Ideenreich - und das seit Generationen
Im Volksmund wie in der Wirtschaft gilt: Wer rastet der rostet. Doch davor müssen die Nominierten für den Primus in der Kategorie Geistesblitz keine Angst haben.

Foto © KKAus der Kraft der Gedanken kann Großes werden
Am Anfang steht die Idee - und dann folgt ein Marathonlauf, bis daraus auch eine wirtschaftliche Erfolgsgeschichte wird." So beschreibt einer der Nominierten sein Verständnis von Innovation.
Was auffällt: Unter den zahlreichen Bewerbungen für den Kleine Zeitung-Wirtschaftspreis Primus haben sich drei Unternehmen durchgesetzt, die als Familienbetriebe geführt werden, zwei davon bereits seit mehreren Generationen. Sie zeigen vor, dass man den vermeintlichen Standortnachteil im Süden Österreichs durch Innovationskraft und Ideenreichtum jederzeit wieder wettmachen kann. Dass es auch zwei Handwerksbetriebe unter die Nominierten geschafft haben, beweist zudem, dass sich Mitarbeiterausbildung auszahlt - bei der Qualität der Produkte und vielleicht auch bei der Primus-Verleihung.
Die Nominierten
Völkerverständigung in 300 Varianten
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Geschäftsführer des Übersetzungsportals Babel24: Alfred und Gerd Mostegl Foto © Werthmann
Wer eine Übersetzung will, hat meist zwei Vorgaben: Es soll rasch gehen und wenn möglich nicht zu teuer sein. Diese zwei Kriterien hat man auch bei der Gründung von Babel24 in den Vordergrund gestellt. Auf dem Internetportal kann man einfach und unkompliziert einen Text eingeben, erhält den Preis sofort kalkuliert und binnen weniger Stunden die Übersetzung per E-Mail zugesandt. Und das in über 300 Sprach-Kombinationen. "Möglich macht das ein Netzwerk von 3000 diplomierten Übersetzern, die im Hintergrund für uns arbeiten", erklären die beiden Geschäftsführer Alfred und Gert Mostegl, Vater und Sohn, die die Seite auch entwickelt haben. "In der EU gibt es 23 Amtssprachen und jedes Land will seine kulturelle Identität wahren, dem tragen wir Rechnung", sagt Alfred Mostegl. Fehler bei den Übersetzungen? Die gibt es bei Babel24 fast nicht. "Wir greifen ausschließlich auf Native Speaker, also Leute, die die Sprache als Muttersprache beherrschen, zurück, dadurch können wir auch technische und medizinische Texte übersetzen lassen. Und das extrem zeitnah, was in der Wirtschaft enorm wichtig ist", so die Klagenfurter.
Treffsicher bei Forschung und Nachhaltigkeit
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Josef Müller, Chef des Himmelberger Zeughammerwerks, war mit der Triffix-Axt auf der Expo Foto © KK
Josef Müller, Chef des Himmelberger Zeughammerwerks, war mit der Triffix-Axt auf der Expo Grafik © KK
Ein Innovationsassistent, ein Nachhaltigkeitsbericht sowie gezielte Forschung und Entwicklung - was nach einem Großbetrieb klingt, ist ein handwerklicher Traditionsbetrieb: das "Himmelberger Zeughammerwerk Leonhard Müller & Söhne GmbH". Der Name ist mindestens so geschichtsträchtig wie das Unternehmen. 1675 wurde die Firma in Himmelberg gegründet, mittlerweile ist der Betrieb aber in St. Gertraud in Frantschach angesiedelt. Und auch die Müllers sind noch im Geschäft - aktuell führen drei Cousins die Geschicke der Firma.
Der letzte große Wurf: die Triffix-Axt. Eine Axt, mit der jeder trifft - auch handwerkliche Laien, derer es immer mehr gibt. "Wir haben uns vor Jahren auf das Produzieren von Handwerkszeugen spezialisiert, mit dieser Axt waren wir auch in China auf der letzten Expo vertreten, als einziges Kärntner Unternehmen", erklärt Geschäftsführer Josef Müller. Der Kundenstock ist mittlerweile weit über Kärnten hinaus gewachsen. "Wir verkaufen in die ganze Welt. An Liebhaber genauso wie an Handwerker, Fleischverarbeiter und Forstwirte, die Qualität schätzen."
Werben - nur mit der Kraft der Sonne
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Ein City-Light, das mit Sonnenenergie leuchtet - das Erfolgsprojekt der Feinschlosserei ZeilingerFoto © KK
Ein City-Light, das mit Sonnenenergie leuchtet - das Erfolgsprojekt der Feinschlosserei ZeilingerGrafik © KK
1516 wurde in Himmelberg ein Sensen- und Hammerwerk gegründet. 1874 übernahm Karl Zeilinger den Betrieb - mittlerweile wird er von seinem Ururenkel Josef Offner geführt. Auch wenn der Standort nach fast 500 Jahren noch immer der gleiche ist, vom einstigen Hammerwerk hat man sich über die Jahre zum Feinschlosser entwickelt. Auch der Kundenstamm wechselte - von den Bauern der Region zu nationalen und internationalen Unternehmen wie der Telekom Austria oder McDonald's. "Gemeinsam mit unseren Kunden haben wir in den letzten Jahren auch eine City-Light-Werbefläche entwickelt, die sich selbst über eine integrierte Fotovoltaik-Anlage mit Strom versorgt", erzählt Geschäftsführer Josef Offner. Der Vorteil für die Werber: Man ist unabhängig von den Stromversorgern und spart sich den Anschluss und laufende Energiekosten.
Übrigens: Das City-Light strahlt auch auf die Produzentenfirma ab. "In den nächsten Monaten werden wir 400.000 Euro in eine neue Halle investieren und den Mitarbeiterstock von sieben auf zwölf erhöhen", kündigt Offner an.










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