Warnungen vor GewaltspiraleWeiter Drohungen in Nordkorea-Konflikt

US-Präsident Trump will Handelspraktiken Chinas untersuchen - Japan installiert Patriot-Flugabwehrraketen - Treffen US-Generalstabschef mit Südkorea.

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© APA/AFP/JUNG YEON-JE
 

 Ungeachtet internationaler Appelle zur Mäßigung im Konflikt mit Nordkorea hat US-Präsident Donald Trump seine Drohung mit "militärischen Maßnahmen" bekräftigt. Die US-Regierung sei "mit ihren Alliierten" bereit, jeder Bedrohung durch Nordkorea mit "der ganzen Bandbreite diplomatischer, wirtschaftlicher und militärischer Maßnahmen" zu begegnen, erklärte das Weiße Haus am Wochenende.

Wenig begeistert von den gegenseitigen Drohgebärde Washingtons und Pjöngjangs zeigte sich China. In einem Telefonat mit Trump mahnte Staats- und Parteichef Xi Jinping "die betreffenden Parteien, Bemerkungen und Aktionen zu vermeiden, die die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel eskalieren könnten", wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Samstag zitierte. Zwar stellte das Weiße Haus das Telefonat so dar, als wenn beide an einem Strang ziehen, doch gibt es Differenzen.

>> "Es schließen sich immer mehr Fenster zu Nordkorea"

McMaster: Krieg nicht näher als vor einer Woche

Die USA sind nach den Worten von Donald Trumps Sicherheitsberater H. R. McMaster militärisch für eine Aktion gegen Nordkorea gerüstet, sollte das notwendig werden. "Aber wir sind einem Krieg nicht näher als vor einer Woche", sagte er am Sonntag in einem Interview des Senders ABC News mit Blick auf Nordkoreas und Trumps Kriegsrhetorik, die sich in den vergangenen Tagen gesteigert hatte.

"Wir sind aber einem Krieg näher als vor einer Dekade", fügte McMaster hinzu. Nordkorea sei ein Problem, "dass wir seit einer langen Zeit vor uns hergeschoben haben. Und jetzt spitzt es sich zu, die Bedrohung durch Nordkorea nicht nur für die Vereinigten Staaten, sondern die Welt ist sehr, sehr klar."

Der Konflikt hatte sich nach jüngsten nordkoreanischen Tests von Langstreckenraketen verschärft. So warnte Trump Pjöngjang, dass die USA im Fall einer militärischen Provokation mit "Feuer und Wut" antworten würden. Auf die Frage, ob Trump mit dieser Formulierung überzogen habe, antwortete McMaster: "Ich glaube, es wäre eine viel größere Gefahr, wenn es irgendein Maß von Zweideutigkeit in Verbindung mit der Art von Antwort geben würde, die Kim Jong-un erwarten könnte, wenn er die USA oder unsere Verbündeten bedrohen würde."

So wird die Kooperation in der Krise durch das Wiederaufflammen des schwelenden Handelsstreits zwischen China und den USA erschwert. Trump informierte seinen Amtskollegen nach Medienberichten in dem Telefonat davon, offiziell Chinas Handelspraktiken - mit Fokus auf Diebstahl geistigen Eigentums - untersuchen zu lassen. Das sei der Anlass seines Anrufs gewesen, bei dem Chinas Präsident dann auf Nordkorea zu sprechen gekommen sei, hieß es.

Gegenseitige Drohungen

Trump und Pjöngjang überziehen sich seit Tagen gegenseitig mit Drohungen. Nordkorea warnte in der vergangenen Woche nachdem der US-Präsidenten mit "Feuer und Zorn" drohte vor einem Angriff im Gebiet um den US-Außenposten Guam im westlichen Pazifik, wo derzeit etwa 6000 US-Soldaten stationiert sind.

Sollte der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un "irgendetwas mit Guam machen", werde er das "bereuen, und zwar schnell", sagte Trump daraufhin am Freitag auf seinem Golfplatz in Bedminster. Das Weiße Haus teilte am Samstag mit, US-Armeeeinheiten stünden "bereit", Guam zu verteidigen.

Japan installiert Patriot-Flugabwehrraketen

In Richtung Guam abgefeuerte Raketen aus Nordkorea könnten auch japanisches Gebiet überfliegen. Tokio hatte angekündigt, nordkoreanische Raketen abzuschießen, die japanisches Territorium bedrohten.

Japan brachte am Samstag seine Raketenabwehr in Stellung. Das System sei in mehreren Städten im Westen des Landes installiert worden, berichteten der Rundfunksender NHK und die Nachrichtenagentur Kyodo News. Auf Fernsehbildern waren Militärfahrzeuge mit entsprechendem Material zu sehen. Die Zeitung "Asahi Shimbun" berichtete zudem von einem vor der Küste stationierten Zerstörer.

Treffen US-Generalstabschef mit Südkorea

Zu Gesprächen mit Südkorea, China und Japan ist unterdessen US-Generalstabschef Joseph F. Dunford am Sonntag in der Region eingetroffen. Südkoreas Präsident Moon Jae-in wird den US-Militär am Montag in Seoul treffen, bevor der General nach Peking weiterreist.

International wächst die Sorge, dass der Atomstreit zwischen den USA und Nordkorea außer Kontrolle geraten könnte. Der russische Außenminister Sergej Lawrow hatte am Freitag gesagt, die Regierung in Moskau sei "sehr alarmiert" über Trumps Wortwahl. "Wenn ein Kampf fast schon begonnen hat, sollte der Stärkere und Klügere den ersten Schritt zurück machen", sagte er.

Macron besorgt

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron, der ebenfalls mit Trump wegen dem Nordkorea-Konflikt telefonierte, zeigte sich in einer Erklärung in Paris "besorgt über die ballistische und nukleare Bedrohung", die von Nordkorea ausgehe. Der britische Außenminister Boris Johnson erklärte, das "nordkoreanische Regime" sei die "Ursache des Problems".

Sein deutscher Amtskollege Sigmar Gabriel sagte, er sei "in echter Sorge davor, dass rhetorische Eskalationen und gegenseitiges Hochschaukeln in einem militärischen Konflikt enden können" und wirft Trump Verantwortungslosigkeit vor. Auch das Außenministerium in Wien äußerte gegenüber einem Vertreter Pjöngjangs seine Sorge.

Nervosität an Börsen

Auch an den Börsen herrscht deshalb äußerste Nervosität. Bis Freitag büßten die Aktienmärkte weltweit insgesamt rund eine Billion Dollar an Wert ein. In der neuen Handelswoche dürfte der Konflikt weiter im Fokus stehen.

Kommentare (1)

Kommentieren
CuiBono
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4
Lesenswert?

No pasarán!

Also ich glaube nicht, dass der im Unterschied zu seinem Volk ausgesprochen Wohlgenährte von der Upperside der Koreanischen Halbinsel auch nur eine Rakete nach Guam durchbringt. Egal was die vorne drin hat.
Er schafft es nicht einmal bis Japan.

Die zahlreichen reziproken Geschenkpakete werden ihr Ziel wohl so ziemlich alle erreichen.
Womit NK mehr oder weniger ausgelöscht und für ein paar Jährchen unbewohnbar gemacht wäre, ein paar Millionen Überlebende aus der südlichen Pufferregion würden durch SK und China aufgenommen bzw. durchgefüttert werden müssen, weil als Bootsflüchtlinge werden sie den weiten Weg nach Ösistan eher nicht schaffen und wenn doch, ist Sowaska-oder-so-ähnlich davor.

Schöne Aussichten, nach einem erfüllten - zumindest in EUropa kriegsfreien Leben - hab ich jetzt die Chance, den Dritten WK zu erleben.

Dank an alle Popu- und Natio-Nalisten dieser Welt.
Einzigartig lernresistent, dieses Gesindel.

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