Kampf um Postämter hat begonnen
Fünf Postämter sollen im Bezirk St. Veit geschlossen werden. Die Gemeindevertreter steigen auf die Barrikaden und formulieren Protestbriefe. Krisengipfel am Donnerstag in Klagenfurt.

Foto © HirschleDie Post in Straßburg soll schließen
Metnitz, Straßburg, Launsdorf, Hüttenberg und Klein St. Paul: Das sind jene Orte im Bezirk, in denen es in Zukunft kein Postamt mehr geben wird. Dort sollen Post-Partner das Amt ersetzen. Viele sehen darin aber einen weiteren Kahlschlag der Infrastruktur im ländlichen Raum. In der Gemeinde St. Georgen gab es vor Jahren noch zwei Postämter.
"Profitgier". "In unserer Gemeinde wurde bereits ein Postamt geschlossen. Von einem Post-Partner weiß ich nichts und das aktuelle Postamt bilanziert positiv. So kann es in einer großen Gemeinde nicht weitergehen", sagt der St. Georgener Bürgermeister Konrad Seunig. Er vermutet daher "Profitgier gewisser Leute" dahinter. Auch in Metnitz gab es einst noch ein zweites Postamt, im Ort Grades. "Jemand, der in der Peripherie unserer Gemeinde lebt, müsste bei einer Schließung 60 Kilometer hin und retour fahren, um zum nächsten Postamt zu kommen. Wir als Gemeinde tun alles, um der negativen Bevölkerungsentwicklung entgegenzuwirken, um eine flächendeckende Versorgung zu gewährleisten und dazu gehört auch ein Postamt", sagt Bürgermeister Anton Engl-Wurzer. "Es würde wieder ein Stück weniger Infrastruktur in Metnitz geben", sagt Gastwirt Robert Schaar, der nun auf einen adäquaten Post-Partner hofft.
Tal ohne Postamt. In Klein St. Paul haben laut Bürgermeister Hilmar Loitsch viele Bürger ihr Konto bei der Post. "Bei einem Post-Partner wollen sie aber ihr Konto dann nicht mehr haben. Wir haben noch keine Zahlen am Tisch. Die Post soll uns sagen, wie unrentabel die Postämter sind", sagt Loitsch, der beim heutigen Post-Gipfel der Landesregierung als Gemeindebundchef des Bezirks den Kärntner Gemeindebund vertreten wird. Nachdem auch die Postfiliale in Hüttenberg geschlossen wird, gäbe es im gesamten Görtschitztal kein Postamt mehr, außer am Talausgang in Brückl. "Es ist fürchterlich. Donnerstags bin ich beim Postgipfel in Klagenfurt und werde sehen, was man tun kann", sagt Hüttenbergs Bürgermeister Rudolf Schratter. Entsetzt über die Schließung der Filiale in Straßburg zeigt sich auch Amtsleiterin Marlies Sterchi: "Ich komme gerade vom Postamt. Dort hört man, dass es Interessenten für einen Post-Partner gäbe."
Einsparungen. Zwei Post-Partner gibt es hingegen schon in Kappel am Krappfeld. "In Passering und Kappel gibt es diese Servicestellen. Wir haben aber keine gute Erfahrung gemacht, auch aufgrund der beschränkten Öffnungszeiten. Ein zusätzlicher Arbeitsplatz wird auch nicht geschaffen", sagt Bürgermeister Karl Steinberger. Die Post wolle einfach einsparen und sich für einen Börsengang rüsten. Die Bürgermeister haben bereits einen Protestbrief verfasst.
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Bürgermeister Engl-Wurzer ist schockiert über die Pläne der PostFoto © Hirschl
BETROFFENE FILIALEN
Postämter. Folgende Postfilialen im Bezirk St. Veit müssen nach den Plänen der Post geschlossen werden: Metnitz, Straßburg, Launsdorf, Hüttenberg und Klein St. Paul.
Ersatz. Für diese Filialen sollen Post-Partner als Ersatz gefunden werden, die dann das Service in den betroffenen Orten abwickeln sollen. Wollen Geschäfte Post-Partner werden, müssen sie mindestens vier Quadratmeter freie Geschäftsfläche haben. In Kärnten gibt es derzeit elf Post-Partner. Im Bezirk St. Veit unter anderem in der Gemeinde Kappel, in Gurk und in Guttaring
Aufgaben. Diese übernehmen folgende Aufgaben: Annahme von Briefen, Paketen, Geldanweisungen, Abgabe von Briefen, Paketen und Geldanweisungen, Verkauf von Briefmarken, Postkarten und Postboxen, Standard-Bankdienstleistungen wie Zahlungsverkehr, Einzahlungen und Auszahlungen von Konten der Bawag/PSK, Sparbüchern und Übernahme von Überweisungsaufträgen an Bawag/PSK-Konten.
Maßnahmen. Die betroffenen Gemeinden haben fraktionsübergreifend Protestbriefe verfasst und an die entsprechenden Stellen weitergeleitet; Post-Gipfel mit der Landesregierung.













