Witwer und Sohn klagenKlage gegen Landwirt nach tödlicher Kuhattacke

Nach einer tödlichen Kuhattacke auf eine 45-jährige Deutsche im Juli 2014 haben der Witwer und der Sohn des Opfers eine Schadenersatzklage beim Innsbrucker Landesgericht eingebracht.

Deutsche (45) war im Juli 2014 von Kuhherde attackiert und tödlich verletzt worden
Deutsche (45) war im Juli 2014 von Kuhherde attackiert und tödlich verletzt worden © Fotolia
 

"Der erste Verhandlungstermin ist für den 9. Mai angesetzt", sagte Landesgerichtssprecher Andreas Stutter der APA und bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Tiroler Tageszeitung" (Montag-Ausgabe).

Die beiden forderten 359.905 Euro für Begräbniskosten bzw. sonstige Aufwendungen, Schmerzensgeld aus Trauer- sowie Schockschaden und Unterhaltsentgang. Die Kläger argumentierten, dass der tödliche Unfall leicht durch einen einfachen Weidezaun zu verhindern gewesen wäre.

Ortsüblich

Der beklagte Bauer entgegnete dem laut TT, dass die Errichtung derartiger Zäune auf Weideflächen weder zumutbar noch ortsüblich sei. Ortsüblich sei vielmehr die freie Almhaltung von Rindern.

Unmittelbar nach dem Unfall hatte die Staatsanwaltschaft Innsbruck ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet. Die Anklagebehörde stellte aber fest, dass den Landwirt als Tierhalter keinerlei Verschulden an dem Unglück getroffen habe. Unter anderem habe er bereits vor dem Vorfall mehrsprachige Hinweisschilder angebracht, die darauf hinwiesen, dass es sich um Mutterkühe handle und somit unbedingt Abstand zu halten sei.

Zu dem tragischen Unfall war es am 28. Juli 2014 auf einer Alm im Stubaital gekommen. Die 45-Jährige war mit ihrem Hund auf einem Wanderweg unterwegs, als die Tiere plötzlich seitlich auf sie zuliefen. Die Frau wurde an Ort und Stelle rund 45 Minuten lang reanimiert, erlag jedoch schließlich ihren schweren Verletzungen.

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hansi01
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Was man als Hundebesitzer wissen sollte!

Das Mutterkühe ihre Kälber beschützen ist Sache der Natur. Ebenfalls Das Hunde in Anbetracht der Mutterkuh eine Gefahr für ihre Jungen darstellen. Ebenfalls fühlen Kühe sich bedroht wenn man versucht die Jungtiere zu streicheln.
Hätte die Familie richtig gehandelt, d.h. bei Angriff der Mutterkuh den Hund sofort von der Leine nehmen, Hunde sind schneller als Kühe, wäre die Frau womöglich noch am Leben.
Aber es ist eben leicht bei eigener Dummheit die Schuldigen wo anders suchen und klagen.
Ich hoffe das unsere Richter mit Hausverstand das richtige Urteil fällen zum Schutz der Bauern und der vielen vernünftigen und echten Wanderer.

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homerjsimpson
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So ein Prozess...

...bringt uns wieder einen Schritt näher zu Amerikanischen Gerichts-Auswüchsen, bei denen Leute alle wegen allem klagen, um dann über einen Vergleich zu Geld zu kommen.

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unterhundert
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Wenn man Sieht,

dass bei Familienwanderungen auch mit Hunden, Kinder zu den Kühen rennen, um diese zu streicheln, der Vater mit dem Handy Fotos macht, die Mama mit dem Kleinkind wartet, der kleine Hund ohne Leine die Kühe ankläfft, das liebe Leute 'nervt' nicht nur mich oder andere Wanderer, sondern, oder im besondern auch die Kühe, mit oder ohne Kälber. Eine Kuh war und ist kein Streicheltier, und seit Menschengedenken auf den Almen. Spricht man Hundehalter auf den Almwiesen auf eine Kuhherde an, heisst es , wozu anleinen, der kleine tut ja eh nichts. Ob dies aber auch die Kuh weiß ... Bei aller Tragik, es geht doch nur ums Geld.

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wintis_kleine
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Wenn das so weitergeht

werden wir bald keine Almen Wälder und Wiesen mehr zum Wandern und anderen Freizeitgestaltungen betreten dürfen. Es tut mir sehr Leid für die betroffene Familie die nun mit dem Verlust der Ehefrau und Mutter leben muss. Aber es handelt sich meines Erachtens nach um einen leider bedauerlichen Unfall, der aber nicht in der Schuldhaftigkeit des Bauern liegen kann. Ansonsten werden bald alle Almen hermetisch abgeriegelt und gegen Besucher abgesichert. Wir als Nutzer dieser freien Flächen müssen uns bewußt sein, dass wir hier Gäste sind und uns das Betreten gestattet wird.

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spiesailor
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naja

Wie oft wurde schon darüber berichtet und diskutiert wie das mit Hunden auf Almweiden bei Mutterkuhhaltung ist. Das ist den Gästen anscheinend alles egal. Man muss ohne Rücksicht alles tun können was man selber will. Ansonsten gibt es ja immerhin die Rechtschutzversicherung...

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nasowasaberauch
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Was hilft es, wenn darauf hingewiesen wird....

... wenn es keinen Alternativweg zum Weg über die Weide mit den Muttertieren gibt?

5 Stunden Abstieg und halt auf einen anderen Berg gehen?

Die Almhaltung von Muttertieren mit Jungen war bis vor wenigen Jahren eher die Ausnahme und nicht so weit verbreitet wie jetzt. Und mit naturnahmen zustand hat Weideviehhaltung auf der Alm eigentlich auch nicht viel zu tun. Denn dann wären dort Bären und Gämsen ;)

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hansi01
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?

Alles ok?

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Klartext
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Vor allem

wären keine Wanderer dort weil alles verwildert.

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Poto60
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Was hilft es......

Ich kann dazu nur eines sagen : Mit dieser Gefahr leben,oder zu Hause bleiben !
Es wird ja am Land von sogenannten "Landluftsuchenden" ja bald alles verklagt! zB das.ausfahren der Gülle, die Kirchenglocken, das krähen der Hähne, die Kuhglocken , da passt die Almhaltung auch gut dazu!

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unterhundert
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Sind Sie noch in der Steinzeit, nasowas...

Kühe sind seit Menschengedenken auf Almen, nur Hunde waren einmal Nutztiere, für die Bewachung der Höfe, oder Schafe zuständig. Auf Wanderwegen,oder Almen, gab es diese Viecher nicht, sehr wohl aber..die Kühe.

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