Krankenstand

Psychische Probleme im Job tabu

Körperliche Gründe für Krankenstände werden laut einer Umfrage meist akzeptiert, psychische dagegen kaum. Arbeitnehmer fordern Hilfe vom Unternehmen.

© (c) dundanim - Fotolia (unknown)
 

Mehr als eine Million Österreicher hat arbeitsbedingte Gesundheitsprobleme. Psychische Krankheiten sind dabei im Ansteigen: Mehr als ein Drittel der Diagnosen, die zu Berufsunfähigkeits- oder Invaliditätspensionen führen, sind darauf zurückzuführen. Zwei von drei Arbeitnehmern gehen davon aus, dass der Chef dafür kein Verständnis hat, hieß es bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in Wien.

Alarmierende Zahlen

Die alarmierenden Zahlen der Arbeiterkammer werden durch eine aktuelle Befragung zum Thema "Psychische Belastung am Arbeitsplatz" bestätigt. Der digitale Markt- und Meinungsforscher Marketagent.com hat mehr als 1.000 Arbeitnehmer und Personalentscheider interviewt und kam unter anderem zum Schluss, dass zwei von drei Arbeitnehmern bei psychischen Problemen versuchen würden, den wahren Grund eines Fernbleiben vom Arbeitsplatz zu verschleiern.

Für jeden zweiten Befragten sind psychische Probleme im Unternehmen ein Tabu-Thema. Ein darauf zurück zuführender Krankenstand wird im Zweifelsfall von zwei Dritteln der Betroffenen verheimlicht. Die Akzeptanz bleibt tatsächlich relativ gering, auch wenn heute ungefähr ein Drittel der Krankenstände inoffiziell auf diesen Bereich zurückzuführen sei, so die Experten.

Psychologische Online-Beratung für Arbeitnehmer

Die neue, kostenpflichtige Internet-Plattform "Instahelp" soll niederschwellig in Echtzeit die psychologische Online-Beratung für Arbeitnehmer ermöglichen. Einfach, anonym und jederzeit via Video-, Audio- oder Textchat stellen die Spezialisten zwar keine Diagnosen, aber sie beraten im besten Fall vorbeugend und vermitteln gegebenenfalls die passenden Experten. Eine Therapie ist in Österreich online nicht möglich. Als Partner fungiert die Wiener Sigmund Freud Universität, Beiräte sollen für eine Qualitätssicherung und laufende Optimierung sorgen.

Im Idealfall übernimmt das Unternehmen die Kosten für "Instahelp", Privatpersonen zahlen 29 Euro pro Woche. Mehr als ein Viertel der Befragten hat angegeben, dass sie eine psychologische Gratis-Beratung in der Firma in Anspruch nehmen würden. Vier von fünf Personen meinen, dass psychische Leiden im Berufsalltag in den letzten zehn Jahren zugenommen haben, fast alle (95 Prozent) haben selbst bereits Erfahrungen im Umgang mit Personen mit psychischen Problemen.

Private und berufliche Gründe sind fast gleichermaßen Ursache psychischer Leiden, was in den Chefetagen aber nicht angekommen ist: während 58 Prozent der Arbeitnehmer einen beruflichen Hintergrund als Auslöser sehen, stimmen dem nur 41 Prozent der Arbeitgeber zu.

Zwischen 22 Uhr und 8 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.

Balrog206
6
3
Lesenswert?

Könnte

Es vielleicht auch sein , das Beziehungsprobleme , finanzielle Probleme , usw usw usw auch einmal schuld sind , an Phsychischen Problemen und nicht immer nur die Arbeit !!!!!!!!

Antworten
Grappan
0
3
Lesenswert?

Sie haben Recht, das sind auch Ursachen für psychische Probleme -

aber genau darum geht es in dem Artikel nicht!

Antworten

Bei der Erstellung von Kommentaren haben Nutzer rechtliche Bestimmungen (z. B. Privat-, Strafrecht), die Netiquette und Forenregeln einzuhalten. Was wir in diesem Forum nicht dulden: Beschimpfungen, Verspottungen, Belästigungen, Ehrbeleidigungen, Verhetzung, Diskriminierung in jedweder Form, Rassismus, Aufrufe zu Gewalt oder gar Selbstjustiz. Beiträge, die diesen Bestimmungen zuwiderlaufen, werden bei Kenntnis gelöscht, Nutzer im Wiederholungsfall gesperrt. Zudem behalten wir uns die stundenweise oder völlige Schließung von Foren vor. Wir weisen Sie darauf hin, dass wir auch keine Links zu anderen Websites akzeptieren.
Als Nutzer stimmen Sie der Speicherung der von Ihnen angegebenen Daten (Stamm-, Verkehrsdaten, etc.) ausdrücklich zu. Die angegebenen Daten werden an staatliche Stellen (z. B. Polizei, Gericht) bei Untersuchung von vom Nutzer verbreiteten Materialien, oder sonst vorgenommenen ungesetzlichen Aktivitäten, weitergegeben. Weiters werden angegebene Daten (Name und Adresse) an sonstige Dritte bei Verletzung von Rechten oder sofern deren Rechtsverletzung nachvollziehbar behauptet wird (zB gem. § 18 Abs. 4 ECG), weitergegeben. Mit der Erstellung von Kommentaren stimmen Sie dem ausdrücklich zu und verzichten auf die Geltendmachung von jeglichen Ansprüchen. Siehe dazu auch unsere Forenregeln/Betriebsbedingungen in den AGB.