Post: Partner sind nicht erwünscht
Bürgermeister wollen drohende Postamt-schließungen stoppen, indem sie keinen Postpartner finden. Für Postsprecher wäre das Offenhalten in Ruden, Globasnitz, Diex und Tainach aber nur eine Übergangslösung.

Foto © APMit einer Resolution will man in Globasnitz das Schließen des Postamtes verhindern
Wenn es um die Post geht, sind sich die Bürgermeister von Völkermarkt, Globasnitz, Diex und Ruden einig: Die Postämter sollen bestehen bleiben, denn ein Postpartner ist für ihre Gemeinden keine Alternative.
Ein Druckmittel. Der Diexer Bürgermeister Anton Polessnig nennt den ersten Grund, warum er sich die Postpartnersuche "nicht angetan hat": "Die Bevölkerung will die Bankgeschäfte nicht dort abwickeln." In den PSK-Konten der Diexer sieht Polessnig auch ein Druckmittel, die Post zur Einsicht zu zwingen: "Wir haben 1,4 Millionen Euro auf Sparbüchern und Konten dort liegen." Geht die Post, geht auch das Geld.
Resolution beschlossen. Auch Rudens Bürgermeister Rudolf Skorjanz erinnert sich an das Versprechen der Post, wenn kein Postpartner gefunden würde, bliebe das örtliche Postamt erhalten. Skorjanz: "Wir sind nicht auf Postpartnersuche, weil wir nicht auf der Suche sein wollen." Die Gemeinde habe auch eine Resolution für das Bestehenbleiben der Post beschlossen.
"Aushöhlung der ländlichen Infrastruktur." Um das Postamt gekämpft wird auch in Globasnitz. Hier gingen die Leute für "ihre" Post Ende März sogar auf die Straße um zu demonstrieren. Bürgermeister Wolfgang Wölbl will auch lieber die Bevölkerung, als die Postchefs unterstützen: "Wenn die Post einen Partner findet, wird das Postamt geschlossen, wenn sie keinen findet, wird die Öffnungszeit auf 20 Stunden reduziert." Auch Bürgermeister Valentin Blaschitz nimmt für das Postamt in Tainach lieber kürzere Öffnungszeiten in Kauf, als dass es für immer seine Türen schließt. "Ich trete für die Erhaltung ein, denn eine Schließung bedeutet eine Aushöhlung der ländlichen Infrastruktur." Weder ein Postamt, noch einen Postpartner hat seit dem Konkurs des Nahversorger Kuschej die Gemeinde Feistritz ob Bleiburg in St. Michael. Nach einem Gemeinderatsbeschluss wird die Post nun ins Gemeindeamt ziehen, ein geeigneter privater Postpartner wird per Inserat gesucht.
"Defizitäre Postämter." Andreas Pachler, Pressesprecher der Post AG für Kärnten und Steiermark kann den Unmut der Gemeinden verstehen, aber: "Es ist nicht vorstellbar, ein defizitäres Postamt bis zum St. Nimmerleinstag zu führen." Eine Kürzung der Öffnungszeiten wäre daher nur eine kurzfristige Lösung. Außerdem ist die Post bei ihrer Suche nach einem geeigneten Partner wesentlich erfolgreicher als die Gemeindeoberhäupter: "Für 28 von 30 Standorten gibt es bereits potentielle Partner", sagt Pachler. Um welche es sich dabei handelt, will Pachler vor Ende Juni aber nicht sagen.
Features
Die Post und die Gemeinden
Kärntenweit sollen 30 Postämter geschlossen werden
Laut Postsprecher Andreas Pachler gibt es für 28 der 30 Standorte bereits potentielle Postpartner. Die Postpartner sollen die Postämter ersetzen
Welche Standorte das betrifft, will Pachler nicht vor Ende Juni verraten. Der Grund sind laufende Verhandlungen mit den Partnern
Im Bezirk Völkermarkt sind die Postämter in Diex, Tainach, Ruden und Globasnitz von einer möglichen Schließung betroffen
Wird kein Postpartner gefunden, bleiben die Postämter vorläufig mit kürzeren Öffnungszeiten erhalten
In St. Michael kam kürzlich auch der Postpartner abhanden. Nach einem Nachfolger wird gesucht.













