Magna-Aktien springen in die Höhe
Platzen des Opel-Deals hellt Investoren-Stimmung auf: Aktie legte um mehr als 7 Prozent zu. Die Niederlage des Unternehmens könnte dem Unternehmen auf diese Weise helfen.

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Die Aktien des österreichisch-kanadischen Autozulieferers Magna haben am Mittwoch nach der Absage des Opel-Verkaufs kräftig zugelegt. Die Anteilsscheine kletterten an der Börse Toronto im Handelsverlauf um 7,4 Prozent auf 3,17 kanadische Dollar. Das Scheitern des Geschäfts könnte sich für Magna positiv auswirken, sagte ein Großaktionär des Autozulieferers, der namentlich nicht genannt werden wollte.
In der Vergangenheit habe es wegen des geplanten Kaufs des deutschen Autobauers eine negative Stimmung unter den Investoren gegeben. Die Absage könnte die Stimmung nun wieder etwas aufhellen.
Ein Investor sagte, der Markt habe Angst gehabt, dass Magna bei einer Übernahme Geld verloren hätte. Das kanadische Unternehmen könne sich nun wieder darauf konzentrieren, seinen Marktanteil im Autozuliefererbereich auszubauen. Der Autoriese General Motors (GM) hatte am Dienstagabend nach monatelangen Verhandlungen völlig überraschend den Verkauf von Opel an Magna platzen lassen. Der US-Konzern will sein Europa-Geschäft nun in Eigenregie sanieren.
Magna vermeidet Risiken
Magna vermeide es nun, unabschätzbare Risiken auf sich zu nehmen und sich gravierende Probleme mit seinen Kunden - den Autobauern - einzuhandeln. Diese hatten die geplante Opel-Übernahme vor allem als das Aufkeimen unliebsamer Konkurrenz wahrgenommen. Zudem werde der Konzern nun nicht durch schwierige Integrationsaufgaben von seinem Kerngeschäft abgelenkt.
"Magna wurde von einem abenteuerlichem Trip zurückgeholt", resümiert etwa Autoexperte Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler. Es sei vermessen gewesen, in die Liga von VW, Toyota und Co. vorstoßen zu wollen, ohne je ein eigenes Auto entwickelt zu haben. "Das wäre vielleicht noch mit einem Hersteller wie Porsche möglich gewesen, aber nicht mit Opel." Die Probleme des kriselnden Autobauers hätten nach Ansicht von Analysten auch Magna an den Rand des Abgrunds bringen können.
Pluspunkt?
Die Wahrung der Unabhängigkeit von einem Autokonzern ist nach Expertenmeinung zudem ein entscheidender Pluspunkt des gescheiterten Deals. "Aus Wolfsburg und München war bereits deutliches Säbelrasseln vernehmbar", sagt Analyst Christian Müller vom Marktforschungsinstitut Global Insight. VW-Chef Martin Winterkorn hatte etwa erklärt, die Vergabe an Zuliefer-Aufträgen "genau zu überdenken". Die Autohersteller befürchteten, gemeinsam mit Magna entwickelte Technologie später in Opel-Modellen zu finden. "Die Autokonzerne davon zu überzeugen, dass dies nicht geschieht, hätte einen großen Aufwand bedeutet", sagt Müller.
Magna wird bei der Entwicklung neuer Autotechnik nun nicht durch das Opel-Projekt abgelenkt, sagen weitere Experten. "Ich glaube, der Markt war besorgt, dass Magna Geld in den Autobauer hätte versenken müssen und davon abgebracht worden wäre, Marktanteile als Zulieferer zu gewinnen und die Konsolidierung des Zuliefermarkts voranzubringen", sagt einer der größten Magna-Anteilseigner. Das Platzen des Opel-Deals könne nun einiges an negativer Stimmung bei
Anlegern in Bezug auf Magna verschwinden lassen. Für die "Wachstumsstory" war Opel aus Sicht von Analysten ohnehin nicht unabdingbar. "Gerade im Fahrzeugbau hat Magna zuletzt wichtige Aufträge gewonnen, wie etwa die Produktion des X1 von BMW", sagt Müller.
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