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TV-Rede

Assad will weiter kämpfen

Syriens Diktator ruft in TV-Rede die "nationale Mobilmachung" aus. Seinen Gegnern werde er "eine verheerende Lektion" erteilen. Von Martin Gehlen.

© AP
 

Syriens Präsident Baschir al-Assad will den Bürgerkrieg in seinem Land offenbar bis zum bitteren Ende ausfechten. Man werde eine nationale Mobilmachung ausrufen und so lange kämpfen, bis der letzte Terrorist von syrischem Boden vertrieben sei, rief er unter dem tosenden Beifall eines handverlesenen Regimepublikums, welches gestern das Opernhaus im Zentrum von Damaskus bis auf den letzten Platz füllte. Der Krieg im Land sei ein Kampf zwischen der Nation und ihren Feinden - "Killern von Al-Kaida" und "verbrecherischen Kriminellen". Die "Mörder im Namen der Religion" wollten die Gesellschaft zerstören und Syrien zerschlagen, sagte Assad, der sich selbstbewusst und entschlossen gab. Hinter seinem Rednerpult war als Bühnenbild eine meterhohe syrische Flagge montiert, offenbar zusammengesetzt aus Fotos von Opfern des Bürgerkriegs.

Vor allem arabischen Staaten warf der Diktator vor, die Regimegegner mit Geld und Waffen zu unterstützen, aber man werde ihnen allen eine verheerende Lektion erteilen. Der Westen wolle die Zukunft Syriens für seine Zwecke manipulieren. Russland, China und Iran dagegen seien Länder, die jegliche Einmischung von außen ablehnten und "dafür sind wir ihnen sehr dankbar". Assad zeigte sich überzeugt, Syrien werde sich als Nation behaupten und aus diesem Krieg "stärker denn je" hervorgehen. Man werde keine Eingriffe in die eigene Souveränität dulden und sich von niemandem etwas diktieren lassen, rief er in die Hochrufe seiner Anhänger hinein, die immer wieder skandierten "mit unseren Seelen und unserem Blut werden wir dich verteidigen" und am Ende der einstündigen Rede die Bühne stürmten.

An keiner Stelle seiner Ansprache deutete er an, dass er sein Amt aufgeben könnte. "Wir werden mit einer Hand reformieren und mit der anderen Hand den Terrorismus zerstören", rief er aus.

"Leere Versprechungen"

In einer ersten Reaktion ließ die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton erklären, eine politische Lösung könne es nur geben, wenn Assad zurücktrete. Der britische Außenminister William Hague bezeichnete die Ankündigungen des syrischen Machthabers als "leere Versprechungen".

Nach jüngsten UN-Statistiken hat der 22-monatige Konflikt bisher mindestens 60.000 Menschen das Leben gekostet. Nach der Rede Assads ist eine weitere Eskalation sehr wahrscheinlich.

Am Wochenende begannen die Vereinigten Staaten, auf türkischem Boden zwei Batterien mit Patriot-Luftabwehrraketen zu installieren. In den nächsten Wochen sollen weitere Spezialeinheiten aus Deutschland und den Niederlanden folgen. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu kündigte an, sein Land werde auf den Golanhöhen den Grenzzaun zu Syrien verstärken. Unterdessen gingen die schweren Kämpfe in der Region um Damaskus unvermindert weiter.

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