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Zuletzt aktualisiert: 06.10.2009 um 05:00 UhrKommentare

Kurzarbeit in Kärntner Postämtern

21 Kärntner Postämter sind derzeit von der Schließung bedroht. Jetzt wurden ihre Öffnungszeiten plötzlich um die Hälfte gekürzt. Bald sind sie nur mehr vormittags geöffnet.

Online gibt es keine Öffnungszeiten, Postämter müssen aber reduzieren

Foto © APAOnline gibt es keine Öffnungszeiten, Postämter müssen aber reduzieren

Ministerin Doris Bures hat die Notbremse gezogen: Letzte Woche stoppte sie per Erlass die Schließungen von 21 Kärntner Postämtern. Jetzt schlägt die Post AG zurück und stellt die geretteten Filialen auf Sparbetrieb. Nur noch 20 Stunden pro Woche sollen sie geöffnet haben, nachmittags bleiben die Türen geschlossen.

"Das Management treibt die Kunden mit Gewalt aus den Filialen", ärgert sich Postgewerkschafter Helmut Omotta. "Besonders Pendler sind die Leidtragenden, die müssen sich dann einen Tag frei nehmen, wenn sie am Postamt einen Brief oder ein Paket abholen wollen." Er sieht hinter den kürzeren Öffnungszeiten Methode: "Wenn die Postfiliale nur noch vormittags offen hat, kommen natürlich weniger Kunden. Und mit der geringeren Kundenfrequenz argumentiert man dann die Schließung." Omotta weiß, dass sich die Konzernleitung schwer tut, als Ersatz für die geschlossenen Filialen so genannte Postpartner zu finden. Die Post wünscht sich, dass örtliche Betriebe die Aufgaben des Postamts übernehmen. "Jetzt werden die Bürgermeister unter Druck gesetzt, schnell Postpartner aufzutreiben, weil der Zustand mit den kurzen Öffnungszeiten alles andere als ideal ist."

Was das betrifft, widerspricht ihm die Konzernleitung auch gar nicht. Die wirbt für ihr Postpartner-Konzept unter anderem damit, dass es längere Öffnungszeiten als mit den herkömmlichen Filialnetz erlaubt.

Dass man mit der "Kurzarbeit" in den bedrohten Postämtern aber die Kunden vertreiben will, bestreitet Post-Sprecher Andreas Pachler: "Das war eine relativ kurzfristige Entscheidung als Reaktion auf den Bures-Erlass. Um wenigstens ein bisschen sparen zu können, beschränken wir uns auf die Mindestöffnungszeiten." Pachler rechnet vor, dass eine Postfiliale durchschnittlich pro Jahr 65.000 Euro kostet, ein Postpartner nur 15.000. "Und das bei längeren Öffnungszeiten des Partners. Wir müssen wirtschaftlich bleiben, defizitäre Filialen können wir uns nicht leisten."

JOSEF PUSCHITZ

Sperrstunde auf Raten

Nachmittags geschlossen sind bereits die Postämter in Zlan und Glanegg. Ab 12. 10 sind sie es auch in Drobollach, Keutschach und Launsdorf.

Ab 19. 10. kommen Großkirchheim, Afritz, Hüttenberg, Ruden und Reifnitz dazu.

Die letzten Ämter: Kolbnitz, Schiefling, Klein St. Paul, Maria Rain und Diex ab 27. 10.

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