Post und Telekom: 11.500 Jobs werden abgebaut
Regierung und Betriebsrat sind uneins über die weitere Vorgehensweise bei der Post AG. Der Betriebsrat der Telekom Austria droht mit Protestmaßnahmen. Die Regierung hat die Schließung von Postämtern gestoppt.

Foto © APADie Telekom Austria wird 1.250 Jobs bis Ende 2009 abbauen
Eine Verordnung der Regierung stoppt die Schließungspläne der Post-Vorstände.
Am Montag hatte der Vorstand der
Post AG indirekt Pläne zum Abbau von 9.000 Mitarbeitern bestätigt. Zusätzlich wurde gegen die Stimmen der
Belegschaftsvertreter der Abbau von 2.500 Jobs bei der
Telekom beschlossen. Dafür muss die Telekom
Rückstellungen von 630 Mio. Euro vornehmen - dem steht im ersten Jahr
(2009) eine Ersparnis von 35 Mio. Euro gegenüber. Der
Telekom-Betriebsrat hat Montagabend im Gespräch mit der APA bereits
Kampfmaßnahmen angekündigt. Details wurden noch keine genannt.
Zum Thema
Runder Tisch.
Bei der Post AG hat die Politik bereits reagiert und einen Runden
Tisch für Mittwoch angekündigt. Am Montag haben sich zumindest SPÖ und ÖVP nicht auf eine gemeinsame Linie einigen können. Während SPÖ-Chef und
Verkehrsminister Werner Faymann der Post-Führung die Rute ins Fenster
stellte und laut über eine Ablöse nachdachte, will sich der für die
teilverstaatlichten Betriebe zuständige Finanzminister Wilhelm
Molterer (V) nicht in die Führung der Post einmischen.
Offener Konflikt.
Auf jeden Fall aktiv werden will die Postgewerkschaft. Aber auch
hier gibt es einen offenen Konflikt zwischen der "roten" FSG und der
"schwarzen" FCG. Toben tun beide, nur die Christgewerkschafter gehen
noch einen Schritt weiter. Sie haben heute ein Volksbegehren unter
dem Titel "Stopp den Postraub" angekündigt. Ironischer Kommentar des
FSC darauf: "Das ist ein Volksbegehren der ÖVP-Gewerkschafter gegen
den eigenen Finanzminister. Eine Maßnahme, die wir gerne
unterstützen, damit bestätigt die FCG die Zuständigkeit des
Finanzminister in der Angelegenheit."
Fakten
Die Telekom beschäftigt 17.628 Mitarbeiter, davon 11.500 in Österreich. Im Festnetzsektor arbeiten rund 9500 Menschen.
Gewinnwarnung.
Wenige Stunden später platzte dann die Gewinnwarnung der Telekom
Austria herein. Gut drei Stunden nach Ende der Aufsichtsratssitzung
gab der Konzern ad hoc bekannt, dass das Betriebsergebnis 2008 um 85
Prozent sinkt und ein "geringer" Nettoverlust erwartet werde. Zum
Halbjahr war die Telekom noch von einem stabilen EBIT und einem um 12
Prozent niedrigerem Jahreseregebnis ausgegangen. Das Ergebnis vor
Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) wird um 30 Prozent tiefer
erwartet. (Telekom-Schätzung zuletzt: plus 3 Prozent).
Jobabbau.
Weiters bestätigte die Telekom, dass in den nächsten Jahren 2.500
Mitarbeiter abgebaut werden müssen, davon 1.250 bis Ende 2009. Für
diese nicht mehr benötigten Mitarbeiter werden Rückstellungen von 630
Mio. Euro vorgenommen. Auf die Dividende haben die Maßnahmen laut
Telekom keinen Einfluss, die Aktionäre dürfen sich weiter über 0,75
Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2008 freuen.
Features
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Vorstand der Post bestätigte indirekt den Abbau von 9.000 MitarbeiternFoto © KLZ DIGITAL/Scheriau
Betriebsrat kämpferisch
Kolek gab sich kämpfe-
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Michael Kolek Foto © AP














