Ex-SPÖ-Chef Entholzer zieht sich komplett zurück

Der am Samstag nicht zur Wiederwahl angetretene oö. SPÖ-Landesparteichef Reinhold Entholzer wird sich komplett aus dem aktuellen Politikgeschehen zurückziehen. Seinen Posten als Landesrat will er sobald wie möglich aufgeben. Dies könnte im März sein, meinte man am Montag in der Landesparteizentrale. Sicher ist, dass eine Frau in den derzeitigen Männerreigen der Landesregierung geschickt wird.

© APA
 

Der neue rote Parteichef Johann Kalliauer hat bereits angekündigt, dass er den "Frauenanteil stark erhöhen" wolle. Namen von Kandidatinnen für das Sozialressort nannte er noch keine. Als mögliche Anwärterinnen wurden u.a. Andrea Wesenauer, Direktorin der oö. Gebietskrankenkasse, sowie Birgit Gerstorfer, Chefin des AMS Oberösterreich, ins Spiel gebracht. Für die SPÖ sind dies die "üblichen Verdächtigen", da diese Frauen "erfolgreiche Arbeit" leisten, hieß es dazu nur aus der Parteizentrale.

Für Montagmittag hat Kalliauer einen ersten Besuch in der Parteizentrale in der Landstraße angekündigt. Dabei sollte es auch um eine weitere Weichenstellung gehen: Wer die Landesgeschäftsführung der Partei übernehmen wird, die sich offiziell noch bis Ende März Peter Binder und Roland Schwandner teilen. Als eine Favoritin gilt Carmen Janko, derzeitige Pressesprecherin des ÖGB in Oberösterreich.

Entholzer wird aller Voraussicht nach von seinem Rückkehrrecht zu den ÖBB Gebrauch machen. Vor seinem Wechsel in die Landespolitik 2013 war der gelernte Hochbauingenieur fast 15 Jahre in der Arbeitnehmervertretung aktiv, u.a. als Landesvorsitzender der Eisenbahner-Gewerkschaftschaft.

Wenige Stunden vor seinem Antreten zur Wiederwahl zum Landesparteichef am Samstag hatte Entholzer seinen Verzicht erklärt. Zu dem Knalleffekt kam es, nachdem der 56-Jährige Freitagnachmittag überraschend angekündigt hatte, Landesgeschäftsführer Peter Binder durch Sabine Schatz zu ersetzen. Daraufhin legte der Linzer Bürgermeister Klaus Luger aus Protest seine Landesparteifunktionen zurück. In der Folge brach die Revolte los. Nach einer Krisensitzung des Präsidiums Freitagnacht stand dann fest: Entholzer wird nicht wie geplant kandidieren, stattdessen soll AK- und ÖGB-Chef Kalliauer das Ruder übernehmen. Er wurde am Parteitag dann mit 91,3 Prozent der Delegiertenstimmen in diese Funktion gewählt.

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SPÖ als politischer Arm der Gewerkschaft

Nun ist wahr geworden, was sich seit Jahren abgezeichnet und wovon die alten Gewerkschaftsbonzen nicht mal zu träumen wagten. Die SPÖ wurde zur Klientelpartei - als politischer Arm der Gewerkschaft, seit Kaliauer gleichzeitig AK-, ÖGB- und SPÖ-Chef ist.

Was mich aber echt aufregt ist, dass wir nun mit unseren AK-Zwangsbeiträgen direkt die SPÖ finanzieren.

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