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Rebellen scheinen mit Kräften am Ende

Hasstiraden von Muammar al-Gaddafi gegen den Westen. Aufständische haben gegen seine 150 Kampfjets auf Dauer wenig Chancen.

 

Vor den Toren der Rebellenhochburg Ras Lanuf liegen die Nerven blank. Denn die Aufständischen, die Machthaber Muammar al-Gaddafi den Kampf angesagt haben, müssen sich nicht nur der Angriffe der Luftwaffe und der Artillerie der libyschen Armee erwehren. Immer wieder kommt es bei ihnen zum Streit über das richtige Vorgehen, bisweilen herrscht heilloses Durcheinander. Die von den Aufständischen kontrollierte Hafenstadt Ras Lanuf liegt direkt an der Front zwischen Rebellen und Gaddafi-treuen Truppen. Sie ist der am weitesten im Westen gelegene Punkt, den die Rebellen eingenommen haben, und hat daher eine herausragende strategische Bedeutung. Die libysche Armee fährt immer wieder schwere Angriffe. Doch allmählich sind die Aufständischen mit ihrer Kraft am Ende. Es mangelt ihnen an Nachschub - und vor allem an militärischer Organisation.

Auch zeigten sich erste Meinungsverschiedenheiten unter den Anführern der Aufständischen. Der Vorsitzende des Nationalrats in Benghazi, Mustafa Abdul Jalil, sagte, falls Gaddafi ins Exil gehe, könne von einer strafrechtlichen Verfolgung abgesehen werden. Der frühere Innenminister Abdulfattah Younis erklärte dagegen, Gaddafi müsse unbedingt der Prozess in Libyen gemacht werden.

Doch nach einem sehr raschen Ende der Ära Gaddafi sieht es derzeit nicht aus. Gerüchte, er habe sich gestern nach Ägypten abgesetzt - sogar von einer Flucht nach Wien war die Rede - entbehren jeder Grundlage.

In Kairo landete eine Maschine, in der sich ein enger Vertrauter Gaddafis befunden hat. Angeblich handelt es sich um den General Abdelrahman al-Zawi, der unter anderem für Logistik- und Versorgungsfragen in Libyen verantwortlich ist. Der Zweck der Reise ist bislang unbekannt.

Gaddafi telefonierte mit dem griechischen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou und warnte ihn vor einer westlichen Intervention in Libyen. Zuvor hatte er in einer wirren TV-Rede die Aufständischen des Verrats und den Westen der Verschwörung bezichtigt, um Libyens Ölfelder unter ihre Kontrolle zu bringen.

Gegen die im Westen intensiv erwogene Verhängung einer Flugverbotszone in Libyen gibt es Vorbehalte. Die US-Regierung hat deutlich gemacht, dass eine Flugverbotszone nur durchgesetzt werden könne, wenn vorher die libysche Luftabwehr zerstört würde. Ansonsten wären ausländische Flugzeuge der ständigen Gefahr von Gegenangriffen ausgesetzt. Besonders gefährlich sind die Luftabwehrraketen vom Typ SA-8 für eine Höhe bis 5000 Metern und SA-2 und SA-6 für Höhen zwischen 7500 und 8000 Metern, von denen Libyen Dutzende besitzt.

Kontosperre bekämpft

Unterdessen hat der libysche Manager Mustafa Zarti, der sich als "Privatmann" in Wien aufhält, wegen der Sperre seiner Konten den österreichischen Verfassungsgerichtshof eingeschaltet. Die EU steht gerade davor, die Sanktionen gegen Libyen auszuweiten. Die Strafmaßnahmen sollen auch den libyschen Staatsfonds treffen, dessen Chef Zarti bis 24. Februar war.

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