Asyl

UNHCR: Lage in Traiskirchen ist "untragbar"

Traiskirchen vor Aufnahmestopp: Innenministerium bereitet Notpläne vor. Damit reagiert Österreich auf Kritik des UNHCR an der "menschenunwürdigen Situation" im Flüchtlingslager.

ASYL: ERSTAUFNAHMEZENTRUM TRAISKIRCHEN
Erstaufnahmezentrum Traiskirchen © APA/HELMUT FOHRINGER
 

Die Bundesbetreuungsstelle Traiskirchen steht vor einem Aufnahmestopp. Ab kommender Woche dürften in die vollkommen überfüllte Einrichtung in der niederösterreichischen Gemeinde keine neuen Asylwerber mehr aufgenommen werden. Angesichts der unhaltbaren Zustände mit Hunderten Obdachlosen auf dem Gelände wird das Innenressort aller Voraussicht nach neue Notquartiere schaffen.

Zeit bis Samstag

Offiziell haben die Länder noch bis Ende des Monats, also bis Samstag, Zeit, genügend Ressourcen zu schaffen, um eine Entlastung Traiskirchens zu ermöglichen. Immerhin beherbergt die örtliche Aufnahmestelle, die für rund 1.800 Personen ausgelegt ist, mittlerweile etwa 4.500 Flüchtlinge. Doch es gilt als höchst unwahrscheinlich, dass bereits in den kommenden Tagen genug Unterkünfte seitens der Länder angeboten werden, um zu einer echten Entspannung der Lage beizutragen.

Druck kommt derweil von Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP), der gestern in der "ZiB 2" kundtat, eine gesundheitspolitische Untersuchung in Traiskirchen angeordnet zu haben. Denn es gebe die latente Gefahr von Epidemien und Seuchen. Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) wiederum kündigte gestern in der "ZiB 1" an, Traiskirchen als Anlaufstelle zu stoppen, "wenn die Bundesländer bis zum 31. Juli keine tragfähigen Konzepte auf den Tisch legen".

Verteilerquartiere

Da auch die bereits in Betrieb befindlichen Verteilerquartiere in den Ländern voll sind, müssen wohl seitens des Bunds neue Ressourcen geschafft werden. Aus dem Innenministerium hieß es, dass man an der Bereitstellung von notdürftigen Quartieren arbeite.

Auf Details will man sich vorerst nicht einlassen. Als möglich gilt beispielsweise, dass wie beim umstrittenen Quartier in Spital am Semmering im Vorjahr jetzt wieder größere, allenfalls leer stehende Hotels angemietet werden, um dort größere Flüchtlingsgruppen unterbringen zu können. Auch weitere Zeltstädte sind nicht auszuschließen. Eher unwahrscheinlich sind Container-Lösungen, da hier in den meisten Bundesländern die Zustimmung der Gemeinden notwendig wäre.

UNHCR-Kritik

Mit dem Aufnahmestopp in Traiskirchen würde das Innenministerium einem Appell des UN-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR entsprechen. Die Situation sei "untragbar, gefährlich und menschenunwürdig", meinte Christoph Pinter, der Leiter von UNHCR Österreich, anlässlich eines Besuchs in Traiskirchen.

Das UN-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR appelliert, keine weiteren Asylsuchenden mehr in die Betreuungsstelle zu bringen und Traiskirchen gleichzeitig so schnell wie möglich zu entlasten.

"Rund 2.200 Menschen, die Krieg und Gewalt entkommen sind, darunter auch Frauen und Kinder, sind in der Betreuungsstelle Traiskirchen mittlerweile akut obdachlos und verbringen Tag und Nacht im Freien. Es braucht äußerst rasch kurzfristige Übergangslösungen, um die Obdachlosigkeit in Traiskirchen zu beenden", sagte Christoph Pinter.

Das UNHCR geht davon aus, dass aufgrund der weltweiten Krisen die Zahlen der Asylsuchenden global und auch in Europa auf hohem Niveau bleiben werden: "Wir schlagen vor, eine Task Force zu gründen, um eine mittel- und langfristige Strategie im Asylbereich zu erarbeiten." Vordringlich erscheint Pinter dabei auch eine Erhöhung der Tagsätze für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, um adäquate Betreuungsplätze für sie zu finden.

 

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Danke für Ihr Verständnis.

Reini1117
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ich frage mich warum

gibts bei uns nur Dampfplauder(i)er(n) und keine Orbans??

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hakre
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welchen beitrag liefert UNHCR, um die flüchtlingssituation zu verbessern bzw. einzudämmen? was unternimmt die uno?

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MrMystery
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andere eu staaten haben

nur ein paar hundert aufgenommen! eine faire eu quote gehört schleunigst her! es fällt auf das die meisten asylsuchenden in diese eu staaten flüchten, in denen sie am meisten soziale unterstützung erhalten! und wenn wir schon in der eu sind, gehören die sozialausgaben für flüchtlinge in allen ländern angepasst! das wär dann FAIR

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shelter
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Afrika kann Exodus nicht länger verkraften

Einen mehr als dramatischen Appell richtete Kardinal Turkson aus Ghana in einem FAZ-Interview an die politisch Verantwortlichen und NGOs. „Afrika kann diese demografische Ausblutung nicht länger verkraften. Die vielen jungen Menschen dürfen ihrer Heimat nicht verloren gehen. Europa selbst könne nicht immer mehr Menschen aufnehmen und einbinden. Europa muß dort ansetzen, wo die Menschen ihre Wanderung beginnen“. Soweit der Kardinal. Während er um das zukünftige Afrika besorgt ist, glauben manche in Ö noch immer, weiterhin Flüchtlinge aufnehmen zu müssen. Anscheindend verdienen außer den Schleppern auch hier zu Lande etliche sehr gut am Schicksal der Flüchtlinge.

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mankale
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was ist eigentlich geplant,

wenn nächstes jahr so wie prognostiziert zusätzliche 100.000 Flüchtlinge kommen?

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tomja12
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darum weil die lage zu schlecht ist

Bringen wir sie alle nachhaus wo sie herkommen dort ist es viel besser also fr.leitner handeln sie und chartern flugzeuge

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Reini1117
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Mein Beitrag vom Schwammerlsuchen

wurde gecancelt obwohl ichs nur gut gemeint hab dass die Flüchtigen einen Zeitvertreib haben und vielleicht ein paar Euronen verdienen können.

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benedikt1956
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Ich bin mir ganz sicher…

der größte Teil der arbeitenden Österreicher berappen mit großer Freude ca. 1 Milliarde oder mehr, jährlich für diese armen Menschen, und verzichtet auf den eigenen Wohlstand.
Und wenn ihnen wegen der vielen Arbeit noch ein klein wenig Zeit zum Wählen bleibt, werden sie die rot, grün und schwärzlichen hochqualifizierten Politschauspieler in die Wüste schicken.

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zomgz
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ich hab kein problem damit

mit meinen steuern diese leute zu finanzieren.

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Planck
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"Die Hypo Alpe Adria hat die Österreicherinnen und Österreicher übrigens genauso viel gekostet wie alle Asylwerber von 1950 bis 2275 zusammen – verursacht wurde das Hypo-Desaster durch die Partei, die jetzt am lautesten gegen Zuwanderung hetzt. Mit diesem Geld hätte man Asylaufnahmezentren und die zugehörige Bürokratie für die nächsten 260 Jahre finanzieren können. (Fabian Grabner, 10.6.2015)"
(Quelle: Der Standard, "Auf der Flucht – Fiktion und Wirklichkeit"

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MrMystery
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und wer sitzt alles

wegen der hypo bis jetzt? das hypo dessaster haben alle großen parteien zu verschulden!

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Planck
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Hätte mich auch sehr gewundert,

wenn ausgerechnet Sie zum Kern von Herrn Grabners Aussage vorgedrungen wären *g*

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benedikt1956
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und wenn man schreibt

„…werden sie die rot, grün und schwärzlichen höchstqualifizierten, unfehlbaren Politprofis wählen“,
gibt’s unten ein wunderschönes Bälkchen, in grün gehalten, obwohl das o.a. zu 100% zutreffen wird?

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screeny
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2030:

Der erste schwarze Bundespräsident. Nein nicht ÖVP sondern Austrian-African-People Party, AAPP. Warum nicht, die Mehrheit entscheidet.

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exilgrazer
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Re: 2030:

Warum nicht?? Wer hätte gedacht, dass die USA eine Afro-Amerikaner als Präsident haben? Wer hätte in Deutschland vor 20 Jahren gedacht, dass eine Frau an der Spitze steht? Dinge verändern sich eben!!!

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MrMystery
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ist eh alles

lug und trug

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tschenifa
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ich kanns mir vorstellen

warum auch nicht?

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benedikt1956
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Ja freilich…

sind auch wahnsinnig viele Präsidentenfähige unter den armen Flüchtlingen, aus dem fernen Afrika!

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exilgrazer
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Re: Ja freilich…

Aber die werden Kinder haben, und Enkelkinder. Die können sich dann, da ja Österreicher, für dieses Amt bewerben.

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tschenifa
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wo ist Ihr erstes Kommentar hin?

das hat mir besser gefallen, denn das war nicht so raßßißtisch und nur gegen mich gerichtet.☺

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RMK
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Untragbar ..

.. ist die Fixierung auf Österreich.
Die EU umfasst 28, z.T. sehr große Mitgliedsstaaten.
Was tut UNHCR?!

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Momi60
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Das Übel... warum können diese zu vielen Menschen noch nach Österreich? Warum sind in Europa nur Wenige Staaten so über strapaziert und Andere dürfen völlig leer ausgehen. Was macht hier eine " EUROP..UNION" aus?

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tschenifa
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wir sind eh....

unterbesetzt. Unser Land könnte viel mehr für diese Flüchtlinge tun unf auch noch viel mehr aufnehmen. Wir sind eines der reichsten Länder der Welt und können uns das leisten!
Wir können uns ja auch die Milliardenverluste der Hypo leisten. Die Hypo kostet uns viel mehr als die paar Flüchtlinge.

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screeny
1
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Das ist ganz richtig, wenn man ...

... an die leeren Wälder und Berghänge denkt. Auch viele Almen wären noch leer und könnten besiedelt werden. Ganze Kasernen stehen leer und Industriebauten könnten mit Leben erfüllt werden. Eigentlich passt ganz Afrika in Österreich hinein. 1,2 Milliarden Menschen stapeln und schlichten. Wenn schon nicht in die Breite, dann in die Höhe. So hat alles Elend ein Ende! :-)

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Planck
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... stapeln und schlichten ...

muss man nicht.
Die gesamte Menschheit hat stehend -- wie zum Beispiel bei einem Open-air in einem Fußballstadion -- auf einem Areal Platz, das etwa die doppelte Fläche von Berlin einnimmt.
Nur am Rande bemerkt ^^

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norbi999
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Stapeln

und Schlichten,das war schon mal so seinerzeit,VORSICHT beim Schreiben...

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Kommentare 1-26 von 113

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