"Ich bin nicht der Robin Hood der Börse"
Alexander Proschofsky machte als lautstarker Anführer der Meinl-Rebellen von sich reden. Jetzt redet er.

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Die Einladung, sich beim Meinl
am Graben zu treffen, lehnt Alexander
Proschofsky ab. "Was soll
ich dort? Ich bin nicht einmal sicher,
ob die mich überhaupt reinlassen."
Wenngleich: "Früher habe ich gerne
beim Meinl eingekauft."
Früher, das
war vor dem Aufstand der Kleinanleger
gegen das System Meinl im Vorjahr.
Ein Aufstand, dem Proschofsky
ein Gesicht gab. Einer, dem man das
Leben ansieht; mit Augen, aus denen
Willenskraft funkelt und mit Haaren
herum, die einen einfach fragen lassen:
Was bitte soll denn das sein? "Die hab
ich jetzt seit drei Jahren", grinst Alexander
Proschofsky und zwirbelt eine
der blonden Dreadlocks. Die nähere
Begründung für die Haarpracht: "Damals
hatte ich lange Haare und hab'
mir gedacht, entweder jetzt oder nie.
Und in meinem Beruf bin ich eigentlich
nie negativ darauf angesprochen
worden."
Kollegen hat er schließlich
keine, hier, in einem Penthouse hoch
über der Wiener City, wo er das Büro
Cube Invest eingerichtet hat. "Meine
eigene Firma, die in den nächsten Jahren
noch ordentlich wachsen und mir
dabei die größtmögliche Unabhängigkeit
bewahren soll."
Erst als er im Zuge des Meinl-Aufstandes
als Sprecher der "Rebellen"
einer breiteren Masse bekannt wurde,
stieg das öffentliche Interesse an dem
Zwei-Meter-Mann. Reggae am Kopf
und Wissen um Finanzmärkte drinnen,
vertragen sich nach Ansicht der Öffentlichkeit
nicht – so die reaktionäre Meinung.
Der hält er nicht viel entgegen,
nur sein Arbeitsprinzip: "Jeden Tag
kann man dazulernen." Davon, dass
ihm Kleinanleger und Medien gleich die
Rolle des Retters der Börsendemokratie
zudachten, hält Proschofsky allerdings
auch nichts. "Das war ein Projekt, wie
viele andere auch, die ich schon betreut
habe." Im letzten Frühjahr sei man "mit
ein paar Leuten" über das Thema Meinl
ins Reden gekommen. "Irgendwann haben
wir gemerkt, dass wir gemeinsam
rund zehn Prozent der Anteile halten."
Wer das "wir" war, will er nicht verraten,
Hedgefonds, das bestätigt er dagegen,
waren aber dabei. "Das muss a
priori aber auch nichts Schlechtes sein.
Denn alle Beteiligten verfolgten dasselbe
Ziel: Die Geldverbrennung, die da
passierte, zu stoppen." Mitglieder des
derzeitigen Meinlboards seien aber weder
direkt noch indirekt dabei gewesen.
Die lernte er alle erst später kennen.
Und Geld verdient habe er bei seinen
wortgewaltigen Auftritten auch nicht.
Dass er diese Geschichte von sich aus
und in aller Ausführlichkeit schildert,
zeigt: Die üble Nachrede von Hans
Haider und Co. setzten ihm mehr zu,
als er eingestehen mag. Jüngste Entwicklungen
in der Causa Meinl will er
nicht kommentieren. "Das Projekt ist
für mich abgeschlossen. Jetzt stehen
andere Dinge an."
Etwa ein Mitwirken an der angekündigten
Reform des Interessensverbands
der Kleinanleger? "Nein, ich
werde sicher nicht der neue Rasinger.
Und schon gar nicht bin ich der Robin
Hood der Börse." Stimmt, er ist der
"David". Denn mit dem nach dem biblischen
"David" benannten Preis wurde
er im Vorjahr vom Interessensverband
der Kleinanleger ausgezeichnet.
"Sprechen wir nicht darüber, ich
bin ein Marktteilnehmer wie andere
auch." Und als solcher nimmt er lieber
eigenes Geld und verteilt es in diversen
Firmen – mit entsprechenden Erfolgen
in den vergangenen 17 Jahren.
Die gaben ihm einen wirtschaftlichen
Status, der es ihm auch erlaubte, sich
2007 beim Squeeze-Out von Bank Austria-
Aktionären sich mit der Uni Credit
anzulegen.
Oder Hans Haider öffentlich zu
fragen ob er "auf gut Wienerisch einen
Knall habe". "Normalerweise ist
das nicht mein Ton", bemüht er sich
dem Image des Rüpels vorzubeugen.
Stattdessen erzählt er bereitwillig von
seinem Dasein als Patchwork-Papa,
der eben getanen Reise in das Eishotel
in Schweden und der Traumreise
ins "goldene Dreieck" Laos, Kambodscha
und Vietnam. Und liefert
gleich die Selbstbeschreibung nach:
"Einer, der gerne mit Freunden auf ein
Bier geht."
Unvermeidbare Frage: Wie soll
man aktuell sein Geld investieren? "Da
gibt es einige österreichische Werte,
die nicht nur auf dem Ost-Geschäft
basieren und die ganz ordentliche
Aussichten nach der Krise haben."
Und ein konkreter Titel: "Abonnieren
sie den Austria Börsebrief. Da bin
ich Chefanalyst."
Features
Fakten
Alexander Proschofsky (39),
ist Betriebswirt und seit 17 Jahren
Geschäftsführer des Ein-Personen-
Unter-

















