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Zuletzt aktualisiert: 26.11.2010 um 20:02 UhrKommentare

Raketen von Kärnten aus gestartet

Carinthian Tech Research (CTR) entwickelte eine Laserzündung, die normale Zündkerzen ersetzt.

Foto © KK

Wenn die ESA, das Zentrum für europäische Weltraumtechnik, Raketentests durchführt, ist ein in Kärnten entwickelter Senkrechtstarter dabei. Winzig klein zwar, aber in seiner innovativen Sprengkraft groß. Die Laserzündung ist so kraftvoll, dass sie eine herkömmliche Zündkerze ersetzen kann. Anzuwenden in der Flugzeugtechnik oder eben in Triebstrahlwerken von Raketen.

Der Prototyp wurde von den Technikern des CTR (Carinthian Tech Research) in Villach entwickelt. Die außeruniversitäre Forschungsstätte, an der das Land (52 Prozent), mit zehn Prozent Industriellenvereinigung, Stadt Villach und Fraunhofer-Institut beteiligt sind (Rest CTR), gehört als Comet-Sensor Kompetenzzentrum zu den führenden F&E Institutionen Österreichs.

Von Aufträgen ableiten

Die Laserzündung ist zwar noch nicht in Serien-Produktion, aber auf gutem Weg dorthin. "Der Auftrag kam von einer europäischen Flugzeugfirma, die hat auch alle Rechte auf das Produkt", erklärt Simon Grasser, Vorstand der Aktiengesellschaft. "Von solchen Aufträgen kann man sehr viel für andere Bereiche ableiten", gibt er zu bedenken. Beispielsweise für die Medizintechnik, auf die sich die 40 Forscher im CTR spezialisiert haben. So wurde auch ein spezielles Gerät entwickelt, mit dem die Wundheilung genau gemessen werden kann - ein Segen für Menschen mit chronischen Wunden. Ein mobiles Lasergerät macht nicht nur störenden Haaren und Tattoos den Garaus, sondern zerstört auch das Collagen wulstiger Narben, sodass sich die Haut erneuern kann. "Wir entwickeln solche Dinge gemeinsam mit dem Know-how der Auftraggeber", berichtet Grasser von den Erfolgen. Es sei ein Trugschluss, dass das CTR nur für die Großen da ist. "Auch Kleinfirmen können profitieren", gibt Grasser den Anstoß zur Zusammenarbeit. Für Kärntner Firmen hat er Lob parat, sie seien sehr forschungsintensiv.

Reich werden kann die Non-Profit-Organisation nicht. "Ohne finanziellen Anschub des Landes, das die forschungswilligen Firmen unterstützt, könnten wir nicht überleben", so Grasser, der den Sparstift, der leider auch bei der Forschung angesetzt wurde, empfindlich spüren wird. Zu 80 Prozent finanziert sich das CTR jedoch durch Firmenaufträge.

Obwohl gleich vier Landesräte in Kärnten für das CTR zuständig sind (Dörfler für die Technologie, Martinz für die Wirtschaft, Dobernig für die Finanzen und Scheuch für die Ausbildung), hält sich die Politik nobel zurück.

ELISABETH TSCHERNITZ-BERGER

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