TV-KonfrontationSo lief die "Elefantenrunde" im ORF

TV-Diskussion vor Millionenpublikum im ORF. Die Spitzenkandidaten der fünf Parlamentsparteien wollten bei Spätentschlossenen punkten. Es blieb überraschend friedlich.

NR-WAHL: ORF-ELEFANTENRUNDE MIT SPITZENKANDIDATEN
Strolz, Strache, Kern, Kurz, Lunacek © APA/GEORG HOCHMUTH
 

Mehr als 150 Stunden Sendezeit haben die österreichischen TV-Sender in den vergangenen Wochen mit Interviews, Duellen, Konfrontationen und Analysen zur Nationalratswahl gefüllt. Mit der „Elefantenrunde“ machte der ORF Donnerstagabend den Abschluss. Und irgendwie scheinen die Spitzenkandidaten auch froh zu sein, dass der Wahlkampf vorbei ist. Das Aufeinandertreffen von Christian Kern (SPÖ), Sebastian Kurz (ÖVP) Heinz-Christian Strache (FPÖ), Ulrike Lunacek (Grüne) und Matthias Strolz (Neos) verläuft erstaunlich friedlich. Sie präsentieren ihre Ideen, ohne wirklich hitzig miteinander zu diskutieren. Die Stimmung ist recht entspannt, zwischendurch wird sogar gelacht. Die Themen Dirty Campaigning, Silberstein & Co. sind nach wenigen Minuten erledigt. Zu Beginn ein Geschenk der Moderatoren Claudia Reiterer und Tarek Leiter. Die Kandiaten dürfen jeweils ein Thema wählen.

Los geht es mit „Vollbeschäftigung“, gewählt von SPÖ-Chef Kern. Er präsentiert ein Best-of seines Plan A, hält diesen auch in die Kamera. Die Ideen: Pakt mit der Wirtschaft, Jobbonus, Innovation und Forschung fördern, schnelles Internet. Neos-Chef Strolz will die Bürokratie verringern. "In Estland Firmengründung zwei Tage, in Österreich 22 Tage.“ Strolz will die Lohnnebenkosten senken und beklagt Versäumnisse der letzten Jahre. Kurz erzählt wieder die Geschichte, der Arbeitslosigkeit seines Vaters mit 50+. Seine Ideen: Unternehmen weniger Steine in die Wege legen. FPÖ-Chef Strache erzählt von seiner Selbständigkeit als Zahntechniker, sagt, dass der „Standort unattraktiver“ geworden sei und warnt vor billigen Arbeitskräften aus Osteuropa. "Umwelt und Wirtschaft passt zusammen", sagt Grünen-Spitzenkandidatin Lunacek. Sie will auch mehr Kinderbetreuungsplätze und einen Mindestlohn von 1750 Euro.

 

Vollbeschäftigung und Schaffung von Arbeitsplätzen

"Enkelfit statt slimfit"

Zweites Thema "Sozialsystem sichern" auf Wunsch von Kurz. Er will bei den Sozialversicherungsträgern sparen und einen "Stopp der Zuwanderung ins Sozialsystem". Strache spricht von einer "Sogwirkung der Mindestsicherung". Mehr Sachleistung statt Geldleistung, ist sein Ziel. Kern lobt den Status quo. "Wir haben eine Rekordbeschäftigung." Und er will die Pensionen sichern. Strolz fordert auch eine Wohnsitzbindung für Flüchtlinge. "Ich bin die Abteilung enkelfit und nicht slimfit", sagt Strolz über die Reform des Pensionssystems. Lunacek versucht die Diskussion zu relativieren. "Die Mindestsicherung macht gerade einmal 0,8 Prozent der Kosten des Sozialsystems aus.“ Alle sind sich einig, dass die Mindestsicherung bundesweit vereinheitlicht werden soll. Highlights zwischendurch: Strache borgt sich von Strolz einen Kugelschreiber aus. "Eine Parteispende", kommentiert der das. Viel geredet wird auch über die Verteilung der Redezeit.

Weitgehend sachliche Elefantendiskussion zu Wahlkampfschluss

"Wunschdestination Österreich"

Thema 3 des Abends: Stopp der Zuwanderung. Strache kritisiert Verfehlungen der Regierung bei Grenzsicherung und im Integrationsbereich. "Wir müssen auch radikal-islamische Vereinsstrukturen stoppen", sagt der FPÖ-Chef. Flüchtlinge würden sich die "Wunschdestination Österreich" aussuchen. Strolz will unterschiedliche Regeln für Asyl, subsidären Schutz und Arbeitsmigration. Kurz kommt zurück auf seine bekannten Positionen. "Es dürfen nicht die Schlepper entscheiden, wer zu uns kommen darf." Er will die Hilfe vor Ort ausbauen und lobt dann noch sein Islamgesetz. Kern spricht von einem "Wettbewerb zwischen FPÖ und ÖVP". Er will lieber Polizei und Bundesheer stärken. Lunacek kritisiert, dass in der Diskussion immer "Flucht und Zuwanderung" vermengt werden. "Wir brauchen einen geordneteren Zugang", sie will das Botschaftsasyl wieder einführen. Und: "Österreich hat 30.000 Kleinwaffen an Saudi Arabien geliefert", kritisiert sie. Das müsse gestoppt werden.

Glyphosat verbieten

Lunacek wählt als Thema, wenig überraschend, den Klimawandel. Sie spricht Erderwärmung, Unwetter, Dürrekatastrophen und Hurrikans an. Ihre Vorschläge: Thermische Sanierung fördern, keine Neuzulassungen für Dieselautos ab 2030, CO2-Steuern. Strolz bietet sich als "Allianzpartner" an und kann sich auch eine CO2-Steuer vorstellen. Kern will den Anteil erneuerbarer Energien vervierfachen, mehr in Elektromobilität investieren und das umstrittene Pflanzenschutzmittel Glyphosat verbieten. Auch Kurz ist begeistert von Elektromobilität. Gegen den Klimawandel könne man nur international ankämpfen. Strache ist ebenfalls für ein Glyphosat-Verbot und warnt vor bösen Konzernen wie Monsanto.

"Lehrer als wichtigster Beruf"

Letztes Thema, auf Wunsch von Neos-Chef Strolz, die Bildungsreform. "Lehrer soll der wichtigste Beruf der Republik werden“, fordert er. Zudem Talente- und Potenzialförderung, bessere Ausbildung für Lehrer und „Parteibücher raus“ aus der Schule. Kurz will eine „Bildungspflicht", Frühförderung. Deutsch vor Schuleintritt. "Wir werden hier investieren müssen", sagt Kern, der mehr Lehrer und Sozialarbeiter fordert. Lunacek will eine gemeinsame Gesamtschule und freien Universitätszugang. Strache fordert "Deutsch vor Schuleintritt" und eine Stärkung der Lehrlingsausbildung.

Zum Schluss noch die Frage: Wer mit wem? Strolz will „Allianzen“ mit allen, Lunacek warnt vor „taktisch wählen“, Kurz warnt vor „rot-blau“, Strache vor „schwarz-rot“, Kern vor „schwarz-blau“. Keiner will sich also so wirklich auf irgendetwas festlegen, so ist das in Österreich.

Mögliche Koalitionspartner

 

Wahlkampf im Endspurt

 

Analyse der Elefantenrunde

HIER DIE DISKUSSION ZUM NACHLESEN

21.55 Uhr - Wer mit wem?

Strolz und die Bildung? Er sieht bei allen Potenzial. Partner für Lunacek im Bereich Klimaschutz? Auch sie will sich nicht "ideologisch" festlegen. Der Appell an die Wähler: Die Grünen stark machen, um diese Themen umzusetzen anstatt "taktisch zu wählen", sagt Lunacek. Mit wem will Kurz das Sozialsystem verändern? Der ÖVP-Chef setzt zu einer kleinen Wahlkampfrede an, will Erster werden und warnt dann auch noch vor rot-blau. Strache hält ein Wahlplakat in die Kamera, plädiert für "Fairness". Rot und Schwarz würden vor jeder Wahl streiten, "danach finden Sie wieder zueinander". Und zum Abschluss Bundeskanzler Christian Kern: Lob für Kreisky, den österreichischen Traum weiterführen, einen friedvollen, sozialen Staat und die Warnung vor schwarz-blau. Keiner will sich also so wirklich auf irgendetwas festlegen, so ist das in Österreich. Und Moderator Leitner lobt zum Abschluss den ORF, weil hier noch "kultiviert diskutiert" werde.

21.50 Uhr - "Reförmchen" und Bildungspflicht

Kurz hat bei Strolz "viel Gutes gehört". Er will statt "Reförmchen" echte Reformen. "Wir brauchen eine Bildungspflicht", sagt Kurz. Zu viele Schüler könnten nach der Volksschule nicht lesen. Seine Ideen: Frühförderung. Deutsch vor Schuleintritt. Verlängerung der Schulpflicht, wenn die Sprachkenntnisse nicht ausreichend sind. Kern drückt seine "Sorge" über die Diskussion aus. "Wir werden hier investieren müssen", sagt der SPÖ-Chef aus. "Wenn man sich die Programme von ÖVP und FPÖ anschaut, wird sich das nicht ausgehen." Kern will mehr Lehrer, mehr Sozialarbeiter, die Politik raus aus der Schule. Er lobt den heutigen Parlamentsbeschluss für die Übernahme der Internatskosten für Lehrlinge. Kern fordert auch die Angleichung von Arbeitern und Angestellten, die während der Diskussion im Parlament beschlossen wurde. Lunacek will eine gemeinsame Gesamtschule und freien Universitätszugang. Strache fordert "Deutsch vor Schuleintritt" und die Lehrlingsausbildung stärken. 

Reformvorhaben der Parteien

21.40 Uhr - Strolz als Bildungsminister

Moderatorin Claudia Reiterer hat offenbar genug und will schon zur Schlussrunde. Dabei fehlt noch das von Matthias Strolz gewählte Thema Bildung. Der Neos-Chef legt los und präsentiert fünf Punkte. Er fordert Talente- und Potenzialförderung. "Lehrer soll der wichtigste Beruf der Republik werden." Bessere Ausbildung, bessere Auswahl. Strolz will Bildungsminister werden. "Parteibücher raus", ist eine weitere Forderung. Auch eine mittlere Reife will er einführen. "Die Mittelschulen sollen so bunt sein wie das Leben." Letzter Punkt: Die Lehre wieder attraktiver.

Reformen in der Bildungspolitik

21.35 Uhr - Böse Konzerne

Auch ÖVP-Chef Kurz ist begeistert von Elektromobilität. Gegen den Klimawandel könne man nur international ankämpfen. "Wir müssen Druck machen auf die, die jetzt das Klimaakommen verlassen. Wie etwa die USA." Den Österreichern sei Umweltschutz sehr wichtig, lobt Kurz. Lunacek freut sich, dass "jetzt alle was tun wollen". Warum die Bundesregierung bis jetzt "nichts getan" habe, sei ihr nicht klar. Auch Strache ist für ein Glyphosat-Verbot. Und die bösen Konzerne: Monsanto, Bayer. Auch Strache präsentiert sich als Umweltschützer. Den Klimawandel gebe es schon seit dem Mittelalter. "Und ja, auch mit menschlichen Anteil", sagt der FPÖ-Chef. Er will keinen "Geschäftszweig CO2-Handel".

21.31 Uhr - Elektroautos und Glyphosat

Während die Kandidaten hier diskutieren, wurde im Parlament übrigens vor kurzem die Gleichstellung von Arbeitern und Angestellten beschlossen. Jetzt Christian Kern zum Thema Klimawandel. Er will den Anteil erneuerbarer Energien vervierfachen. "Wir brauchen aggressivere Ziele." Elektromobilität - hier habe Österreich hohe Kompetenz. Zehntausende Arbeitsplätze könnten hier geschaffen werden. Kern will das umstrittene Pflanzenschutzmittel Glyphosat verbieten.

21.28 Uhr - Naturkatastrophen und Dieselautos

Thema erledigt. Es geht weiter mit Klimaschutz. Lunacek spricht Erderwärmung, Unwetter, Dürrekatastrophen und Hurrikans an. "Das wird früher oder später Katastrophen auslösen." Keine andere Partei würde das ansprechen, kritisiert Lunacek. "Einspruch" von Matthias Strolz. Lunacek präsentiert ihre Ideen: Thermische Sanierung fördern, keine Neuzulassungen für Dieselautos ab 2030, CO2-Steuern. Strolz bietet sich als "Allianzpartner" an und kann sich auch eine CO2-Steuer vorstellen - nach dem Vorbild von Schweden. 

Klimaschutz und ökosoziale Steuerreform

 

21.20 Uhr - Waffen für Saudi-Arabien

Kern spricht von einem "Wettbewerb zwischen FPÖ und ÖVP". Er will lieber Polizei und Bundesheer stärken. Radikalisierung passiere auch in der Mitte der Gesellschaft, sagt der Bundeskanzler. Lunacek kritisiert, dass in der Diskussion immer "Flucht und Zuwanderung" vermengt werden. "Wir brauchen einen geordneteren Zugang", sie will das Botschaftsasyl wieder einführen. Und: Fluchtursachen bekämpfen. "Österreich hat 30.000 Kleinwaffen an Saudi Arabien geliefert", sagt Lunacek. Das müsse gestoppt werden. Strolz: "Beim Botschaftsasyl werden die anderen Staaten nicht mitmachen." Strache spricht noch einmal "Fehlentwicklungen der letzten Jahre" an, verweist auf Studien zur Islamisierung. "Wir können nicht die Probleme aller Welt lösen", sagt der FPÖ-Chef.

21.14 Uhr - Schlepper und Hilfe vor Ort

Strolz will unterschiedliche Regeln für Asyl, subsidären Schutz und Arbeitsmigration. Kurz kommt zurück auf seine bekannten Positionen. "Es dürfen nicht die Schlepper entscheiden, wer zu uns kommen darf." Vorschläge: Hilfe vor Ort ausbauen, strengeres Vorgehen gegen Schlepper. Dann lobt er noch sein Islamgesetz und will das Kultusamt stärken.

21.10 Uhr - Wunschdestination Österreich

Damit schon Thema 3 des heutigen Abends: Stopp der Zuwanderung. Strache kritisiert Verfehlungen der Regierung bei Grenzsicherung und im Integrationsbereich. "Wir müssen auch radikal-islamische Vereinsstrukturen stoppen", sagt der FPÖ-Chef. "Rechtswidrige Zuwanderung über den Balkan" sieht er auch. Flüchtlinge würden sich die "Wunschdestination Österreich aussuchen", das widerspreche den Dublin-Regeln der EU. Der Seitenhieb auf die ÖVP darf nicht fehlen, bei der Kinderbeihilfe für im Ausland lebende Kinder.

Stopp der Zuwanderung und Adaptierung des Asylrechts

21.05 Uhr - Wien als Vorbild

Lunacek versucht die Diskussion zu relativieren. "Die Mindestsicherung macht gerade einmal 0,8 Prozent der Kosten des Sozialsystems aus", sagt die Grüne Spitzenkandidatin. Ein bundesweit einheitliches Modell kann sie sich auch vorstellen, nach dem Vorbild der Regelung in Wien.

20.58 Uhr - Ähnliche Ideen bei der Mindestsicherug

Als Bundeskanzler muss Christian Kern natürlich den Status Quo loben. "Wir haben eine Rekordbeschäftigung." Mindestsicherung? Auch Kern will eine bundesweit einheitliche Regelung. Riesiges Sparpotenzial sieht er hier aber nicht. "Wir müssen die Pensionen sichern." Strache hält dagegen: "Viele, die den Asylstatus erhalten haben, sind in andere Bundesländer gezogen, zum Beispiel nach Wien." Die allgemeine Stimmung ist trotzdem erstaunlich entstpannt. Wahrscheinlich sind alle froh, den Wahlkampf hinter sich zu haben. Auch Strolz will eine Vereinheitlichung der Mindestsicherung. "Derzeit rutscht hier vieles Richtung Wien." Der Neos-Chef lobt das Voralberger Modell, mit Integrationsvereinbarung, Wertekursen, mehr Sachleistungen. Er fordert auch eine Wohnsitzbindung für Flüchtlinge. "Ich bin die Abteilung enkelfit und nicht slimfit", sagt Strolz über die Reform des Pensionssystems.

Sozialsystem und Mindestsicherung

20.53 Uhr - Pink-blauer Kugelschreiber und Soziales

Eine sehr ruhige, sachliche Diskussion bis dato. Haben die Elefanten Kreide gefressen? Vielleicht wird es beim nächsten Thema "Sozialsystem sichern" hitziger. Kurz will "sparsamer werden", bei den Sozialversicherungsträgern sparen und einen "Stopp der Zuwanderung ins Sozialsystem". Sonst sei vieles einfach nicht finanzierbar, sagt der ÖVP-Chef. Strache borgt sich von Strolz einen Kugelschreiber aus. "Eine Parteispende", kommentiert der das. Heute darf sogar gelacht werden. Der FPÖ-Chef spricht von einer "Sogwirkung der Mindestsicherung". Mehr Sachleistung statt Geldleistung, ist sein Ziel. In Oberösterreich sei die Kürzung schon ein guter Anfang gewesen. Der Vergleich mit der Höhe der Pensionen darf nicht fehlen. Strache will ein eigenes System für Drittstaatangehörige.

20.48 Uhr - Osteuropa, Energiewende, Frauenarbeit

Heinz-Christian Strache erzählt von seiner Selbständigkeit als Zahntechniker. Heute wäre das schwieriger, Unternehmern würden Steine in den Weg gelegt worden. "Der Standort ist unattraktiver geworden, das hat die Arbeitslosigkeit verstärkt", sagt der FPÖ-Chef. Dann die Warnung vor billigen Arbeitskräften aus Osteuropa. Wie gehen die Grünen damit um? "Umwelt und Wirtschaft passt zusammen", sagt Ulrike Lunacek. Sie verweist auf die Energiewende, lobt die einstige Regierungsbeteiligung der Grünen in Oberösterreich. "Umweltschutz ist notwendig für die Zukunft." Thema Frauen am Arbeitsmarkt. "Frauen verdienen noch immer ein Viertel weniger als Männer." Lunacek will mehr Kinderbetreuungsplätze und einen Mindestlohn von 1750 Euro.

20.44 Uhr - Estland, scharfe Messer, Flughafen

Matthias Strolz will die Bürokratie verringern. "In Estland Firmengründung zwei Tage, in Österreich 22 Tage", sagt der Neos-Chef. Er kritisiert die ÖVP, "sie denken nur an die Wirtschaftskammer". Strolz will die Lohnnebenkosten senken und beklagt Versäumnisse der letzten Jahren. Kurz betont, dass der Staat nur Rahmenbedingungen bieten könne. Zum wiederholten Male erzählt er dann von der Arbeitslosigkeit seines Vaters mit 50+. "Wir brauchen eine Trendwende", sagt Kurz. "Unternehmen weniger Steine in die Wege legen." Und dann Beispiele: Köche, die unterschreiben müssen, dass Messer scharf sind. Kritik am langen Warten auf die dritte Piste des Flughafens Klagenfurt.

20.37 Uhr - Plan A vorgelesen

"Aktive Politik, bewusst gestalten" gibt Kern als Credo aus. Pakt mit der Wirtschaft, Jobbonus, Innovation. Moderator Tarek Leitner will eine konkrete Maßnahme hören. Kern erzählt von einer Reihe von Projekten - Kooperationen zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Öffentliche Investitionen. Schnelles Internet. Einkommen stärken. "Da gibt's nicht eine Maßnahme", sagt der SPÖ-Chef, der jetzt auch seinen Plan A in die Kamera hält.

20.33 Uhr - Die Wahl der Themen

Jetzt dürfen sich die Kandidaten ihre Themen auswählen, wie schön. Welches Projekt wollen die Spitzenkandidaten als erstes umsetzen? Bildungsreform, sagt Strolz. Lunacek: Kampf gegen den Klimwandel. FPÖ-Chef Strache: Islamierung stoppen, Zuwanderung stoppen. Kurz will "Veränderung", als Thema wird "Sozialsystem sichern" vereinbart. Und Bundeskanzler Kern? Holt aus und lobt seine Politik, die wirtschaftliche Entwicklung, will mehr Frauenpolitik. Das Thema: "Vollbeschäftigung".

20.28 Uhr - Tiefpunkte und Inhalte

Ulrike Lunacek (Grüne) freut sich über die vielen jungen Zuschauer. Die Krise der eigenen Parteien tut sie mit einem Halbsatz ab und spricht lieber von einem "Tiefpunkt mit Wahlkampf" - Dirty Campaigning verantwortet von rot und schwarz. Matthias Strolz (Neos) will die Parteienförderung reduzieren und weniger für Werbung ausgeben. "Wir haben ein Fünftel der großen Parteien ausgegeben." Er will mit Inhalten punkten und zeigt sein schönes pinkes Parteiprogramm her. "Neustart in der politischen Kultur" ist sein Wunsch.

20.25 Uhr - Anpatzen, Stillstand, Siberstein

Und auch ÖVP-Chef Sebastian Kurz startet mit altbekannten Phrasen. "Kein anpatzen", "neuer Stil" und eine klare Absage an Dirty Campaignig. Kurz erneuert seine Forderung nach einem eigenen Straftatbestand. Er wünscht sich auch eine "würdevolle Diskussion". Heinz-Christian Strache (FPÖ) legt auch gleich ordentlich los. "Nicht Systemen dienen", "Stillstand", "viele Versprechungen". Wer ist schuld? Genau, die rot-schwarze Regierung. In der Causa Silberstein hätte er sich eine Entschuldigung erwartet. Netter Versuch.

Politische Kultur im Wahlkampf

20.22 Uhr - Fanclubs und Kreisky

Ein lockerer Auftakt mit Impressionen von der Ankunft der Spitzenkandidaten im ORF-Zentrum. Alle haben ihre Fanklubs dabei und werden bejubelt. Zu Beginn der Diskussion geht es um das Vertrauen in die Politik, die dieser Wahlkampf ja nicht unbedingt verstärkt hat. Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) spricht von einer "Richtungsentscheidung" und redet gleich in seiner ersten Wortmeldung über Bruno Kreisky.

20.10 Uhr - Der Countdown läuft

Guten Abend. Mehr als 150 Stunden Sendezeit haben die österreichischen TV-Sender in den vergangenen Wochen für Interviews, Duelle, Konfrontationen und Analysen zur Nationalratswahl gefüllt. Mit der Elefantenrunde macht heute der ORF den Abschluss. Warum Elefanten? Der Name entstand in Deutschland, aufgrund der Gewichtigkeit der Diskutanten in der politischen Arena. Warum muss Peter Pilz zuschauen? Weil er keine Fraktion im Parlament angehört. Pilz beschwerte sich darüber auch beim Verfassungsgerichtshof und bei der Medienbehörde RTR.

Begrüßung der Spitzenkandidaten

Die Ausgangslage

Bei sechs Veranstaltungen der Kleinen Zeitung gaben Christian Kern, Sebastian Kurz, Heinz-Christian Strache, Ulrike Lunacek, Matthias Strolz und Peter Pilz Einblick in ihre Persönlichkeit und in ihre persönliche Vergangenheit. 

Wenn heute Abend (20.15 Uhr, ORF 2) die Spitzenkandidaten der fünf Parlamentsparteien aufeinandertreffen, werden wohl mehr als eine Million Österreicher zuschauen. Peter Pilz darf beim ORF nicht mitdiskutieren. Dabei geht es nicht nur darum, wie Kern, Kurz & Co etwas sagen, sondern auch, mit welcher Mimik und Gestik sie sich in der „Elefantenrunde“ präsentieren. Wer kann mit wem? Wer hat welche Visionen? Und vor allem: Wer emotionalisiert? Es geht um einiges: rund 20 Prozent der 6,4 Millionen Wahlberechtigten sollen noch immer unentschlossen sein.

Migration, Steuern und die Koalitionsfrage waren bisher die dominierenden Themen in diesem TV-Wahlkampf. Dies ergab eine Medienanalyse der TV-Duelle und Elefantenrunden auf ORF 2, ORF III, ATV und Puls 4 durch APA DeFacto für die Zeit des Intensivwahlkampfes im September und Oktober. Mit Abstand am meisten wurde dabei über das seit Sommer 2015 omnipräsente Themengebiet Migration gesprochen.

Kommentare (11)

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Zeitgenosse
4
11
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Kurz immer wieder!

Ich möchte
Ich will
Ich werde, ich ich ich!!!
Für mich nicht wählbar!

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jedentagklztg
9
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Es ist Zeit, Genosse

Lieber Genosse, es ist Zeit aus dem Eck des Klassenkampfs heraus zu kommen. Diese Lehre hatte ihr Zeit und Berechtigung. Die Probleme von heute brauchen Lösungsansätze von heute. BK Kern hat es anfangs versucht, jetzt ist er leider rückfällig geworden. Jetzt werden es andere probieren, die das Problem lösen und nicht Gruppen gegeneinander ausspielen wolen. Möge die Übung gelingen!

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forumuser1
0
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stimme Jedentagklztg zu!

Probleme gehören gelöst... Kurz/Övp sollte der Regierung endlich mal fernbleiben. Kurz hatte seine Chance die letzten 7 Jahre, Övp die letzten 30 Jahre.

nuuuur? Vor den meisten Alternativen graut mir auch.

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Zeitgenosse
1
6
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Ich bin ihr

Zeitgenosse, aber bestimmt nicht ihr Genosse .
Schauma mal!!!

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jedentagklztg
4
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Übereinstimmung

Das klingt doch gut! Dann sind wir beide ja keine Genossen.

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Adler48
13
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Politik!

Einfach beschämend, wie der Kern die Dreck-Fake Kampagne seiner SPÖ wegsteckt und so tut, als wären sie es gar nicht gewesen, die das mit Steuergeld (Parteigeld ist Steuergeld) bestellt und bezahlt haben. Und nun will er schöne Visionen für die Zukunft inszenieren - ich glaub dem kein Wort mehr!

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Planck
2
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... kein Wort MEHR?

I glaub' kaum, dass Ihre generelle Disposition Sie jemals in die Lage versetzt hat, dem Kern jemals zu "glauben".
Sie glauben jemand anderem, das Problem ist: Glauben ist nicht Wissen.

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GordonKelz
4
7
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ELEFANTENRUNDE.....

.....es sind auch noch nie so viele einem
STUDIENABBRECHER offensichtlich folgend ,wie bei dieser Wahl !
Gordon Kelz

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pinsel1954
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Ein Studienabbrechr ist mir lieber.....

.....als ein Taxifahrer........
Und im übrigen kenne ich Akademiker die im Leben mehr daneben stehen als ein normaler Arbeiter....

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gerhard2412
5
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Studienabbrecher

Das hab ich doch schon irgendwo gelesen?

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Zeitgenosse
2
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Ausgenommen

Herr Mag. Kern und Herr Dr. Strolz!

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