Bilanz 2017Weniger Anzeigen: Kriminalität in Österreich deutlich gesunken

Noch sind es nur Rohdaten, doch die Tendenz ist bereits erkennbar: Die Zahl der Anzeigen ging deutlich zurück, insbesondere bei Asylwerbern.

THEMENBILD: WEIHNACHTSMARKT / CHRISTKINDLMARKT / ADVENT / SICHERHEIT
Die Polizei konnte die Aufklärungsquote steigern. © APA/BARBARA GINDL
 

Erst wenige Tage ist es her, als Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) die hohe Kriminalität bei Flüchtlingen beklagte und ein scharfes Vorgehen der Regierung ankündigte. Konkret sprach er von einer "sehr, sehr strengen
Asylpolitik". Als Grundlage dienten im Zahlen des Sicherheitsberichts 2016. Wie viele Verurteilungen es bei diesen Verdächtigen gab, konnte Kickl allerdings nicht sagen und verwies auf die Zuständigkeit des Justizressorts. 

Die neuen Rohdaten des Sicherheitsberichts 2017 dürften Kickl nur bedingt als Argumentationsgrundlage dienen: Die Zahl der der tatverdächtigen Asylwerber ist 2017 deutlich gesunken.

Vollständiger Bericht kommt im März

509.792 gerichtlich strafbare Handlungen sind im Vorjahr in Österreich angezeigt worden. Das ist ein Minus von 28.000 Fällen bzw. 5,2 Prozent, berichtete der "Kurier" am Freitagabend online unter Berufung auf Dokumente des Innenministeriums. Ebenfalls deutlich gesunken ist demnach die Zahl tatverdächtiger Asylwerber. Offiziell wird die Kriminalstatistik voraussichtlich erst im März präsentiert.

Die Erfahrung zeige, "dass die Rohdaten im Wesentlichen den später veröffentlichen offiziellen Statistiken entsprechen", sagte ein namentlich nicht genannter "Insider" dem "Kurier". Den größten Rückgang gab es demnach bei Einbruchsdelikten. Nach mehr als 10.000 Autoeinbrüchen im Jahr 2016, waren es im Vorjahr rund 7.500. Statt knapp 3.000 gestohlenen Autos wurden im Vorjahr 2.660 gemeldet. Die Zahl der Taschen- bzw. Trickdiebstähle sank um ein Fünftel, Raubdelikte um knapp 18 Prozent.

Die Anzeigen bei Gewaltdelikten dürften um 2,4 Prozent auf etwas mehr als 42.000 Fälle zurückgegangen sein. Auch bei Sachbeschädigung und Körperverletzung verzeichnete die Polizei laut den Rohdaten einen leichten Rückgang. Eine deutliche Zunahme gab es - wie von den Behörden bereits Ende 2017 verlautbart - bei Cybercrime-Delikten. Fast 22 Prozent mehr Anzeigen waren es beim Internetbetrug, erfuhr nun der "Kurier".

Aufklärungsquote stieg deutlich

Der Rückgang der angezeigten Fälle war im Osten am höchsten. Die Aufklärungsquote stieg österreichweit um fast vier Prozentpunkte auf 49,7 Prozent, zeigen die Daten. Bei Kellereinbrüchen wurden etwa doppelt so viele Verdächtige gefasst. Bei Kfz- und Firmeneinbrüchen ging die Quote jedoch zurück.

Die Zahl der tatverdächtigen Asylwerber sank dem Bericht zufolge um knapp zehn Prozent. Im Vorjahr wurden 20.100 Asylwerber als Verdächtige einer Straftat geführt, 2016 waren es noch 22.288. Der Anteil der Ausländer insgesamt an den ausgeforschten Tatverdächtigen blieb mit 39,1 Prozent gleich.

Zwischen 22 Uhr und 8 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.

Bei der Erstellung von Kommentaren haben Nutzer rechtliche Bestimmungen (z. B. Privat-, Strafrecht), die Netiquette und Forenregeln einzuhalten. Was wir in diesem Forum nicht dulden: Beschimpfungen, Verspottungen, Belästigungen, Ehrbeleidigungen, Verhetzung, Diskriminierung in jedweder Form, Rassismus, Aufrufe zu Gewalt oder gar Selbstjustiz. Beiträge, die diesen Bestimmungen zuwiderlaufen, werden bei Kenntnis gelöscht, Nutzer im Wiederholungsfall gesperrt. Zudem behalten wir uns die stundenweise oder völlige Schließung von Foren vor. Wir weisen Sie darauf hin, dass wir auch keine Links zu anderen Websites akzeptieren.
Als Nutzer stimmen Sie der Speicherung der von Ihnen angegebenen Daten (Stamm-, Verkehrsdaten, etc.) ausdrücklich zu. Die angegebenen Daten werden an staatliche Stellen (z. B. Polizei, Gericht) bei Untersuchung von vom Nutzer verbreiteten Materialien, oder sonst vorgenommenen ungesetzlichen Aktivitäten, weitergegeben. Weiters werden angegebene Daten (Name und Adresse) an sonstige Dritte bei Verletzung von Rechten oder sofern deren Rechtsverletzung nachvollziehbar behauptet wird (zB gem. § 18 Abs. 4 ECG), weitergegeben. Mit der Erstellung von Kommentaren stimmen Sie dem ausdrücklich zu und verzichten auf die Geltendmachung von jeglichen Ansprüchen. Siehe dazu auch unsere Forenregeln/Betriebsbedingungen in den AGB.