Wien-Wahl

Experten: Duell um Wien zwischen Häupl und Strache

Die aktuelle Asylkrise dürfte laut Politikexperten keine großen Auswirkungen auf die Landtagswahlen in Oberösterreich und Wien haben. Vor allem in Wien spiele der FPÖ das Thema aber doch sehr in die Karten.

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Meinungsforscher erwarten sich durch die große Zahl an Flüchtlingen, die sich derzeit auf dem Weg nach Europa befinden, keine allzu großen Auswirkungen auf die Landtagswahlen im Oberösterreich und in Wien. In Wien werde es aber zu einer weiteren Zuspitzung des Duells zwischen Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache kommen, so die Experten.

FPÖ: "Klare Linie" bei Asyl

Die FPÖ werde von den Debatten angesichts der Flüchtlingsmassen tendenziell eher profitieren, jedenfalls befände sie sich in einer komfortablen Position, meinte Peter Hajek (Public Opinion Strategies). Politberater Thomas Hofer (H & P Public Affairs) sagte, die FPÖ werde aufgrund der Flüchtlingssituation zwar nicht unbedingt mit starken zusätzlichen Gewinnen (über den ohnehin erwarteten Zuwächsen) rechnen können, die Verunsicherung und Angstgefühle bei Teilen der Bevölkerung könnten den Freiheitlichen aber freilich dennoch nützen. Denn die FPÖ habe beim Thema Asyl eine "sehr klare Linie" - im Gegensatz zu den Regierungsparteien, wie Hofer anmerkte. Dadurch werde die FPÖ ihre Wähler sehr gut mobilisieren können.

Einen möglichen Vorteil aus der Situation könnte den Experten zufolge aber auch die SPÖ in Wien ziehen. Denn Bürgermeister Michael Häupl habe sich durch seine klare Haltung für eine menschliche Flüchtlingspolitik klar gegen Strache positioniert, etwa, indem er angeboten hatte, alle unbegleiteten Kinder aus dem Flüchtlingslager Traiskirchen in Einrichtungen der Stadt unterbringen zu wollen.

Strache als Nr. 1 verhindern

Häupl habe damit versucht, "Dämme gegen Blau" zu bilden. Damit werde die SPÖ eventuell Wähler von ÖVP, Grünen und NEOS abziehen können, meinte Hofer, unter dem Motto: "Wir müssen gemeinsam (FPÖ-Chef Heinz-Christian, Anm.) Strache als Nr. 1 verhindern". Der Wiener Bürgermeister positioniere sich in der Flüchtlingsfrage als "guter Hirte", dies stelle den Versuch dar, taktische und emotionale Wähler für sich zu gewinnen.

Auch könnte Häupl mit seiner klaren Linie in Flüchtlingsfragen jene SPÖ-Wähler, die sich aufgrund der rot-blauen Koalition im Burgenland von der Partei abwenden, wieder für sich gewinnen, so Hofer. "Häupl hat Linie gehalten", obwohl es in Wien an der SP-Parteibasis genug Fans für Rot-Blau gebe, sagte der Meinungsforscher. Hofer erinnerte daran, dass Häupl bereits 2010 eine Zuspitzung auf das Duell mit Strache gelungen sei, damals sei es noch ein "virtuelles" gewesen, jetzt ein reales.

Die momentane Euphorie der angesichts der zahlreichen freiwilligen Flüchtlingshelfer sehen die Experten jedenfalls nicht als Indiz dafür, dass die FPÖ Wähler verlieren könnte. "Die Ängste bleiben in weiten Teilen der Bevölkerung, was die Integrationsfähigkeit angeht", so Hofer. Und: "Die aktuelle Stimmung kann sehr rasch auch umschlagen. Ich glaube nicht, dass sich der Herr Kickl (FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl, Anm.) groß fürchten muss, denn grundsätzlich ist das ein Thema (...), das den Freiheitlichen mit Sicherheit in die Hände spielt, weil das ist ihr Thema."

ÖVP in Wien ohne Chance

Ähnlich sieht dies Hajek: "Jemand, der ob der Aufnahmen von Flüchtlingen in Sorge und Angst ist, wird sich durch die solidarische Welle der Hilfsbereitschaft nicht beeindrucken lassen." Er verwies auch darauf, dass laut Umfragen in der Bevölkerung grundsätzlich seit Jahren eine hohe Unzufriedenheit mit der Handlungsunfähigkeit der handelnde Akteure, v.a. jener der Bundesregierung, bestehe. Und das Asylthema habe diese Meinung weiter verstärkt.

Nur falls die Stimmung gegenüber den Flüchtlingen innerhalb der Wählerschaft auch bis zur Wien-Wahl freundlich, positiv und hilfsbereit bleibt, dann hätten SPÖ und ÖVP laut Hajeks Ansicht die Möglichkeit - "bei gutem Agieren" - Wähler wieder an sich zu binden. Wobei Hajek gerade der ÖVP wenig Chancen auf Erfolg attestiert: Außer Verkehr und Parkpickerl hätte die ÖVP quasi keine Themen, dazu sei Ursula Stenzel zu den Blauen gewechselt. Und außerdem befinde sich die Wiener Volkspartei in "keinem Match" (im Gegensatz zu SPÖ und FPÖ) - "damit hat sie kein Mobilisierungselement in ihrer Kampagne".

Oberösterreich unverändert

Für Oberösterreich erwarten die Meinungsforscher weiterhin keine großen Umwälzungen. Für Hajek ist es fix, dass die FPÖ Platz zwei erobern wird, Landeshauptmann werde aber "nach wie vor (ÖVP-Chef Josef, Anm.) Pühringer" werden. Die SPÖ werde auf Platz drei landen - "alles andere wäre tatsächlich eine Überraschung". Auch Hofer meinte, es sei relativ klar, dass "fast eine kleine Sensation passieren müsste, wollte die SPÖ Platz zwei halten".

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Tvwatcher
3
1
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Die aktuelle Asylkrise dürfte laut Politikexperten keine großen Auswirkungen auf die Landtagswahlen in Oberösterreich und Wien haben.

Das klang so ähnlich vor ein paar Monaten in der Steiermark.
Was haben wir jetzt, .... einen EXLH und einen geschenkten LH, der sich selber noch nicht ganz so sicher ist, dass er jetzt das auch tatsächlich ist. :-)

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