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"Kinder und Jugendliche sind anfälliger"

Landessanitätsdirektor Odo Feenstra und Impfstellenleiterin Marianne Wassermann-Neuhold standen den Kleine Zeitung-Lesern Rede und Antwort zum Thema Neue Grippe.

 

Kann man sich gleichzeitig gegen die saisonale Grippe und die Neue Grippe impfen lassen? Said Elsadany, Graz

WASSERMANN-NEUHOLD: Das ist natürlich möglich, jede Impfung erfolgt dann aber in einen Arm. Nächstes Jahr wird vermutlich ein Stich reichen - es wird eine Kombinationsimpfung geben.

Ich habe zwei Kinder im Kindergartenalter und ein vier Monate altes Baby. Soll ich sie impfen lassen? Michaela Kotrasch, Deutschlandsberg

FEENSTRA: Ich raten Ihnen, sie schon impfen zu lassen. Die Impfung bietet einen zumindest 70-prozentigen Schutz gegen die Neue Grippe. Mögliche Nebenwirkungen sind harmlos: Rötungen und leichtes Fieber.

Wie steht es um die Gefahr von Nebenwirkungen, wenn man sich gegen die Neue Grippe impfen lässt? Sabine Pfeifer, Fernitz

WASSERMANN-NEUHOLD: Wir haben bei uns in der Landessanitätsdireketion bislang rund 200 Personen geimpft, Nebenwirkungen wurden uns noch keine gemeldet. Rötungen oder Schwellungen sind - wie bei jeder anderen Impfung aber auch - natürlich möglich. Festzuhalten ist aber, dass es mit dem Impfstoff keine Langzeiterfahrungen gibt. Das Virus ist erst im April aufgetaucht, der Impfstoff deswegen erst vor kurzem produziert worden. Daher fehlen die sonst üblichen, ausführlichen Tests an tausenden Menschen.

Ich bin 80 Jahre alt und habe gerade einen Infekt überstanden. Soll ich mich jetzt zuerst gegen die Schweinegrippe oder die übliche Influenza impfen lassen? Und kann ich das beim Hausarzt machen lassen? Irmgard Enderle, Graz

FEENSTRA: Die normale Influenzaimpfung sollten Sie zuerst machen, später erst die Impfung gegen H1N1. Sie gehören mit ihrem Alter nicht zur Risikogruppe. Den Impfstoff hat der Hausarzt nicht. Sie können das in Graz am Magistrat, am Landes-Impfzentrum auf der GKK machen.

Es gibt ja jedes Jahr eine saisonale Grippe, wo liegt heuer bei der Neuen Grippe eigentlich der Unterschied? Hemma Tengg, Unterpremstätten

WASSERMANN-NEUHOLD: Bei der Neuen Grippe, auch als H1N1-Virus bekannt, handelt es sich um ein relativ neues Virus. Ein ähnliches hat es zuletzt in den 1950ern gegeben, später nicht mehr. Unser Immunsystem und insbesonders das der Kinder hatte also noch keinen Kontakt damit - Jugendliche und Kinder sind deshalb auch anfälliger und gehören zu den Risikogruppen.

Ich bin 20 und möche wissen: Was kann mir eigentlich passieren, wenn ich mich nicht impfen lasse? Heike Auer, Graz

WASSERMANN-NEUHOLD: Sie könnten die Neue Grippe bekommen, weil Sie als junger Mensch zu den Risikogruppen gehören. Der Krankheitsverlauf ist in den meisten Fällen aber mild - Sie müssen damit rechnen, dass es eine Woche lang dauert. Übrigens: Die Wahrscheinlichkeit, dass die Neue Grippe tödlich verläuft, liegt unter 0,1 Prozent.

Ich bin in der 22. Woche schwanger und bin Volksschullehrerin. Soll ich mich in dieser Situation impfen lassen? Kerstin Hassler, Bruck an der Mur

FEENSTRA: In Ihrer Situation und als Lehrerin sage ich eindeutig ja. Das Risiko für Schwangere ist bei der Neuen Grippe erfahrungsgemäß einfach höher. Die Impfung stellt kein Risiko für Sie und ihr Kind dar.

Ich bin 67 Jahre alt und habe schweres Asthma und einen Dreifach-Bypass. Raten Sie mir zur Impfung gegen die Neue Grippe? Hans Wimmer, Wartberg im Mürztal

FEENSTRA: Mit ihrem Alter haben sie eine natürliche Immunität gegen das Virus aufgebaut, deswegen zählen sie nicht zur unmittelbaren Risikogruppe. Alles weitere sollten Sie mit Ihrem Arzt abklären und dann entscheiden.

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