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Papst fordert konkrete Schritte gegen Ausbeutung und Gewalt

Unmittelbar vor Beginn des UNO-Gipfels zu den sogenannten Nachhaltigkeitszielen hat Papst Franziskus von den Regierungen der Welt "unverzügliche Maßnahmen" gefordert. "Es reichen nicht die feierlich übernommenen Verpflichtungen", sagte Franziskus am Freitag vor der UNO-Vollversammlung in New York.

© APA (epa)
 

Es müsse darum gehen, etwa Menschenhandel, sexuelle Ausbeutung von Knaben und Mädchen, Sklavenarbeit einschließlich Prostitution, Drogen- und Waffenhandel, Terrorismus und internationale organisierte Kriminalität so schnell wie möglich zu überwinden. "Wir müssen dafür sorgen, dass unsere Institutionen wirklich effektiv sind im Kampf gegen all diese Plagen."

Auch zum Thema Umwelt fand der Pontifex scharfe Worte: "Jede Schädigung der Umwelt ist eine Schädigung der Menschheit." Jeder Mensch habe ein Recht auf Leben, was einem "Existenzrecht der menschlichen Natur selbst" entspreche. Die heute verbreitete "Wegwerfkultur" treffe die Ärmsten der Welt am härtesten. Die Welt sei heute so eng miteinander verbunden, dass sich Probleme in einem Teil der Welt auch in anderen zeigten, sagte er - ohne allerdings etwa die Flüchtlingskrise explizit zu erwähnen.

"Tatsächlich führt ein egoistisches und grenzenloses Streben nach Macht und materiellem Wohlstand dazu, sowohl die verfügbaren materiellen Ressourcen ungebührlich auszunutzen als auch die auszuschließen, die schwach und weniger tüchtig sind", sagte der Papst. Er sei überzeugt, dass die UNO-Klimakonferenz in Paris im Dezember Fortschritte bringe.

Vor 15 Jahren hatten die UN die sogenannten Jahrtausendziele (Millennium Development Goals, MDGs) beschlossen, im Rahmen derer eine drastische Senkung von Hunger, Armut, Kindersterblichkeit und anderen Punkten erreicht hätte werden sollen. Bisher ist die internationale Gemeinschaft aber noch weit von der Zielerreichung entfernt. Die 17 Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) sollen nun darauf aufbauen.

Kurz vor der Rede von Papst Franziskus lobte Ban Ki-moon das katholische Kirchenoberhaupt als "Mann des Glaubens für alle Glaubensrichtungen". Mit seiner Rede vor den UNO-Vollversammlung schreibe Franziskus Geschichte, da niemals zuvor ein Papst die jährliche Vollversammlung eröffnet und vor so vielen Staats- und Regierungschefs gesprochen habe. Ban dankte dem Papst für seinen Einsatz im Kampf gegen den Klimawandel und für die Würde aller Menschen und lobte ihn als "schallende Stimme des Gewissens".

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