Erfolgreich in sonniger Höhe
Robert Kanduth hat den Kollektor-Produzent Greenonetec von einer "Messeneuheit" zum Weltmarktführer gemacht. Und begann in einer Garage.

Foto © KLZ/Werner KoscherRobert Kanduth
Die Garage - sie ist durch die Apple-Gründer Steve Jobs und Steve Wozniak zum Inbild einer erfolgreichen Firmengründung geworden. Und auch Kärnten hat einen genialen Garagen-Bastler vorzuweisen. Es ist Robert Kanduth, der dort anno 1991 - inspiriert von einer Selbstbaugruppe - seine ersten Solarkollektoren baute. Drei Jahre später eröffnet der ehemalige Philips-Produktionsleiter seine erste Fabrik, der "Wannenkollektor" wird damals noch urig als "Messe-Neuheit" gepriesen.
Heute exportiert Greenonetec in mehr als 40 Länder weltweit. Der Exportanteil beträgt 85 Prozent. Die jährliche Produktionskapazität beträgt 1,6 Millionen Quadratmeter Kollektorfläche. Im Drei-Schicht-Betrieb wird auf acht Fertigungslinien gewerkt. 100 verschiedene kundenspezifische Ausführungen und Befestigungssysteme werden gefertigt. Zusätzlich ist der 48-jährige Kärntner Hauptgesellschafter der Kioto Holding und beschäftigt somit insgesamt über 600 Mitarbeiter. Kanduth, Sohn einer Sozialhilfeempfängerin, der Vater starb, als er elf war, hat Kärntner Industriegeschichte geschrieben: Greenonetec ist Weltmarktführer.
Zukunftsmarkt Arabien
Obwohl der Markt für Solarmarkt volatil ist - wegen der staatlichen Förderungen, die einmal gewährt, dann wieder gestrichen werden - profitiert Greenonetec vom aktuellen Klimaschutz-Boom und der Tatsache, dass die fossilen Brennstoffe ausgehen werden. Neue Zukunftsmärkte wie Arabien tun sich auf. Gerade wickelt Greenonetec für die neue Frauen-Universität in Riad seinen bisher größten Auftrag ab: Es sind 36.000 Quadratmeter Kollektorfläche für die größte solarthermische Anlage der Welt, ein 3,6 Millionen-Euro-Geschäft.
Ein weiterer Trend: Mehr und mehr wird die Technologie nicht nur fürs Warmwasser, sondern auch zur Heizungsunterstützung gebraucht - für den mehrgeschossigen Wohnbau etwa. Und auch die Zielgruppe wächst - in Richtung Industrie. Wer viel heißes Wasser braucht - etwa die Textilbranche, Brauereien oder Autowaschanlagen - bestellt Solaranlagen. Und Kanduth weiß: "Die Solarbranche ist heute noch in den Kinderschuhen, wie die Handy-Branche vor 25 Jahren."

