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Facebook mit Beschwerde aus Wien konfrontiert

 

Eine Gruppe von Wiener Studenten hat vor der irischen Datenschutzkommission sechs neue Beschwerden gegen Facebook eingebracht. Das bestätigte eine Sprecherin der Kommission am Dienstag auf Anfrage der APA. Einer der Beschwerden richtet sich gegen die "Like"-Funktion der populären Webseite. Diese soll nach Ansicht der Studenten das Ausspionieren von Nutzerdaten ermöglichen.

Der Medienkonzern Facebook könne über den auf vielen Webseiten eingebundenen "Like"-Button die Spuren der Nutzer im Internet nachverfolgen. Die dabei gesammelten Daten könnten auch Hinweise auf politische Engagement oder den Besuch von Pornoseiten enthalten, heißt es in der Beschwerdeschrift der Wiener. Was Facebook mit diesem Wissen mache, sei unklar. Wahrscheinlich gehe es für Facebook um die kommerzielle Nutzung - sprich: Der Verkauf an zahlungskräftige Kunden - der Daten, sagte der Sprecher der Gruppe, Max Schrems, der APA.

Die Beschwerden von "europe-v-facebook" betreffen auch die Privatsphäre-Einstellungen bei Bildern, die Nutzer auf Facebook ins Netz stellen. Wenn man den Link zu einem Bild kenne, sei es für jedermann einsehbar, auch dann wenn man den Zugriff eingeschränkt habe, klagen die Wiener. Die Software von Facebook erlaube keine wirkliche Steuerung der Zugriffsrechte.

Gelöschte Bilder seien zudem weiter abrufbar und würden nur mit großer Verzögerung gelöscht. Es sei daher auch für technische Laien möglich, angeblich gelöschte Bilder im Nachhinein aus dem digitalen Müllkorb zu angeln, sagte Schrems. Weitere Beschwerden betreffen die Mitgliedschaft in Facebook-Gruppen, die Änderung der Datenschutz-Regeln durch Facebook, ohne die Nutzer zu informieren, sowie die Pflichten der Firma gegenüber seinen Kunden.

Facebook hat seine Europa-Zentrale in Dublin und steht darum unter irischer Jurisdiktion. Die irische Datenschutzbehörde hat auf die Beschwerden aus Wien hin eine Untersuchung eingeleitet und von dem US-Konzern Antwort auf eine umfassende Anfrage erbeten. Diese wird für Ende September erwartet. Im Oktober soll in einer offiziellen Prüfung über die Vorwürfe entschieden werden.

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