Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
  • Zur Kärnten-Ausgabe
  • 01. Oktober 2014 20:28 Uhr | Als Startseite
    Neu registrieren
     
    Zuletzt aktualisiert: 19.11.2011 um 05:10 UhrKommentare

    Soziale Zukunft im Netz

    Wohin sich soziale Netzwerke wie Facebook entwickeln, wie sie unsere Zukunft auch offline immer mehr prägen und wie wir Geräte von unseren Freunden steuern lassen werden.

    Foto © KK

    Soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter oder Google+ werden eine immer größere Rolle in unserem Leben spielen. Gemeint ist damit nicht nur die Zeit vor dem Monitor, sondern auch abseits vom Computer. Wer sich trotz der Datenschutz- Debatte rund um die Benutzung (kostenloser) Netzwerke nicht fürchtet, profitiert enorm. Während so manchem Datenschützer beim Status quo schon nicht wohl ist, wird am Firmensitz von Facebook im kalifornischen Silicon Valley bereits an einer noch intensiveren Begleitung unseres Lebens gearbeitet.

    Erst im September stellte man neue Möglichkeiten dazu vor: "Vom Hauptwort zum Verb", lautete der wenig sagende Slogan bei der Entwicklerkonferenz. Konnte man bislang bei einer Marke, einem Film oder einer Statusmeldung "Gefällt mir" drücken, werden künftig auch Tätigkeiten mit Freunden geteilt. An Meldungen wie "Anna hört gerade den Song X", "Martin liest Artikel Y" oder "Mirjam sieht die TV-Serie Z" werden wir uns gewöhnen müssen. Eine neue Generation sozialer Software veröffentlicht (nach vorhergehendem Einverständnis) künftig alle denkbaren Aktivitäten in einem endlos scheinenden Fluss kurzer Meldungen, dem so genannten "Ticker". Dieser wird recht unauffällig rechts auf der Startseite positioniert.

    Intelligente Filter

    Das Ergebnis ist nur auf den ersten Blick mehr Informationsüberflutung. Intelligente Filter sorgen dafür, dass wir weniger konsumieren müssen, obwohl mehr geteilt wird – aus der Fülle von Daten werden durch Aggregation relevantere Informationen abgeleitet. Zwischen den Meldungen von Freunden sehen wir künftig nicht einzelne Songs oder Artikel, die gespielt oder gelesen werden. Wir bekommen eine Auswahl der beliebtesten Musikstücke oder besten Internet-Links im Freundeskreis serviert. Facebook arbeitet noch an der Umsetzung, die Ergebnisse sollen demnächst online gehen. Das könnte auch Orte betreffen: So sollten wir bald nicht mehr alle ?Check-ins“ zu sehen bekommen, sondern nur jene in unserer unmittelbaren Umgebung oder die der besten Freunde. Um sich all das vorzustellen, denke man an ein modernes Auto, das jede Sekunde tausende Daten wie Luft- oder Reifendruck, Außen- oder Motortemperatur, Funktionsfähigkeit von Airbag oder ABS sammelt. Der Normalzustand all dieser Daten ist in der Regel irrelevant, am Armaturenbrett wird man lediglich über kritische Zustände informiert. Soziale Netzwerke werden in gewisser Weise zum Armaturenbrett, die anstelle singulärer Daten künftig relevantere, weil aggregierte Informationen anzeigen können.

    All diese Filter sind schon deshalb nötig, weil die Freundesnetze auf Facebook & Co. immer ?dichter“ geknüpft werden. Während Bekanntschaften nur selten getrennt werden, schließen Nutzer unentwegt neue Kontakte, was dazu führt, dass auch die Nachrichtenliste immer voller wird.

    Sozial ohne Computer

    Der Schatz eines virtuellen Freundeskreises (auch ?Social Graph“ genannt) ist derzeit nicht einmal ansatzweise gehoben. So wäre es denkbar, dass die Freunde bei Facebook, Google+ oder Twitter schon bald auf einer Vielzahl von Geräten eine nicht mehr wegzudenkende Rolle spielen werden. Hat man Freunde mit ähnlichem Geschmack, könnte man den Videorekorder so einstellen, dass (mit deren Einwilligung) all das aufgenommen wird, was auch sie aufzeichnen. So manche Stereoanlage wird dann die Lieblingsmusik von Freunden mit besonders gutem Geschmack spielen. Abends vor dem Hauptabendprogramm könnte man sich die von Freunden geteilten Videos bequem am Fernseher ansehen. Erste Ansätze dazu gibt es mit dem nun auch in Österreich gestarteten Musikdienst Spotify oder der Settopbox Boxee bereits.

    Die Integration sozialer Netzwerke in alle denkbaren Geräte steht ganz am Anfang, aber es kommen fast täglich neue soziale und intelligente Apparate dazu. In Apples iPhone etwa wurde der Kurznachrichtendienst Twitter gerade erst fix ins Betriebssystem integriert. Das Teilen von Fotos oder Links wurde dadurch viel einfacher. Weitere soziale Netzwerke könnten schon bald folgen. Immer beliebter werden die bereits erwähnten ?Check-ins“ bei Facebook sowie die Nutzung spezieller Ortungsapplikationen wie Foursquare. Ist man in einer Bar, im Museum oder Restaurant, kann man dies allen Freunden (oder wahlweise nur einem Teil davon) mitteilen und diese zum Nachkommen auffordern. Lust auf Gesellschaft oder angenehme Unterhaltungen wird heute viel leichter befriedigt als noch vor einem Jahr. Die Kernaufgabe sozialer Netzwerke sollte es schließlich nicht sein, Nutzer ausschließlich vor dem Computer zu vernetzen, sondern das "echte" Leben zu bereichern.

    Interessante Fremde

    Noch kaum ausgeprägt sind Funktionen zum einfacheren Finden interessanter Personen mit gleicher Interessenslage. Soziale Netzwerke schlagen zwar schon heute mögliche ?Freunde“ vor, dies passiert heute lediglich aufgrund trivialer Algorithmen – etwa wer mit wem viele gemeinsame Freunde hat. Die individuelle Interessenslage wird dabei noch gänzlich außer Acht gelassen.


    Zahlen

    In Österreich hat Facebook aktuell 2,65 Millionen Mitglieder. Hält das Wachstum weiter so an, wird die Drei- Millionen-Marke im März geknackt. Das größte Wachstum hat Facebook (siehe links) nicht mehr bei den Jungen, sondern bei Mitgliedern über 40 Jahren mit Wachstumsraten von teilweise über 90 Prozent.

    Mehr VIS!ON

    Mehr aus dem Web

      VIS!ON November 2011

       

      VIS!ON September 2011

      Aktuell und hintergründig präsentiert sich das Kleine Zeitung-Wirtschaftsmagazin "VIS!ON". Die Top-Themen im September: Wie sicher ist der Euro? Großes High-Tech-Special. Und: Bio-Kosmetik als Wachstumsmarkt.



      VIS!ON März 2011

       

      VIS!ON von Oktober 2010 durchblättern

       

      VIS!ON von Juni 2010 durchblättern

       

      VIS!ON von März 2010 durchblättern

      KK
       

      KLEINE.tv

      Zalando startet mit Kursfeuerwerk

      Der Börsengang des Online-Modehändlers war zunächst stark, fiel dann abe...Noch nicht bewertet

       

      Wirtschaftsblog

      Roman Huber - Foto: Jürgen Fuchs

      Kommentiert: Trends und News aus Wirtschaft und Hochfinanz.

       


      Seitenübersicht

      Zum Seitenanfang
      Bitte Javascript aktivieren!