-Online erklärte, strebt man keine Reparatur der Regelung zur Gebührenbefreiung an, die durch ein Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes (VfGH) 2016 aufgehoben wurde. Die ÖH wertet das am Donnerstag als "Schlag ins Gesicht aller erwerbstätigen Studierenden".

Derzeit sind grundsätzlich alle Universitätsstudenten aus Österreich bzw. der EU innerhalb der Mindeststudienzeit plus zwei Semestern von der Zahlung von Studiengebühren befreit. Trotz Überschreitung dieser Zeit ebenfalls nicht zahlen müssen auch berufstätige Studenten. Der VfGH hat diese Befreiung allerdings wegen Gleichheitswidrigkeit aufgehoben und eine Reparaturfrist bis Juni dieses Jahres gesetzt. Diese lässt das von Heinz Faßmann (ÖVP) geführte Bildungsministerium nun verstreichen.

Aus Sicht des Ressorts sei eine Reparatur "nicht notwendig, da ab 30. Juni 2018 aufgrund des VfGH-Urteils eine generelle Gleichstellung zwischen erwerbstätigen und nicht erwerbstätigen Studierenden erfolgt", heißt es in einer Stellungnahme gegenüber ORF.at. Darüber hinaus verweist man auf die im Regierungsprogramm enthaltene Absicht, allgemeine Studiengebühren einzuführen, was ohnehin einer Neuregelung der Thematik bedürfe.

Diese sind der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) seit jeher ein Dorn im Auge. "Bestürzt" zeigte sich daher die stellvertretende ÖH-Chefin Marita Gasteiger (Grüne und Alternative StudentInnen/GRAS) in einer Aussendung. Die Bundesvertretung der ÖH hatte im Dezember in Zusammenarbeit mit einer Anwaltskanzlei einen Änderungsentwurf für den von dem VfGH-Erkenntnis betroffenen Paragrafen des Universitätsgesetzes (UG) ausgearbeitet und dem Ministerium vorgelegt.

"Empört" gab sich am Donnerstag auch SPÖ-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl: "Bis zu 30.000 Studierende müssen ab nächstem Herbst Studiengebühren zahlen, weil der ÖVP-Wissenschaftsminister unwillig ist, eine verfassungskonforme Reparatur des Universitätsgesetzes zustande zu bringen." Nun würden "für eine erste große Gruppe von Studierenden Gebühren eingeführt, um damit auch das Tor für allgemeine Studiengebühren zu öffnen", so Kunzl.

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Danke für Ihr Verständnis.

Irgendeiner
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Tja, das Verhältnis von türkis und

blau zur Bildung,sie unterbinden sie, aber man muß zugeben, sie leben es selbst auch.

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isogs
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Bildung

insbesonders Weiterbildung ist bei der neuen Regierung nicht erwünscht hat doch der neue Bundeskanzler auch nur die Matura....

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cockpit
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Ungebildete kann man leichter

unterdrücken

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AWVGB
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Ich hebe mir mein Studium selbst bezahlt!

Es war für mich gar keine Frage: Die Kosten für mein Studium (2. Bildungsweg ab 27) habe ich selbst finanziert, weil ich berufstätig war und mich beruflich verändern wollte!
Es hat sich bezahlt gemacht!

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checker43
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Wie

hoch waren die Studiengebühren?

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barneygeröllheimer
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Ein Studiengabbrecher,

der noch nie erwerbstätig war, sondern immer nur in der geschützten Welt der vom Steuerzahler subventionierten Parallelwelt einer politischen Partei sein Fortkommen gefunden hat, findet, es wäre an der Zeit, den Studierenden, die nicht, wie er, aus einem Elternhaus kommen, das sich den Studenten ebenso leisten kann wie den Studienabbrecher, endlich einmal zu zeigen, dass sie nicht einfach so dahinsandeln können an der Uni, nur weil sie auch noch arbeiten müssen. Wo kommen wir denn da hin im neoliberalen Egomanenstaat.

Anmerkung für die hierorts reichlich vertretenen Vollkoffer: das nennt man Sarkasmus.

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hespie
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Naja da sieht man,

dass nicht nur ein Studium jammern und demonstrieren wichtig fürs Leben sind, sondern dass in erster Linie ein klares Köpfchen und rationales Denken im Leben weiter hilft. Wer dem Neid verfällt kann nicht locker sein und über das hinwegsehen was ihm andere einreden wollen.

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Lodengrün
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Kickl soll so hört man, kaum nachvollziehbar 55 Semester inskribiert haben

Wie wäre es wenn man von ihm da etwas zurückfordert. Grund: fehlende Leistung.

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umo10
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Immer noch besser, als gar keine Bildung

Wenn es jemand geschafft hat, die Lehrer dazu zu bewegen, dass er/sie die Oberstufe positiv absolvieren darf oder trotz Lehrerwiderstand absolviert hat, dann hat derjenige schon ganz schön Gehirnschmalz aufgebaut. Und wenn er dann noch zwischen den Redlichen am Campus der Uni herumstreift, passiert ihm immer noch mehr Bildung, als jenen Personen, die „ihr Hirn an der Pforte abgeben“ und 8 Stunden häkeln.
Also sind diese Diskussionen für mich immer Neid-getrieben

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Mein Graz
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@umo10

Es gibt Leute die behaupten, dass Leute, die alles auf die Lehrer schieben einfach die falsche Schulform gewählt haben.
Ja. Lehrer können mit schuld sein, dass die Schule schwierig ist (habe ich mit meinen Kindern selbst erlebt), allerdings reduziert sich das meist auf wenige Fächer. Den Rest muss schon der Schüler leisten!
Du behauptest, dass einer, der am Campus der Uni herumstreift, Bildung bekommt. Ich will ja Hausmeistern nicht mangelnde Bildung unterstellen, aber Hausmeister an der Uni müssten dann nach ein paar Jahren schon fast unterrichten können, oder?

Und aus welchem Grund sollte man Neid-getrieben sein auf jemanden, der sich durch Strategiepapierln, Hinter_fotzigkeit, Radlfahren usw. nach oben gearbeitet hat?

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barneygeröllheimer
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Bitte um Entschuldigung

für den Tippfehler: "Studienabbrecher", nicht "Studiengabbrecher".

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Feja
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Nach den Ausländern und den "Durchschummlern"

sind nun die Studenten drann. Diese waren der FPÖ Klientel ohnedies schon seid jeher ein Dorn im Auge. Wer braucht denn so was.. Leut die gscheiter sind als ma selbst und das dann vielleicht noch gratis, wo sie ja beim ansolvieren einer Lehre
Geld zahlen haben müssen. Oder wie war das nochmal? Naja zumindest müssens fett Steuern zahlen von ihren 1400€ Brutto um den Besserwissern ein schönes Leben finanzieren zu können... Was das alles kostet! Weil wenns zum Arzt müssen, dann könnens eh auch zum Fleischhacker, weil der hat wenigstens was gelernt. Und jetzt für alle die es nicht merken - *Ironie off*

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Patriot
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Die heutigen Student/innen sind so satt,

dass sie sich gegen Studiengebühren nicht wehren werden. Wenn man es von den Eltern, Oma und Opa vorn und hinten hineingesteckt bekommt, wozu soll man seinen Hintern wegen ein paar hundert Euro an Studiengebühren bewegen?

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Mein Graz
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@Patriot

Kommentar von

hakre

die Studenten, die demonstrieren sollen studieren und schauen, dass sie ihr Studium zur rechten zeit beenden!

Es ist echt zum Lachen!

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Mein Graz
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@Patriot

Und wenns dann auf die Straße gehen, wer schreit dann am lautesten: haben die nix anderes zu tun, die sollen lieber studieren, ich hätt für so was ka Zeit usw.

Ganz genau, solche Leute wie du.

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matscho
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...

...Viele Studierende gehen arbeiten, um sich ihr Studium zu finanzieren, weil es sich die Angehörigen nicht leisten könnten.
Was zur Folge hat, dass auch das Studium dadurch länger dauert.
Mit Studiengebühren würde das bedeuten, noch mehr arbeiten und noch länger (oder gar nicht mehr) studieren.

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cockpit
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Haben sie es gelesen?

Es geht um erwerbstätige studenten, die arbeiten während des studiums

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