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Papst kritisiert Umgang mit Flüchtlingen

Mehr Verständnis für die Not der Ankömmlinge, weniger Ausländerfeindlichkeit: Papst Franziskus rief Europa auf, den Umgang mit Flüchtlingen zu ändern. Kursierende Bilder treiben ihm die Tränen in die Augen, sagt er.

© APA (epa)
 

Papst Franziskus hat den Umgang mit Flüchtlingen in Europa verurteilt und vor Ausländerfeindlichkeit und Zukunftsangst gewarnt. Die Migranten dürften nicht "wie Ware behandelt werden", sagte der Pontifex am Sonntag bei einer Rede in Turin. Die Bilder von Bootsflüchtlingen, die sich auf die gefährliche Reise über das Mittelmeer nach Europa begeben, "treiben einem Tränen in die Augen".

Mehr Verständnis

Franziskus, der in Turin das berühmt Grabtuch besichtigte, rief die Gläubigen auf, sich nicht von Zukunftsangst lähmen zu lassen und sich nicht in Gesellschaftsformen zu flüchten, die Fremde ausschließen anstatt sie aufzunehmen. Bei der Sonntagsmesse auf der Piazza Vittorio ermutigte der Papst die Gläubigen dazu, die "unerschütterliche Liebe Gottes zu seinen Geschöpfen nicht nur wahrzunehmen, sondern auch weiterzutragen".

Er forderte mehr Verständnis für die Nöte von Migranten, indem er auf die Geschichte der Auswanderung aus dem Piemont verwies, die auch seine eigene Familie betraf. Die Großeltern des 78-Jährigen lebten bis 1929 in der Turin, bevor sie in die argentinische Hauptstadt Buenos Aires emigrierten. Franziskus' Vater Mario Bergoglio war damals 20 Jahre alt.

Häftlinge und Obdachlose besucht

Papst Franziskus hatte am Sonntagvormittag das Turiner Grabtuch besichtigt. Das Oberhaupt der Katholiken betete im Dom der norditalienischen Stadt vor dem Stück Stoff, das viele Gläubige als Grabtuch Jesu verehren. Der Besuch im Dom stand zu Beginn seines zweitägigen Besuchs in Turin, bei dem der Papst unter anderem auch mit jugendlichen Häftlingen, mit Migranten und Obdachlosen zusammentreffen wird.

Der Papst betete mehrere Minuten lang vor dem Grabtuch in Anwesenheit von einigen Geistlichen und Ordensschwestern, danach segnete er es. "La sacra Sindone", wie das Grabtuch auf Italienisch genannt wird, wurde zuletzt 2010 öffentlich ausgestellt und wird nur alle paar Jahre präsentiert. Gläubige halten den Stoff für das Leichentuch, in das Jesus nach seiner Kreuzigung gehüllt wurde. Kritiker meinen, das Tuch stamme aus dem Mittelalter. Das Grabtuch ist seit Mitte April und bis zum kommenden Mittwoch zu sehen.

Der Papst war am Sonntagvormittag auf dem Turiner Flughafen eingetroffen und vom Chef des Autobauers Fiat Chrysler, Sergio Marchionne, empfangen worden. Am Montag soll es ein privates Treffen mit Verwandten des Papstes geben.

Kommentare (6)

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Luileon
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So ein Heuchler

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freisein
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Wieso gibt es im Vartikan eigene Security, um die Ro m a Taschendiebe und Bettler fernzuhalten, damit das Touristengeschäft mit seinen Souvenirstandln einbricht???

Die werden gleich vor die Vatikanmauern begleitet. Weint er da auch, der Gute???

Heuchler!! Und wir sollen die aushalten!!

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Unfug12
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Im Vatikan hätten sicherlich hundert Tausende platz ?

Der Papst hat leicht reden über dieses Thema, er selbst braucht sich den Finger nicht krumm machen.

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w120
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Gegen wen hat dieser Papst

körperliche Gewalt angedroht?

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entdecker
1
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So der Vatikan Flüchtlingsquartiere

zur Verfügung stellen. Platz dürften
sie mehr als genug haben!

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freisein
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..und genug Geld. Und einen Privatkoch, der den Flücht lingen kocht, was sie mögen...

Damit sie nicht wieder mit ihren Essenspaketen werfen..........

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