Widersprüchliche Post-Rechnung: Geschäft 2008 "gut", Aus für Personal und Ämter
Post, die zuletzt 9.000 Mitarbeiter abbauen und 1.000 Postämter schließen wollte, zeigte sich zugleich mit den ersten neun Monaten 2008 zufrieden und kündigte eine Dividendenerhöhung für 2009 an. Gewerkschaft: "Binnen Stunden streikbereit".

Foto © KLZ DIGITAL/ ScheriauDividende gestiegen, die Stimmung weniger
Die Österreichische Post AG musste im heurigen Jahr bisher ein deutliches Minus beim Betriebsergebnis und Periodenüberschuss hinnehmen, konnte aber den Umsatz steigern. Die Post, die zuletzt 9.000 Mitarbeiter abbauen und 1.000 der 1.3000 Postämter schließen
wollte, zeigte sich mit den ersten neun Monaten 2008 zufrieden und kündigte eine Erhöhung der Basisdividende für 2009 an.
"Gut entwickelt". "Die ersten neun Monate des Jahres 2008 haben sich für die Österreichische Post vergleichsweise gut entwickelt", heißt es in der Aussendung. Trotzdem liege das Konzernergebnis durch "Wettbewerbsveränderung in Österreich sowie durch Einzeleffekte unter Vorjahresniveau". Die Post sei jedenfalls von der gegenwärtigen Finanzkrise "kaum betroffen". Es bestehe "kein aktueller Fremdfinanzierungsbedarf". Man habe eine "Veranlagungspolitik mit geringstmöglichem Risiko" betrieben, betonte das teilstaatliche Unternehmen, an dem noch 51 Prozent dem Staat gehören.
Mehr Umsatz. Das Betriebsergebnis (EBIT) sank in den ersten drei Quartalen des heurigen Jahres um 13 Prozent auf 103 Millionen Euro, das Periodenergebnis gab um 8,9 Prozent auf 87,5 Millionen Euro nach. Gleichzeitig erhöhte sich der Umsatz um 7 Prozent auf 1,785 Milliarden Euro. "Neben der erstmaligen ergebniswirksamen Konsolidierung akquirierter Gesellschaften beinhaltet dieser Anstieg auch organisches Wachstum", so das Unternehmen.
Mehr Aufwand. Neben dem Umsatz erhöhte sich allerdings auch der Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen (plus 14,9 Prozent auf 564,1 Millionen Euro). Diese Steigerung sei unter anderem auf höhere Treibstoff- und Transportkosten im Berichtszeitraum zurückzuführen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen reduzierte sich 2008 bisher um 1,9 Prozent auf 186,9 Millionen Euro. Der Brief- und Paketbereich konnte den
Umsatz um 7,7 bzw. 8,2 Prozent steigern, während der Filialbereich um ein Prozent nachgab, teilte die Post Donnerstag früh ad hoc mit. Für das Gesamtjahr erwartet Postchef Anton Wais eine steigende Umsatzentwicklung von etwa fünf Prozent und ein EBIT auf dem Niveau von 2007. 2009 soll das Betriebsergebnis dann ansteigen. Das Papier notierte zuletzt bei 20,77 Euro.
"Chance". Am Mittwochabend, hatte Wais in der "ZiB2" des ORF-Fernsehen noch einmal den Sparkurs der Post AG verteidigt. Das zuletzt gekannt gewordene Strategiepapier, das einen Kahlschlag bei Personal und Postfilialen vorgesehen hatte, sei lediglich ein "Rechenmodell" gewesen. Dieses hatte gestern die Postgewerkschaft zu Protestmaßnahmen und Streikdrohungen veranlasst. Nach einem Marathon-Aufsichtsrat wurde dann das Problem aufgeschoben: Nun werden die Sparpläne jährlich in Abhängigkeit des jeweiligen Budgets erstellt. Am 11. Dezember ist die nächste Aufsichtsratssitzung, dann sollen die Sparmaßnahmen für 2009 festgelegt werden.
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Fakten
Die durchschnittliche Zahl der Vollzeitkräfte stieg um 6,3 Prozent oder 1.619 auf nunmehr 27.141. Der Anstieg ist bedingt durch den Erwerb von Tochterunter-
nehmen, so die Post AG. In Österreich gab es im Ver-
gleich zu den Vorjahres-
quartalen einen Abbau von rund 320 Mitarbeitern. Der weitaus größte Teil der
Konzernmitarbeiter, rund 23.200, ist in der Post AG beschäftigt.
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Postchef Anton WaisFoto © APA















