Gewerkschafts-Protest: "Die Post nimmt allen was"
Die Postgewerkschaft hat Donnerstag früh im Vorfeld der heutigen Aufsichtsratssitzung der börsenotierten Post AG lautstark ihrem Ärger über das geplante Sparprogramm Luft gemacht.

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Rund 300 Postler bejubelten dabei ÖBB-Postbus-Belegschaftsvertreter
Robert Wurm, der meinte: "Einen Finger kann man brechen, aber nicht
eine ganze Faust." Er meinte, Post-Chef Anton Wais habe "die
Menschlichkeit über Bord geworfen". Auf einem Transparent stand - in
Anspielung auf den Post-Werbeslogan - zu lesen: "Die Post nimmt allen
was." Zumindest den Mitarbeitern des Postamtes neben der Postzentrale
in der Wiener Postgasse brachten die protestierenden Mitarbeiter was:
Eine halbe Stunde Zwangspause, da das Amt blockiert wurde.
Sparkurs fixieren.
Der Post-Vorstand will heute im Aufsichtsrat den Sparkurs für 2009
festlegen. Ursprünglich war laut einem Post-Strategiepapier
vorgesehen, bis zum Jahr 2015 rund 9.000 Postler abzubauen und 1.000
der 1.300 Postämter zu schließen. Nach heftigen Protesten und einem
"Postgipfel" mit Regierungsvertretern meinte Wais, dass die Pläne
"vom Tisch" seien und nun jährlich festgelegt werde, wie viel
eingespart werden soll. Für die Gewerkschaft ist dies eine
"Salamitaktik", an deren Ende erst recht das Strategiepapier
umgesetzt werde.
An einem Strang.
Die Belegschaftsvertretung hatte gestern Warnstreiks abgehalten,
heute werden in Salzburg, Tirol und Vorarlberg die Verteilerzentren
blockiert. Eine Aktion, die gleichzeitig auch das Dilemma der
Postgewerkschaft aufzeigt: Der Protest in Westösterreich wird
lediglich von der Fraktion Christlicher Gewerkschafter (FCG)
getragen, die sich mit der Faktion Sozialdemokratischer
Gewerkschafter (FSG) nicht grün ist. Schon in der Vergangenheit
hatten die "schwarze" und "rote" Gewerkschaft zwar an einem Strang
gezogen, aber nicht immer in die die selbe Richtung.













