Vor Prozess-StartVerwirrung um Grasser-Gutachten

Zwei von Grassers Anwälten vorgelegte Gutachten weisen Ungereimtheiten auf. Ein Gutachten aus dem Februar 2017 beruft sich auf eines aus Oktober 2017.

ZIVILPROZESS GEGEN FIONA SWAROVSKI WEGEN RECHNUNGSOFFENLEGUNG NACH TIERBALL IN WIEN
© APA/EXPA/JAKOB GRUBER
 

Die Anwälte von Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser haben vergangene Woche bei einer Pressekonferenz zwei Privatgutachten präsentiert, die die nach Ansicht der Anwälte bestehende "mediale Vorverurteilung" gegen ihren Mandanten belegen. Darin wurden ausführlich zahlreiche Medienberichte, Kabarettauftritte etc. analysiert, beim Datum allerdings tun sich Ungereimtheiten auf.

Denn das Gutachten von der an der Universität Linz tätigen Professorin Katharina Pabel ist mit 27. Februar datiert - und beruft sich inhaltlich auf das Gutachten des deutschen Anwalts Ralf Höcker, dessen Gutachten allerdings mit 6. Oktober 2017 datiert ist.

Gutachten sei als Entwurf vorgelegen

Auf APA-Anfrage, wie ein früheres Gutachten auf ein später erstelltes Papier verweisen könne, heißt es dazu von Grassers Anwälten Norbert Wess und Manfred Ainedter: "Das Gutachten Höcker lag Frau Prof. Pabel bereits über lange Zeit im (jeweiligen) Entwurf vor, Prof. Höcker hat dieses stets noch weiter aktualisiert, um bis zum Schluss die laufende mediale Berichterstattung berücksichtigen zu können. Für Frau Prof. Pabel war der Entwurf im Februar 2017 bereits ausreichend, um ihre verfassungsrechtlichen Schlussfolgerungen daraus zu ziehen, die Endausfertigung von Herrn Prof. Höcker bzgl. seines Gutachtens erfolgte sodann erst zeitlich danach."

Kommentare (4)

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Schauma
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Der große Pflanz des Herrn Grasser

Grasser zeigt, wie man die Gerichte und eine ganze Nation am Schmäh halten kann, wenn man die nötige Kohle hat, um Staranwälte der unappetitlichen Art damit zu beauftragen, mit allen erdenklichen Mitteln ein Verfahren zu verhindern. Es ist zum Kotzen.

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UHBP
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Jetzt schreiben die Gutachter auch schon von einander ab ;-)

Wenn man es sich leisten kann, ist unsere Justiz ja sehr geduldig.

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ulrichsberg2
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Die Justiz macht noch ihre eigenen Richtlinien.

Zum Beispiel:
Der STA Klagenfurt wurden per Einschreiben Beweisunterlagen zugesandt und mitgeteilt, dass es nicht nur einen dokumentierten Amtsmissbrauch eines Bürgermeisters, mit existenzschädigender Auswirkung gibt, sondern als Folge darauf - Gerichtsverfahren mit einer nachweislich befangenen Richterin - auf höchst unfairer Art und Weise geführt wurden. Es wurde gebeten dazu Antwort zu geben.
Warum reagiert nach diesem Justizskandal, der mit politischen Weisungsrecht ausgestattete noch JM. Brandstetter, das Landesgericht oder die STA Klagenfurt nicht ?
Auch dieser Beispielsfall zeigt auf, dass es bei der neuen Regierung kein politisches Weisungsrecht mehr geben darf.
Ich werde alles unternehmen, dass dieses Verfahrens-Einflussnehmende Weisungsrecht abgeschafft wird.
Hans Germ

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GordonKelz
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GUTACHTEN.......

....sind meist das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben sind ,und kosten dem Steuerzahler jährlich Abermillionen Euro !
Gordon Kelz

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