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Zuletzt aktualisiert: 11.12.2008 um 10:59 UhrKommentare

Gewerkschafts-Protest: "Die Post nimmt allen was"

Die Postgewerkschaft hat Donnerstag früh im Vorfeld der heutigen Aufsichtsratssitzung der börsenotierten Post AG lautstark ihrem Ärger über das geplante Sparprogramm Luft gemacht.

Foto © APA

Rund 300 Postler bejubelten dabei ÖBB-Postbus-Belegschaftsvertreter Robert Wurm, der meinte: "Einen Finger kann man brechen, aber nicht eine ganze Faust." Er meinte, Post-Chef Anton Wais habe "die Menschlichkeit über Bord geworfen". Auf einem Transparent stand - in Anspielung auf den Post-Werbeslogan - zu lesen: "Die Post nimmt allen was." Zumindest den Mitarbeitern des Postamtes neben der Postzentrale in der Wiener Postgasse brachten die protestierenden Mitarbeiter was: Eine halbe Stunde Zwangspause, da das Amt blockiert wurde.

Sparkurs fixieren. Der Post-Vorstand will heute im Aufsichtsrat den Sparkurs für 2009 festlegen. Ursprünglich war laut einem Post-Strategiepapier vorgesehen, bis zum Jahr 2015 rund 9.000 Postler abzubauen und 1.000 der 1.300 Postämter zu schließen. Nach heftigen Protesten und einem "Postgipfel" mit Regierungsvertretern meinte Wais, dass die Pläne "vom Tisch" seien und nun jährlich festgelegt werde, wie viel eingespart werden soll. Für die Gewerkschaft ist dies eine "Salamitaktik", an deren Ende erst recht das Strategiepapier umgesetzt werde.

An einem Strang. Die Belegschaftsvertretung hatte gestern Warnstreiks abgehalten, heute werden in Salzburg, Tirol und Vorarlberg die Verteilerzentren blockiert. Eine Aktion, die gleichzeitig auch das Dilemma der Postgewerkschaft aufzeigt: Der Protest in Westösterreich wird lediglich von der Fraktion Christlicher Gewerkschafter (FCG) getragen, die sich mit der Faktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter (FSG) nicht grün ist. Schon in der Vergangenheit hatten die "schwarze" und "rote" Gewerkschaft zwar an einem Strang gezogen, aber nicht immer in die die selbe Richtung.


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