K.o.-Tropfen

Mehr Anzeigen bei Straftaten mit Betäubungsmitteln

Bei den angezeigten Straftaten mit Verwendung von Betäubungsmitteln ist im Vorjahr ein deutlicher Anstieg verzeichnet worden. Nach 63 Anzeigen im Jahr 2014 gab es nun 113 Fälle, bei denen K.o.-Tropfen oder ähnliche Substanzen eine Rolle gespielt haben könnten.

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Eine Zunahme gab es vor allem bei weiblichen Opfern, wie die Beantwortung einer Parlamentarischen Anfrage durch das Innenministerium zeigt.

Waren es im Jahr 2014 noch 19 Frauen, die eine solche Straftat angezeigt hatten, so stieg die Zahl im Vorjahr auf 73 weibliche Opfer, 14 davon minderjährig. Bei den Männern blieb die Zahl mit 46 Fällen annähernd gleich (2014: 44 Anzeigen). Deutlich zugenommen hat die Zahl der angezeigten Vergewaltigungen unter Verwendung von Betäubungsmitteln - von acht im Jahr 2014 auf 54 im Vorjahr. Die weiteren Straftaten waren vor allem Raub und schwerer Raub mit 53 beziehungsweise vier Anzeigen.

Unklarheit über Anstieg

Worauf der Anstieg genau zurückzuführen war, ist unklar, ergab eine APA-Nachfrage im Bundeskriminalamt (BK). Außerdem seien K.o.-Tropfen "kriminalpolizeilich sehr schwer nachzuweisen", sagte BK-Sprecher Mario Hejl. Die Tropfen würden sich schnell aus dem Blut verflüchtigen und die Symptome seien denen einer Alkoholisierung oft sehr ähnlich. Die Kriminalisten sind daher auf die Angaben der Opfer angewiesen.

Die Zunahme bei den Anzeigen ist laut Hejl möglicherweise auch auf eine Sensibilisierung der Bevölkerung zurückzuführen. BK und Frauenministerium hatten im vergangenen Sommer verstärkt auf das Thema K.o.-Tropfen aufmerksam gemacht. "Wir setzen bei dem Thema ganz stark auf Prävention", betonte Hejl.

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