Hauptverbands-ChefinDie Gründe für Rabmer-Kollers Rundumschlag

Die zentralen Begründungen des Rücktritts der Hauptverbands-Chefin im Überblick. Ein schwarzer Kassen-Obmann sieht das indes als Ausrede für ihr eigenes Scheitern.

Rabmer-Koller © (c) APA/HERBERT PFARRHOFER (HERBERT PFARRHOFER)
 

Hauptverbands-Chefin Ulrike Rabmer-Koller hat ihren Rücktritt mit mangelndem Reformwillen begründet. Sie habe eine umfangreiche Reformagenda eingefordert, es habe aber der politische Wille zur Umsetzung gefehlt, erklärte Rabmer-Koller noch am Donnerstag. Doch was genau stört sie eigentlich? Ein Überblick.

"Die Struktur des Gesundheitssystems ist sehr diversifiziert, da gibt es zu viele Player", sagt Rabmer-Koller im Ö1-Morgenjournal. Sie sei angetreten, um "rasche Refomen umzusetzen" - und das sei derzeit nicht möglich. Der Grund dafür: "Der politische Wille fehlt", sagt die Bauunternehmerin.  "Es gibt keine klare Entscheidungsstruktur, Parteipolitik und Ideologie haben sachorientierte Lösungen unmöglich gemacht", schimpft Rabmer-Koller.

Auf absehbare Zeit sehe sie nun keine Möglichkeit, dass"ideologiefrei und ohne Berücksichtigung der Eigeninteressen" Reformen im Gesundheitssystem vorangetrieben werden können". So, sagt Rabmer-Koller im ORF-Radio, "wird immer mehr Geld ins System fließen - das ist nicht mein Weg".

Ihr Rundumschlag gipfelt in einem plakativen Vergleich: "Unser Gesundheitssystem ist wie ein Fass mit Löchern", unkt die scheidende Hauptverbands-Chefin. "Wenn man die nicht stopft, fließt immer mehr Wasser hinein, das ist nicht zu tolerieren", so die ÖVP-Wirtschaftsbündlerin.

Vom eigenen Scheitern abgelenkt?

Allerdings gibt es sogar von ÖVP-Seite Kritik an ihrem Rundumschlag. So richtet ihr der Obmann der Vorarlberger Gebietskrankenkasse, Manfred Brunner, via "Standard" aus: "Das ist nur eine Ausrede, um ihre eigene Situation zu überspielen". Rabmer-Koller habe sich zu wenig um Strategien und interne Abstimmungen gekümmert, deshalb sei sie laut dem GKK-Mann gescheitert. Kritik an ihrem Vorgehen übte auch Sozialminister Alois Stöger (SPÖ): "Übertrieben", nannte er ihren Rundumschlag. 

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Danke für Ihr Verständnis.

raspel
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Österreichs Reformresistenz ..

..ist ja in allen Bereichen des öffentlichen Lebens nur allzu bekannt. Warum wohl tümpeln wir in allen Statistiken im unteren Drittel herum?

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alfjosef
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Durchgreifen - wo? Reformen wurden gerade erst im Pressedienst des HVB bejubelt!

Wo gibt es ein "Durchgreifen" ???
Diese "Sager" sollten uns alle im Vorfeld kritisch werden lassen! Da werden auch laufende Reformen umgesetzt und es ist nichts! Manche Kommentare gehen zumindest tw. an der Sache vorbei. Da wird ein "Durcheinander im Gesundheitswesen" als "Durcheinander unter den Sozialversicherungen" abgehandelt bzw. geradezu "hochgeschrieben" . Hat diese Dame nicht mehrmals voll Stolz berichtet, welche Erfolge sie verzeichnen konnte? Siehe die Pressemeldungen des Hauptverbandes! Wenn sich jemand interessiert, welches Reformen politisch entschieden und nun auf verschiedenen Ebenen umgesetzt werden, sollte/kann vom "Parlament.at" bis zu den Landesregierungen dies nachverfolgen - und bitte dann berichten! Es wäre aber dringend, die bisherigen Stile zu beenden. Die "umwerfenden Reformen" wo immer auch, hätten wohl auch gravierende "umwerfende" Wirkungen für die Versicherten im Generellen zur Konsequenz. Das würde dann wieder viele auf den Plan rufen mit der Frage, wie können/konnten "solch derart umwerfende Reformen" gemacht werden? Also, Stepp bei Stepp ist vor zugehen.

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Adler48
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Stöger!

Dieser Herr wird an Inkompetenz nur mehr von seinem "Chef", dem Pizzaausträger überboten! Wann werden diese Herren endlich verabschiedet?

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Ichweissetwas
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hoffentlich bekommt der SV-Hauptverband

jetzt einen "starken" Mann....!

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